Otto Dibelius 1880-1967

Bischof

  • 1880

    15. Mai: Otto Dibelius wird als Sohn des Geheimen Regierungsrats Otto Dibelius und dessen Frau Margarethe (geb. Käuffer) in Berlin geboren.

  • 1899-1904

    Studium der Theologie in Berlin bei Adolf von Harnack.

  • 1902

    Promotion zum Dr. phil. in Gießen und zum Lic. theol. in Berlin.

  • 1906

    Nach dem zweiten theologischen Examen und einem Studienaufenthalt in Schottland erhält Dibelius die Pfarrerweihe.

  • 1908

    Archediakon in Crossen/Oder.

  • 1910

    Pfarrer in Danzig, dann in Lauenburg (Pommern).

  • 1915

    Er wird Pfarrer in Schöneberg (ab 1920 eingemeindet zu Berlin) und arbeitet ab 1921 im Berliner Oberkirchenrat mit.

  • 1925

    Ernennung zum Generalsuperintendenten der Kurmark.
    Teilnahme an der ökumenischen Konferenz in Stockholm.

  • 1926

    In seinem vielbeachteten Buch "Das Jahrhundert der Kirche" kritisiert Dibelius die Novemberrevolution von 1918, da sie zum Zusammenbruch des christlich fundierten Staatswesen geführt habe. Hierin sieht er aber auch eine Möglichkeit zur Selbsterneuerung der Kirche, die in einem säkularisierten Staat die Rolle der Wächterin der Sittlichkeit haben solle.

  • 1930

    In seiner umstrittenen sozialkritischen Veröffentlichung "Friede auf Erden" fordert er aus christlicher Überzeugung heraus die Verhinderung jeglicher Kriege.

  • 1933

    Juni: Trotz anfänglicher Sympathien zum Nationalsozialismus wird Dibelius aller seiner Ämter enthoben. Er wird Kurprediger in San Remo (Italien).

  • 1934

    Juli: Rückkehr nach Berlin, wo er im Berlin-Brandenburgischen Bruderrat mitarbeitet. Er setzt sich gegen die nationalsozialistischen Übergriffe auf die Kirche für deren Freiheit und für die Freiheit des Evangeliums ein.

  • 1936

    Teilnahme an der Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche in Bad Oeynhausen.

  • 1937

    Juni: Nach der Verhaftung von Martin Niemöller wird Dibelius Mitglied des Kirchenrats der Altpreußischen Union.
    August: In einem Prozeß wegen regimekritischer Aussagen wird er freigesprochen.

  • 1938

    Berufung ins Leitungsgremium der Bekennenden Kirche Preußens.

  • 1943

    Als Mitverfasser der "Freiburger Denkschrift" wird Dibelius Vordenker des kirchlichen Neubeginns nach dem Zweiten Weltkrieg.

  • 1945

    Eintritt in die Christlich-Demokratische Union (CDU).
    Oktober: Als Mitglied des vorläufigen Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist er an der Formulierung des "Stuttgarter Schuldbekenntnisses" beteiligt.

  • 1945-1966

    Dibelius ist Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg. Er engagiert sich für das ökumenische Einigungswerk.

  • 1945-1951

    Präsident des Evangelischen Oberkirchenrats in Berlin.

  • 1948

    Wahl zum Zentralausschußmitglied des Ökumenischen Rats der Kirchen in Amsterdam.

  • 1949

    In seiner Schrift "Grenzen des Staates" kritisiert Dibelius moderne Staaten in Ost und West.

  • 1949-1961

    Als Ratsvorsitzender der EKD ist er deren höchster Repräsentant in Deutschland.

  • 1954-1960

    Präsident des Weltkirchenrats.

  • 1956

    Nach der Beschlußfassung zum Aufbau der Bundeswehr unterzeichnet Dibelius für die EKD den umstrittenen "Militärseelsorgevertrag" mit der Bundesregierung.

  • 1958

    Dibelius erhält die Berliner Ehrenbürgerschaft.

  • 1961

    Mit dem Mauerbau gerät Dibelius als Berliner Bischof zunehmend in das Spannungsfeld des Kalten Kriegs. Er vertritt die These, daß es gegenüber einer totalitären Regierung wie der der DDR keine christliche Gehorsamspflicht gebe.

  • 1967

    31. Januar: Otto Dibelius stirbt in Berlin.

(lh)
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