Film

Von Wolfgang Neuss bis Vlado Kristl

Kurzfilmprogramm, 81'

Dienstag, 06. November 2018, 20.00 Uhr

Zeughauskino

Von Wolfgang Neuss bis Vlado Kristl

Das Mannequin BRD 1960, R/B: Bernhard Dörries, K: Wolf Wirth, D: Traudel Mertel, Rashad Khalaf, 15’ · 35mm

Wenn ich Chef wäre ... BRD 1962, R: Hansjürgen Pohland, B: Wolfgang Neuss, K: Wolf Wirth, D: Wolfgang Neuss, Veronika Bayer, Otto Matthies, 36’ · 35mm

Madeleine – Madeleine BRD 1963, R/B: Vlado Kristl, K: Wolf Wirth, M: Erich Ferstl, D: Madeleine Sommer, Elisabeth Holzner, Marika Silbernagl, 12’ · Digital HD

Arme Leute BRD 1963, R/B: Vlado Kristl, K: Wolf Wirth, M: Hans Posegga, D: Vlado Kristl, Udo Lehmann, Christian Doermer, Wolf Wirth, Peter Schamoni, Marran Gosov, 8’ · Digital SD

Autorennen BRD 1965, R/B: Vlado Kristl, K: Wolf Wirth, D: Carl Walter, Miroslav Spanic, Marly Hass, Vlado Kristl, 10’ · DCP

DI 06.11. um 20 Uhr · Einführung: Jan Gympel

Derweil in Das Mannequin wortlos eine Photosession in freier Natur beobachtet und reflektiert wird (Martin Ripkens attestierte in Filmkritik Nr. 5/1963 den „Oberhausenern“ einen „Mannequin-Kult“), geht es in den Kurzfilmen Vlado Kristls gewohnt handfest zur Sache: Sei es ein Tennismatch, das von dem Verehrer einer jungen Dame beobachtet wird (Madeleine – Madeleine), das titelgebende Autorennen, das man in Wahrheit mit Go-Carts austrägt, und erst recht das viele Laufen, Kämpfen, aber auch dekorativ sich Hinlegen in Arme Leute (von dem der Produzent Peter Schamoni eine etwas längere Fassung unter dem Titel Der Topf schuf). Formal wie inhaltlich wüst und rabiat, wirken diese Arbeiten Kristls wie Fingerübungen für sein Magnum opus Der Brief. Schon hier liefert Wirth dazu Bilder, die mal schön-stilisiert und mal mit einer viel in Bewegung befindlichen Handkamera eingefangen sind.

Eine besondere Ausgrabung ist Wenn ich Chef wäre ...: In der ersten Hälfte der sechziger Jahre versuchte Wolfgang Neuss, seine Film­karriere zu forcieren. Natürlich wurde der Berliner auch beim damals wichtigsten deutschen Jungfilm-Produzenten Hansjürgen Pohland vorstellig und spielte später für diesen in Die Tote von Beverly Hills (1963/1964) und in Katz und Maus Hauptrollen. Wenn ich Chef wäre ... war eine Auftragsproduktion des DGB, der ursprünglich mit einem zirka zwanzigminütigen Film fürs Fernseh-Vorabendprogramm darauf hinweisen wollte, wie wichtig Pausen und Urlaub zur Erhaltung der Arbeitskraft sind. Dem Schauspieler und Kabarettisten gelang es, das Projekt als Drehbuchautor und Hauptdarsteller zu einem typischen Neuss-Vehikel (angesiedelt in Berlin und auf Sylt) umzuformen, welches wohl nicht unbedingt den Vorstellungen der Gewerkschaftsfunktionäre entsprach. Auch die Oberhausener Kurzfilmtage 1963 mochten den Streifen nicht zeigen. Fernsehsender und Verleiher verhielten sich ebenso ungnädig, weshalb er kaum aufgeführt wurde und – völlig zu Unrecht – in Vergessenheit geriet. (gym)

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