Willy Hellpach 1877-1955

Psychologe, Nervenarzt, Politiker

  • 1877

    26. Februar: Willy Hellpach wird im schlesischen Oels (heute: Olesnica, Polen) als Sohn des Gerichtskalkulators Hugo Hellpach und dessen Frau Agnes (geb. Otto) geboren.

  • 1895

    Hellpach macht am Realgymnasium in Landeshut (Schlesien) das Abitur.
    Er studiert in Greifswald Medizin. Während seines Studiums beschäftigt er sich mit politischen Schriften, vor allem von Ferdinand Lassalle, und mit Schriften über die Psychologie.

  • 1897

    Hellpach schreibt sich in Leipzig zusätzlich für Psychologie ein und studiert bei Wilhelm Wundt (1832-1920).

  • 1899

    Er schließt sein Psychologiestudium mit der Promotion ab und widmet sich der Nervenheilkunde, die er als "Verbindung von medizinischem und psychologischem Können" bezeichnet.

  • 1901

    Staatsexamen der Medizin.

  • 1901-1903

    Hellpach arbeitet in der Psychiatrischen Klinik in Heidelberg.

  • 1903

    Er schließt sein Medizinstudium mit dem Doktortitel ab und wird Assistenzarzt in der Nervenklinik in Berlin.

  • 1904

    Hellpach läßt sich als Nervenarzt in Karlsruhe nieder und wird Privatdozent an der Technischen Hochschule.
    Heirat mit der Kaufmannstochter Olga Klim.

  • 1906

    Habilitation für Psychologie an der Technischen Hochschule mit der Schrift "Grundgedanken zur Wissenschaftslehre der Psychopathologie".

  • 1911

    Hellpach wird außerordentlicher Professor in Karlsruhe.
    Sein Buch "Die geophysischen Erscheinungen" wird veröffentlicht, in dem er sich mit den Umwelteinflüssen auf die menschliche Psyche auseinandersetzt. Es macht ihn auch außerhalb der Fachwelt bekannt und wird später in mehrere Sprachen übersetzt.

  • 1914/15

    Im Ersten Weltkrieg leistet er Kriegsdienst an der Westfront.

  • 1915-1918

    In der Reserve übernimmt Hellpach als Chefarzt die Leitung von Nervenlazaretten. In dieser Zeit entschließt er sich, politisch tätig zu werden.

  • 1918

    Beitritt zur Deutschen Demokratischen Partei (DDP).

  • 1920

    Ordentlicher Professor und Direktor des Instituts für Sozialpsychologie in Karlsruhe.

  • 1922

    Hellpach übernimmt das badische Unterrichtsministerium und erstellt dort das Modell einer Berufsschulordnung.
    Er wird Herausgeber der "Sozialpsychologischen Forschungen".

  • 1924-1926

    Badischer Staatspräsident.

  • 1925

    Hellpach ist Kandidat der DDP für die Reichspräsidentenwahl und erhält dort im ersten Wahlgang 5,8 Prozent der Stimmen.

  • 1926

    Infolge einer politischen Krise legt Hellpach sein Amt als Staatspräsident nieder.
    Ordentlicher Honorarprofessor für Psychologie an der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg.

  • 1928

    Als Reichstagsmitglied kehrt Hellpach noch einmal in die Politik zurück.
    Mitglied des Reichsgesundheitsrats.

  • 1930

    Enttäuscht von der Inhaltslosigkeit der Politik im Reichstag, legt er sein Mandat nieder.

  • 1931

    Sein kulturpsychologisches Buch "Zwischen Wittenberg und Rom" erscheint.

  • 1933

    Seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten zieht Hellpach sich völlig aus der Politik zurück und widmet sich der Ausarbeitung von sozial- und völkerpsychologischen Lehrbuchdarstellungen.

  • 1944

    Hellpach wird Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher, der "Leopoldina".

  • 1945

    Rückkehr nach Karlsruhe, wo er wieder eine Professur erhält.

  • 1947

    Hellpach wird mit der Wundt-Plakette ausgezeichnet.

  • 1949

    Aufgrund seiner wiederaufgenommenen Beschäftigung mit der Kulturpolitik veröffentlich er das Buch: "Pax futura. Die Erziehung des friedlichen Menschen durch eine konservative Demokratie".

  • 1952

    Hellpach erhält das Große Bundesverdienstkreuz.

  • 1955

    6. Juli: Willy Hellpach stirbt in Heidelberg.

(ka/mw)
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