Film

Machorka-Muff / Erinnerung im Herzen / Die langen Ferien der Lotte H. Eisner

BRD 1962 R: Jean-Marie Straub, Danièle Huillet, 18' DDR 1965, R: Stefan Jerzy Zweig, 8' BRD 1979, R: Sohrab Shahid Saless, 60'

Tuesday, 04. September 2018, 20.00 Uhr

Zeughauskino

Machorka-Muff

BRD 1962 R: Jean-Marie Straub, Danièle Huillet, B: Jean-Marie Straub, Danièle Huillet nach der Novelle „Hauptstädtisches Journal“ von Heinrich Böll, K: Wendelin Sachtler, Hans Christopher Brüning, D: Erich Kuby, Renate Langsdorff, Gino Cardella, Julius Wikidal, 18‘ · 35mm

Erinnerung im Herzen

DDR 1965, R: Stefan Jerzy Zweig, ohne Dialoge, 8' · DCP, restaurierte Fassung

Die langen Ferien der Lotte H. Eisner

BRD 1979, R/B: Sohrab Shahid Saless, K: Ramin Reza Molai, 60’ · Blu-ray

DI 04.09. um 20 Uhr · Einführung: Ilka Brombach und Tobias Hering

Die drei Filme des Programms verbindet das Bewusstsein von den langen Schatten der NS-Zeit. Vor dem Hintergrund der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik erzählt Machorka-Muff, der erste Film des französischen Kriegsdienstverweigerers Jean-Marie Straub und seiner Partnerin Danièle Huillet, von einem früheren Wehrmachtsgeneral (gespielt von Erich Kuby), der mit Hilfe alter Seilschaften die Gründung einer „Akademie für militärische Erinnerung“ betreibt.

Als Stefan Jerzy Zweig Mitte der 1960er Jahre ein Kamerastudium an der staatlichen Filmhochschule der DDR in Babelsberg begann, war seine eigene Geschichte bereits verfilmt worden: Zweig war das von Mithäftlingen im Konzentrationslager Buchenwald gerettete „Buchenwald-Kind“ in Bruno Apitz' Roman Nackt unter Wölfen, den Frank Beyer 1963 für die DEFA verfilmte. Zweigs Studentenfilm Erinnerung im Herzen begleitet Robert Siewert, einen ehemaligen KZ-Häftling, während einer Gedenkveranstaltung zum 20. Jahrestag der Befreiung Buchenwalds. Wir zeigen die digital restaurierte Fassung, die auch Teil der bei absolut Medien erscheinenden DVD-Edition Babelsberger Freiheiten. Filme der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ 1957–1990 ist.

Kaum jemand hat die westdeutsche Gesellschaft der 1970er und 1980er Jahre so schonungslos analysiert wie der Iraner Sohrab Shahid Saless. Die langen Ferien der Lotte H. Eisner ist das Protokoll einer Begegnung zweier Exilant*innen, die nicht nur die Liebe zum Kino, sondern auch eine innige Hassliebe zu Deutschland verbindet. (th)

Mit Dank an Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, Belva Film, Rowohlt Verlag, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, Filmmuseum München und Westdeutscher Rundfunk Köln.

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