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Das alte Ägypten im Film der NS-Zeit

FilmDokument

Freitag, 15. Dezember 2017, 18.30 Uhr

Zeughauskino

Abschied von Nofretete D 1926, 1‘ · 35mm

König Fuad von Ägypten besucht Berlin D 1929, 3‘ · 35mm

Kairo. Bilder aus der Hauptstadt des jung-ägyptischen Staates D 1934, P: UFA, R: Martin Rikli, K: Carl Hoffmann, 11‘ · 35mm

Tobis-Wochenschau Nr. 17 D 1939, 13‘ · 35mm

Bilder aus Ägypten D 1943, 11‘ · 35mm

Germanen gegen Pharaonen D 1939, P: Bavaria, R: Anton Kutter, 25‘ · 35mm

FR 15.12. um 18.30 Uhr · Einführung in englischer Sprache: Daniel Rafaelic (Croatian Audiovisual Centre, Zagreb)

Wenn von Nazis die Rede ist, die auf der Suche nach den Geheimnissen des alten Ägypten sind: Wer würde da nicht an Indiana Jones denken und an deutsche Wissenschaftler im Dienste der Diktatur? Als Propagandaminister Goebbels 1939 auf einer Urlaubsreise auch Ägypten und die Wüste besuchte, waren jedenfalls auch Kameras anwesend und lieferten Aufnahmen für die Tobis-Wochenschau. Allgemein war das Verhältnis der deutschen Ägyptologie zum NS-Regime nicht frei von Ideologie und Politik. Das fällt umso mehr ins Gewicht, als die deutschen Vertreter des Faches bis 1933 einen hervorragenden Ruf in der Welt genossen. Wie erscheint nun das alte Ägypten im dokumentarischen und propagandistischen Film der NS-Zeit?

Neben der Tobis-Wochenschau und dem im Krieg entstandenen Kompilationsfilm Bilder aus Ägypten (1943) verdient Germanen gegen Pharaonen (1939) besonderes Interesse: Der Film vertritt die These, die arische Kultur sei noch älter als die ägyptische Hochkultur, ja, sie habe diese sogar beeinflusst. Stonehenge in Südengland wird zu diesem Zweck als „urgermanische Kultstätte“ mit der Cheops-Pyramide von Gizeh in Beziehung gesetzt – mit dem Ergebnis, dass sich der nordische Mondkalender als genauer erwiesen habe als der ägyptische. Kerstin Stutterheim bemerkt dazu: „In Germanen gegen Pharaonen ging es vor allem darum, die germanisch-völkische Vergangenheit mit dem Geheimnis einer alten Hochkultur aufzuladen und dabei okkulte Traditionen zu nutzen.“ (Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland, Bd. 3, 2005). (ps)

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