Film

Le Dernier des injustes | Der letzte der Ungerechten

FR/AT 2013, R/B: Claude Lanzmann

Tuesday, 21. July 2020, 19.00 Uhr

Zeughauskino

Le Dernier des injustes | Der letzte der Ungerechten

FR/AT 2013, R/B: Claude Lanzmann, K: Caroline Champetier, William Lubtchansky, Montage: Chantal Hymans, P: Synecdoche u.a., 220‘ · DCP, OmU

DI 21.07. um 19 Uhr + SA 25.07. um 18 Uhr

Im Zentrum von Le Dernier des Injustes steht ein Interview, das Claude Lanzmann für seinen Film Shoah (1985) mit Benjamin Murmelstein geführt hatte. Murmelstein war der letzte der sogenannten Judenältesten im Ghetto Theresienstadt und zuvor Mitglied des „Judenrates“ in Wien. Als Judenrat bezeichneten die Nationalsozialisten die jüdischen Repräsentanten in Gemeinden und Ghettos. Sie waren gezwungen, zur Umsetzung antijüdischer Maßnahmen beizutragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg sah Murmelstein sich daher dem Vorwurf der Kollaboration ausgesetzt. Auch Hannah Arendt stellte in Eichmann in Jerusalem die Frage, ob der Völkermord an den Juden ohne ihr Mitwirken überhaupt in dem geschehenen Ausmaß möglich gewesen wäre.

Das Interview mit Benjamin Murmelstein wurde in Shoah nicht verwendet. Erst knapp dreißig Jahre später kam Lanzmann wieder darauf zurück. Entgegen kritischer Positionen zeichnet Le Dernier des Injustes das Bild eines Mannes, der im Rahmen minimaler Möglichkeiten handelte, um Juden zu retten. Seine Beschreibung der Person Adolf Eichmanns, mit dem er wiederholt zusammenarbeiten musste, deckt sich in keiner Weise mit demjenigen Bild, das in Jerusalem entstanden war. (gl)

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