Film

Torre David & Saving Mes Aynak

Doku.Arts

Sonntag, 27. September 2015, 20.00 Uhr

Zeughauskino

Torre David

YV/CH 2014, R/K: Markus Kneer, Daniel Schwartz, S: Markus Kneer, T: Daniel Schwartz, 23' • DCP, OmeU, Deutschlandpremiere

Saving Mes Aynak

USA/AFG 2014, R/K/S/T: Brent E. Huffman, M: Homayoun Sakhi, 60' • DCP, OmeU, Deutschlandpremiere

SO 27.09. um 20 Uhr

Wiederholung von Torre David: SA 12.09. um 17 Uhr

Wiederholung von Saving Mes Aynak: FR 18.09. um 18.30 Uhr

Der Torre David, ein 45-stöckiger Büroturm in Caracas, ist eine Investitionsruine: Entworfen von dem angesehenen venezolanischen Architekten Enrique Gómez, wurde sein Bau nach dem frühen Tod des Entwicklers und dem Zusammenbruch der venezolanischen Wirtschaft 1994 eingestellt. Über ein Jahrzehnt stand der Wolkenkratzer leer, bis hier illegal Menschen einzogen. Heute dient das Betonskelett mehr als 750 Familien als improvisierte Unterkunft. In Selbstverwaltung leben sie in einer Art vertikalen Dorfgemeinschaft, haben die Ruine nach und nach ausgebaut, Infrastrukturen organisiert und sich mit bescheidensten Mitteln eingerichtet. Es gibt unter anderem ein Geschäft, ein Basketball-Feld, einen Friseursalon, eine Tiefgarage und einen Wächter. Der Turm ist mit anderen Worten zu einer Stadt in der Stadt mit seinen eigenen Strukturen, Regeln und Hierarchien geworden. Wissenschaftler des Urban-Think Tank der ETH Zürich haben die räumliche und soziale Organisation des Ortes über ein Jahr untersucht. Was für andere ein vertikaler Slum, ist für sie ein Labor für urbane Experimente. Der Torre David zeigt ihrer Meinung nach, wie sich Gemeinschaften autonom selbst organisieren und wie sich daraus innovative Impulse für Megacitys weltweit ergeben.

In Mes Aynak im Südosten Afghanistans befinden sich die Ruinen eines Jahrtausende alten buddhistischen Klosterkomplexes, einem Kulturschatz vom Rang Pompejis. Auch wenn bislang erst ein Bruchteil des Geländes mit internationaler Hilfe ergraben wurde, sind bereits einzigartige Funde ans Tageslicht gekommen. Hier kreuzten sich einst nicht nur die Handelsrouten zwischen dem Iran und China, Indien und Afghanistan, sondern hier lagern auch Kupfervorkommen im Wert von 100 Milliarden Dollar. Die Schürfrechte hat die afghanische Regierung – begleitet von massiven Korruptionsvorwürfen – inzwischen an die chinesische Firma MCC verkauft, die nur darauf wartet, mit dem Abbau zu beginnen. Der drohende Krater wird so mehrere Dörfer ausradieren und auch die Ruinen von Mes Aynak dem Erdboden gleichmachen. Bedroht werden die Bewohner zudem von den Taliban, deren Kampfhandlungen sich auf diese Region konzentrieren. Brent Huffmans eindringlicher Film dokumentiert, wie die Archäologen gegen die Zeit, gegen die Landminen und gegen die Ineffizienz der Behörden ankämpfen. Zugleich bezeugt er den Stolz der afghanischen Archäologen, die ihr Kulturerbe bewahren wollen, und stellt ihr behutsames Freilegen der Buddha-Figuren mit feinen Stäbchen, Pinseln und Wattebäuschen den rabiaten Sprengungen der Taliban sowie den ausschließlich profitorientierten Interessen der chinesischen Investoren gegenüber

 

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