Pius XII. 1876-1958

Papst

  • 1876

    2. März: Pius XII. wird unter dem bürgerlichen Namen Eugenio Pacelli in Rom als Sohn des päpstlichen Konsistorialadvokaten Filippo Pacelli und dessen Frau Virginia (geb. Graziosi) geboren.

  • 1886-1894

    Er besucht das humanistische Gymnasium Visconti. Neben Deutsch lernt er sechs weitere Fremdsprachen.

  • 1894-1897

    Studium der Philosophie und Theologie an der Päpstlichen Universität "Gregoriana".

  • 1897-1899

    Pacelli besucht Lesungen an der kirchenrechtlichen Fakultät und schließt sein Studium mit dem dreifachen Doktor der Philosophie, der Theologie und beider Rechte ab.

  • 1899

    2. April: Er empfängt die Priesterweihe.

  • 1901

    8. Februar: Unter Papst Leo XIII. (1810-1903) wird Pacelli in das päpstliche Staatssekretariat berufen. In der "Kongregation für Außerordentliche Kirchliche Angelegenheiten" sammelt er als Sekretär der "Kommission für die Kodifizierung des kirchlichen Rechts" seine ersten diplomatischen Erfahrungen.

  • 1903-1905

    Innerhalb der kirchlichen Hierarchie steigt Pacelli zum päpstlichen Hausprälaten auf.

  • 1909-1914

    Professur an der Diplomaten-Akademie des Vatikans.

  • 1912

    Juni: Pacelli wird Sekretär der "Kongregation für Außerordentliche Kirchliche Angelegenheiten".
    Er veröffentlicht seine juristische Schrift "Die persönliche und territoriale Geltung der Gesetze, insbesondere im kanonischen Recht".

  • 1914

    Nach Beginn des Ersten Weltkriegs wird Pacelli von Papst Benedikt XV. (1851-1922) mit dem Aufbau einer internationalen Hilfsorganisation für Kriegsopfer beauftragt.

  • 1917

    Nach der Ernennung zum Titular-Erzbischof übernimmt Pacelli die bayerische Nuntiatur in München.
    Pacellis Bemühungen, mit dem Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg die Bedingungen der Reichsregierung für päpstliche Friedensvermittlungen auszuhandeln, scheitern an einer inhaltslosen Antwort der Reichsregierung.

  • 1919

    Während der Münchner Räterepublik vertritt Pacelli weiterhin seine Nuntiatur, obwohl sein Leben von den revolutionären Rotgardisten bedroht wird.

  • 1920-1929

    Als erster Nuntius für das Deutsche Reich fördert er entschlossen die Konkordatspolitik von Papst Pius XI. (1857-1939). Die Verträge sollen das Verhältnis zwischen Kirche und Staat nach dem Krieg neu regeln.

  • 1924

    Pacelli erreicht den Abschluss des Konkordats mit Bayern.

  • 1929

    Pacellis Verhandlungen führen zur Konkordatsunterzeichnung mit Preußen.
    16. Dezember: Pacelli wird zum Kardinal ernannt.

  • 1930

    Pius XI. setzt Pacelli als Kardinalstaatssekretär ein. Damit ist er der rechtliche Stellvertreter des Papstes.

  • 1932

    Pacelli erzielt den Konkordatsabschluss mit Baden.

  • 1933

    Abschluss des Konkordats mit Österreich.
    Er bittet Ludwig Kaas, den Vorsitzenden der Deutschen Zentrumspartei, Kontakt zu Adolf Hitler aufzunehmen. Aus den Erfahrungen mit den Lateranverträgen von 1929 zwischen dem Vatikan und der faschistischen Regierung Benito Mussolinis erhofft sich Pacelli ein ähnliches Abkommen mit den Nationalsozialisten.
    20. Juli: Pacelli handelt mit Franz von Papen das Reichskonkordat aus, das einen Verzicht der politischen Betätigung des Klerus beinhaltet, aber die materielle und institutionelle Stellung der katholischen Kirche im Deutschen Reich sichern soll.

  • 1937

    14. März: In der von Pacelli mitverfassten Enzyklika "Mit brennender Sorge" wendet sich Pius XI. scharf gegen das NS-Regime und verurteilt dessen Kirchen- und Rassenpolitik.

  • 1939

    10. Februar: Pius XI. stirbt.
    2. März: Pacelli wird zum Papst gewählt.

  • 1940

    10. Juni: Italien erklärt Frankreich und Großbritannien den Krieg. Der Inhalt der Lateranverträge verpflichtet den Papst zur Neutralität.

  • 1941

    13. April: In der Osterbotschaft ruft Pius XII. indirekt Hitler dazu auf, die Bevölkerung in den besetzten Ländern menschlich behandeln zu lassen.

  • 1943

    1. September: In einer Radiobotschaft mahnt Pius XII. zur Versöhnung zwischen den Völkern.
    10. September: Nach der Verhaftung Mussolinis und dem Seitenwechsel Italiens besetzt die deutsche Wehrmacht Rom. Zu den Deportationen von katholischen Juden aus Rom schweigt der Papst.

  • 1944

    4. Juni: Die Alliierten befreien Rom.
    24. Juli: Auch nach der Veröffentlichung von Fotos aus Vernichtungslagern erhebt Pius XII. keinen Protest.

  • 1946-1949

    Im Rahmen des päpstlichen Hilfswerks für die Deutschen werden Wäsche, Kleider und Lebensmittel gesammelt.

  • 1949

    Der Papst verkündet seine Haltung gegenüber dem Kommunismus und droht mit der Exkommunikation jedes Katholiken, der den Kommunismus unterstützt.

  • 1950

    Pius XII. erlässt das Dogma von der leiblichen Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel und intensiviert dadurch den Marienkult.

  • 1953

    6. Dezember: Auf dem Nationalkongress der italienischen katholischen Juristen macht Pius XII. in seiner "Toleranzrede" auf die Gegensätzlichkeiten der christlichen Konfessionen aufmerksam, versucht aber das Trennende zu mildern.
    Pius XII. ruft das Marienjahr aus.

  • 1955

    In der Weihnachtsbotschaft warnt der Papst vor einer Entfremdung der europäischen und der aufstrebenden asiatisch-afrikanischen Kulturwelt und weist auf die Werte hin, die Europa jenen Kontinenten noch vermitteln könnte. Das wirtschaftliche und politische Zusammengehen in Europa begrüßt er.

  • 1958

    9. Oktober: Papst Pius XII. stirbt.

Daniel Schmiedke
10. September 2015
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