Karl Rudolf von Bennigsen 1824-1902

Politiker

  • 1824

    10. Juli: Karl Rudolf von Bennigsen wird als Sohn des hannoverschen Generalmajors Karl von Bennigsen und dessen Frau Emilie (geb. von Jonquière) in Lüneburg geboren.

  • 1842-1845

    Jurastudium in Göttingen und Heidelberg.

  • 1846-1856

    Staatsdienst im Königreich Hannover, u.a. stellvertretender Staatsanwalt in Hannover und Richter am Obergericht in Göttingen.

  • 1854

    Heirat mit Anna von Reden. Aus der Ehe gehen neun Kinder hervor, darunter der Kolonialpolitiker und erste Gouverneur von Neu-Guinea Rudolf von Bennigsen (1859-1912).

  • 1855

    Im Wahlkreis Aurich wird Bennigsen in die zweite Kammer der hannoverschen Landstände gewählt. Da ihm der Sonderurlaub zur Ausübung des Abgeordnetenmandats verweigert wird, nimmt er im Jahr darauf seinen Abschied aus dem Staatsdienst und bewirtschaftet das Familiengut Bennigsen am Deistergebirge.

  • 1856

    Im Wahlkreis Göttingen erneut in die zweite Kammer der hannoverschen Landstände gewählt, tritt er bald an die Spitze der liberalen und nationalen Opposition gegen das Ministerium von Wilhelm Graf von Borries (1802-1883).

  • 1859

    Gemeinsam mit Johannes Miquel (1828-1901) gründet Bennigsen den Deutschen Nationalverein und wird dessen Vorsitzender. Ziel des Nationalvereins ist die Schaffung eines liberalen kleindeutschen Nationalstaats unter preußischer Führung.

  • 1866

    Vor Beginn des Deutschen Krieges versucht Bennigsen als Führer der Kammermehrheit im Landtag vergeblich, Hannover von dem Bündnis mit Österreich abzubringen.

  • 1867-1870

    Nach der Annexion Hannovers durch Preußen wird Bennigsen in den Norddeutschen Reichstag und bis 1883 in das Preußische Abgeordnetenhaus gewählt, dessen Präsidium er 1873 bis 1879 inne hat.
    In beiden Parlamenten übernimmt Bennigsen den Fraktionsvorsitz der Nationalliberalen Partei, die eng mit dem Kanzler des Norddeutschen Bundes und preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck zusammenarbeitet.

  • 1868-1888

    Nach der Wahl durch den hannoverschen Provinziallandtag Landesdirektor der Provinz Hannover.

  • 1870

    Dezember: Als Vertrauensmann Bismarcks nimmt Bennigsen in Versailles an den Beratungen über die Verträge zwischen den süddeutschen Regierungen und dem Norddeutschen Bund teil.

  • 1871-1883

    Als Mitglied des Deutschen Reichstags tritt er erneut an die Spitze der nationalliberalen Fraktion.
    Maßgeblich beteiligt ist er 1874 am Zustandekommen des so genannten Septennats, der Kompromisslösung über die siebenjährige Festlegung der Friedensstärke des Heeres, sowie 1876 an den Kompromissen bei der Modernisierung der Justizgesetzgebung.

  • 1878/79

    Bismarcks Plan, ihn in die preußische Regierung zu ziehen, scheitert u.a. an Bennigsens Forderung, seine Parteikollegen Maximilian von Forckenbeck (1821-1892) und Franz August Freiherr Schenk von Stauffenberg (1834-1901) gleichzeitig zu berufen. Das Scheitern dieser Gespräche sowie die Ablehnung des Sozialistengesetzes und der Schutzzollpolitik führen nach und nach zum Ende der langjährigen Kooperation zwischen Bismarck und der Nationalliberalen Partei, das auch eine verstärkte Vermittlertätigkeit Bennigsens nicht mehr aufhalten kann.

  • 1883

    Nach innerparteilichen Auseinandersetzungen und der Abspaltung der Liberalen Vereinigung zieht sich Bennigsen aus dem politischen Leben zurück.

  • 1887-1898

    Mit Bildung des Kartells aus Freikonservativen, Deutschkonservativen und Nationalliberalen kehrt Bennigsen in den Reichstag zurück, kann seine dominierende Stellung aber nicht zurückgewinnen.

  • 1888-1897

    Nach der Ernennung durch Kaiser Wilhelm II. tritt Bennigsen als Oberpräsident an die Spitze der preußischen Provinz Hannover.

  • 1902

    7. August: Karl Wilhelm Rudolf von Bennigsen stirbt auf Gut Bennigsen (Kreis Springe).

Dorlis Blume
14. September 2014

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