Joseph Joffre 1852-1931

Militär

  • 1852

    12. Januar: Joseph Joffre wird in Rivesaltes (Pyrenäen) geboren.

  • 1870

    Nach einer Militärausbildung an der École Polytechnique in Paris wird er Soldat im Deutsch-Französischen Krieg.

  • 1886

    Pionieroffizier in Vietnam.

  • 1894

    Joffre ist an der Eroberung von Timbuktu beteiligt.

  • 1905

    Ernennung zum Divisionsgeneral.

  • 1910

    Berufung in den Obersten Verteidigungsrat.

  • 1911

    Joffre wird zum Chef des Generalstabs ernannt. Diese Funktion wird vom Kriegsminister neu geschaffen, um die Befehlsgewalt über die französischen Truppen zu vereinigen.
    In einer Denkschrift legt Joffre dar, daß er im Kriegsfall mit einer deutschen Invasion in Nordfrankreich rechne, ergreift jedoch zu wenige Gegenmaßnahmen. Außerdem widmet er sich besonders der Frage des Transportwesens (Infrastruktur und Eisenbahn), da er dessen strategische Bedeutung erkennt.

  • 1914

    Nach Beginn des Ersten Weltkriegs leitet er von seinem Hauptquartier in Vitry-le-François aus die Kriegspolitik.
    August: Trotz der deutschen Invasion in Belgien sieht er - seinem Plan folgend - eine französische Offensive im Osten vor, die auch wegen taktischer und zahlenmäßiger Unterlegenheit scheitert. Joffre leitet daher den Rückzug der französischen Armee ein und begründet eine neue Armee, die seiner Befehlsgewalt untersteht.
    2. September: Die deutschen Streitkräfte rücken bis kurz vor Paris vor. Die Regierung beschließt, ihren Sitz nach Bordeaux zu verlegen.
    6.-9. September: Mit der 6. Armee erringt Joffre seinen größten militärischen Erfolg, als er den deutschen Vormarsch in der Schlacht an der Marne zum Stehen bringt. Der Krieg wird von jetzt an zu einem für beide Seiten verlustreichen Stellungskrieg, der keine entscheidenden Veränderungen bringt.

  • 1915

    In mörderischen Schlachten verlieren die Entente-Staaten in diesem Kriegsjahr eine Million Soldaten. Joffre erzielt keine militärischen Erfolge mehr.
    Dezember: Er wird zum Oberbefehlshaber der französischen Streitkräfte ernannt und versucht, seinen Einfluß auf die Kriegspolitik zu erweitern.

  • 1916

    27. November: Joffre wird für die Mißerfolge und hohen Verluste im Stellungskrieg bei Verdun und in der Offensive an der Somme verantwortlich gemacht und als Oberbefehlshaber abgelöst.
    26. Dezember: Er nimmt seinen Abschied vom Militär. Nach der Ernennung zum Marschall von Frankreich wird er als technischer Berater der Regierung zu auswärtigen Missionen eingesetzt.

  • 1918

    Joffre wird in die Académie française gewählt.

  • 1931

    3. Januar: Joseph Joffre stirbt in Paris.

  • 1932

    Postume Veröffentlichung seiner zweibändigen Memoiren über die Zeit 1910-1917.

(lh)
lo