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Die Eiserne Front

Aufgeschreckt durch den Zusammenschluß der NSDAP, der DNVP und des Stahlhelm zur Harzburger Front im Oktober 1931 initiierte das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold die Gründung einer schlagkräftigen republiktreuen Organisation. Ende Dezember 1931 vereinigte sich das Reichsbanner mit dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund (ADGB), der SPD und anderen Verbänden zur "Eisernen Front". Ihr Emblem mit den charakteristischen drei "Freiheitspfeilen" symbolisierte die drei wichtigsten Gegner der Eisernen Front: die Nationalsozialisten, die Kommunisten sowie die konservative "Adelskamarilla".

Die politische Führung der Eisernen Front lag bei der SPD. Dem Reichsbanner fiel die wehrtechnische Leitung zu, die angesichts zunehmender politischer Gewaltakte zwischen nationalsozialistischer Sturmabteilung (SA) und kommunistischem Rotem Frontkämpferbund (RFB) von zentraler Bedeutung war.

Zu keiner Zeit gelang es der Eisernen Front jedoch, eine feste Organisationsform zu entwickeln. Trotz zahlreicher öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungen und Massenaufmärsche konnte die Eiserne Front ihr Ziel, die Weimarer Republik und die Demokratie zu verteidigen, nie verwirklichen. Dem staatsstreichartigen "Preußenschlag" der Reichsregierung unter Franz von Papen im Sommer 1932 stand die Eiserne Front konzeptlos gegenüber. Mit dem Verbot des Reichsbanners und der Gewerkschaften nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 kam auch das Ende der Eisernen Front.

Anja Wulfert
22. Januar 2002

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