Horst Wessel 1907-1930

  • 1907

    9. Oktober: Horst Wessel wird als Sohn des protestantischen Pfarrers Dr. Wilhelm Ludwig Georg Wessel und dessen Frau Margarete (geb. Richter) in Bielefeld geboren.

  • 1913

    Umzug der Familie nach Berlin.

  • 1923

    Mitgliedschaft im "Bismarck-Bund", einem Jugendverband der rechtskonservativen Deutschnationalen Volkspartei (DNVP).
    Im selben Jahr tritt er dem rechtsextremen "Wiking-Bund" unter Führung des ehemaligen Marineoffiziers Hermann Ehrhardt bei, der als Nachfolgeverband der 1922 verbotenen "Organisation Consul" fungiert.

  • 1926

    April: Beginn des Jurastudiums. Er wird Mitglied der schlagenden Studentenverbindung "Normannia".
    Nach Verbot des "Wiking-Bundes" tritt er in die Sturmabteilung (SA) und die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) ein. Seine Aufgaben bestehen hauptsächlich in der Rekrutierung neuer Mitglieder und dem Aufbau von Gruppen der Hitler-Jugend (HJ).

  • 1928

    Wessel bricht sein Jurastudium ab und stellt sich ganz in den Dienst der SA, seinen Lebensunterhalt verdient er mit Gelegenheitsarbeiten. Wegen seiner organisatorischen und rhetorischen Fähigkeiten sowie seiner offenen Gewaltbereitschaft ist er bald einer der bekanntesten nationalsozialistischen Agitatoren in Berlin.

  • 1929

    1.Mai: Als "Truppführer" organisiert Horst Wessel die SA-Arbeit im Berliner Stadtteil Friedrichshain. In dem Arbeiterbezirk leben auch viele Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), mit denen sich die SA heftige Straßenkämpfe liefert.
    Im selben Jahr veröffentlicht die von dem Berliner Gauleiter Joseph Goebbels herausgegebene NSDAP-Zeitung "Der Angriff" ein Gedicht Wessels mit dem Titel "Die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen!", welches später als "Horst-Wessel-Lied" bekannt werden sollte.
    September: Wessel zieht mit seiner Lebensgefährtin Erna Jaenicke in eine gemeinsame Wohnung. Er schränkt daraufhin sein Engagement für SA und NSDAP stark ein.

  • 1930

    14. Januar: Unter bis heute nicht geklärten Umständen wird Horst Wessel von Albrecht Höhler (1898-1933), einem Mitglied des Roten Frontkämpferbundes (RFB), angeschossen und schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.
    23. Februar: Horst Wessel stirbt an seinen Verletzungen. Goebbels stilisiert ihn daraufhin in einer breit angelegten Propagandakampagne zu einem "Blutzeugen der Bewegung", woraus ein regelrechter Horst-Wessel-Kult entsteht.

(swe)
lo