Werner von Siemens 1816-1892

Ingenieur, Unternehmer

  • 1816

    13. Dezember: Werner Siemens wird als viertes von 14 Kindern des Landwirts und Gutspächters Christian Ferdinand Siemens und dessen Frau Eleonore (geb. Deichmann) in Lenthe bei Hannover geboren.

  • 1822

    Umzug der Familie nach Menzendorf (Mecklenburg).

  • 1832-1834

    Besuch des Gymnasiums "Katharineum" in Lübeck.

  • 1834

    Da ein Universitätsstudium aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, verlässt Siemens ohne formalen Abschluss das Gymnasium in Lübeck, um sich über den Eintritt in die preußische Armee Zugang zu einer ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung zu verschaffen.
    Dezember: Nach erfolgreicher Aufnahmeprüfung wird er als Offiziersanwärter bei der Magdeburger Artillerie aufgenommen.

  • 1835-1838

    Fachausbildung in Mathematik, Physik und Chemie an der Artillerie- und Ingenieurschule in Berlin.

  • 1838-1849

    Artillerieoffizier in der preußischen Armee: Als Sekondeleutnant zunächst Kommandos nach Magdeburg und Wittenberg, ab 1842 zur Artilleriewerkstatt nach Berlin.

  • 1839/40

    Nach dem frühen Tod beider Elternteile kümmert sich Siemens als ältester Sohn um Existenz und Ausbildung seiner jüngeren Geschwister, die er später eng in sein Unternehmen einbindet.

  • 1842

    Erfindung eines neuen Verfahrens zur galvanischen Versilberung und Vergoldung (Galvanoplastik).

  • 1846

    Konstruktion eines zuverlässig arbeitenden Zeigertelegraphen, seiner ersten bahnbrechenden Entwicklung auf dem Gebiet der Telegraphie, den er von dem Feinmechaniker und Unternehmer Johann Georg Halske (1814-1890) bauen lässt.

  • 1847

    1. Oktober: Gemeinsam mit Halske gründet er die "Telegraphenbauanstalt Siemens & Halske" in Berlin.

  • 1848

    Die Firma erhält den ersten staatlichen Großauftrag mit dem Bau einer über 500 Kilometer langen Telegraphenlinie zwischen Berlin und Frankfurt am Main.

  • 1849

    Siemens scheidet aus der Preußischen Armee aus, um sich vollständig auf sein Unternehmen konzentrieren zu können.

  • 1851

    Auf der Londoner Weltausstellung präsentiert Siemens seinen Zeigertelegraphen, der in England patentiert und mit der "Council Medal", der höchsten Auszeichnung der Ausstellungsjury, gewürdigt wird.
    Als Repräsentant des Unternehmens in Großbritannien fungiert sein Bruder Wilhelm Siemens (1823-1883).
    Siemens & Halske erhält den Auftrag für die Errichtung des russischen Telegraphennetzes, das zwischen 1852 und 1855 von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer ausgebaut wird. Die Leitung übernimmt ab 1853 sein jüngerer Bruder Carl Siemens (1829-1906).

  • 1852

    Heirat mit Mathilde Drumann. Aus der Ehe gehen vier Kinder hervor.

  • 1860

    Siemens wird mit der Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Berlin ausgezeichnet. Siemens & Halske beendet die Verlegung eines 5500 km langen Seekabels von Suez über Aden und Maskat bis zur Mündung des Indus. Damit ist der schnelle Nachrichtentransfer zwischen Afrika und Asien gewährleistet.

  • 1862-1866

    Als Abgeordneter der liberalen Deutschen Fortschrittspartei gehört Siemens dem Preußischen Abgeordnetenhaus an.

  • 1865

    Tod seiner Ehefrau.

  • 1866

    Aufbauend auf Arbeiten des englischen Physikers Michael Faraday (1791-1867) entdeckt Siemens das dynamoelektrische Prinzip zur Erzeugung elektrischer Energie.
    Mit Einführung der so genannten Inventurprämie legt er die Grundlage für die heutige Erfolgsbeteiligung der Mitarbeiter.

  • 1867

    17. Januar: Bericht an die Berliner Akademie der Wissenschaften "Über die Umwandlung von Arbeitskraft in elektrischen Strom ohne Anwendung permanenter Magnete" mit dem er die theoretische Grundlage der Starkstromtechnik legt.
    Siemens erhält die Konzession zum Bau der Indo-Europäischen Telegraphenlinie.

  • 1869

    Heirat mit seiner entfernten Cousine Antonie Siemens. Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor.

  • 1870

    12. April: Eröffnung der Indo-Europäischen Telegraphenlinie mit einem Telegrammwechsel zwischen London und Kalkutta.

  • 1872

    Siemens begründet mit der Einführung einer Pensions-, Witwen- und Waisenkasse die betriebliche Altersversorgung in seinem Unternehmen, lange bevor die Sozialversicherung im Deutschen Reich gesetzlich verankert wird. Die Kasse dient gleichzeitig als Mittel, die Loyalität der Mitarbeiter gegenüber der Firma zu stärken.

  • 1873

    Aufnahme in die Königlich Preußische Akademie der Wissenschaften zu Berlin.

  • 1874

    Verlegung des ersten transatlantischen Kabels von Irland nach Kanada.

  • 1877

    Berufung zum Mitglied des neu gegründeten Kaiserlichen Patentamts mit Sitz in Berlin.

  • 1879

    Auf der Berliner Gewerbeausstellung präsentiert Siemens die weltweit erste elektrische Straßenbeleuchtung und die erste elektrische Eisenbahn.
    Mitbegründer und Vizepräsident des "Elektrotechnischen Vereins", der die Einrichtung von Lehrstühlen für Elektrotechnik an Technischen Hochschulen fördert.

  • 1881

    Eröffnung der von Siemens & Halske entwickelten ersten elektrischen Straßenbahnstrecke der Welt in Berlin-Lichterfelde.

  • 1886

    Ernennung zum Ritter des Ordens "Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste" durch Kaiser Wilhelm I.

  • 1887

    Mitglied des Kuratoriums der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin. Neben finanziellen Mitteln stellt er für den Bau des Instituts in Charlottenburg ein Grundstück zur Verfügung.

  • 1888

    In Anerkennung seiner Verdienste für Wissenschaft und Gesellschaft wird Siemens von Kaiser Friedrich III. in den Adelsstand erhoben.

  • 1889

    Er scheidet aus dem Familienunternehmen aus, behält jedoch bis zu seinem Tod weiter bestimmenden Einfluss.

  • 1892

    6. Dezember: Werner von Siemens stirbt in seinem Haus in Charlottenburg bei Berlin.

Dorlis Blume
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