Film

Gewalt

Aufbruch der Autorinnen

Sonntag, 15. November 2015, 14.00 Uhr

Zeughauskino

Gewalt

BRD 1970/71, R/B: Helma Sanders-Brahms, K: Alain Derobe, M: Adamo, D: Käthe Rink, Werner Umberg, Angelika Bender, Kaspar von Groote, Helene Echternach, Gianni Zerelli Martinez, Josef Könn, 94‘ · DigiBeta

SO 15.11. um 14 Uhr · Einführung: Erika Richter

Gewalt, der weitgehend unbekannte erste Spielfilm von Helma Sanders-Brahms, ist ganz anders als die in der Reihe präsentierten Filme der 1960er Jahre. Er markiert den Beginn einer neuen Dekade, eine andere Art von (Spiel-)Film, von Realitätsauffassung und Gesellschaftsbezug. Gewalt ist ein Abgesang auf die Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt. Die proletarische Familie wird als ein Hort der Gewalt inszeniert. In Rückblenden wird die Geschichte einer Näherin und eines Rockers erzählt: liebloser erster Sex, ein Abtreibungsversuch mit der Stricknadel. Bei der Hochzeitsfeier wird die schwangere Braut von den Gästen verspottet. Liebe, Zärtlichkeit, Glück, alles Fehlanzeige. Nur ein Einbruch in ein Ferienhaus mit vollem Kühlschrank bringt die Kleinfamilie in Stimmung.

Nach der Auszeichnung von Angelika Urban, Verkäuferin, verlobt bei den Kurzfilmtagen in Oberhausen hatte Helma Sanders-Brahms die Möglichkeit erhalten, einen ersten langen Spielfilm für das ZDF zu realisieren. Das Drehbuch basiert auf einem im Kölner Stadtanzeiger erschienenen Gerichtsbericht über den Mord an einem italienischen Arbeiter, der von einem jungen Paar verübt wurde. „Die politische Lektüre von Gewalt ist Pflicht, aber wodurch sich der Film von Helma Sanders besonders auszeichnet, ist seine Fähigkeit, eine Parallele zwischen der Arbeitswelt und dem Paar herzustellen. (...) Das Mädchen in Gewalt konfrontiert uns mit dem Leidensweg einer Frau." (M.S. Fonseca, Programm der Cineteca Portuguesa, 1984). (sasch)

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