Film

Die Prinzessin und der Geiger

D/GB 1925, R: Graham Cutts, 95'

Mittwoch, 07. November 2018, 20.00 Uhr

Zeughauskino

Die Prinzessin und der Geiger

The Blackguard

D/GB 1925, R: Graham Cutts, R-Ass., Set Design: Alfred Hitchcock, B: Alfred Hitchcock nach dem Roman The Autobiography of a Blackguard von Raymond Paton, K: Theodor Sparkuhl, D: Jane Novak, Walter Rilla, Bernhard Goetzke, Rosa Valetti, 95‘ · 35mm, dt. ZT

MI 07.11. um 20 Uhr · Begleitet von Günter Buchwald (Klavier und Violine) · Einführung: Michael Wedel

Vorprogramm

Die feindlichen Brüder D 1920, R: Harry Jaeger, 3‘ · 35mm

Bevor Alfred Hitchcock 1926 mit dem Thriller The Lodger seinen Durchbruch feiert, verbringt er seine wichtigsten Lehrjahre 1924/25 in Deutschland. Hier entstehen seine beiden ersten Regiearbeiten, hier schaut er F.W. Murnau in den modernen Babelsberger Ufa-Studios über die Schulter, sieht die „entfesselte Kamera“ in Aktion und beginnt, seine eigene künstlerische Vision zu entwickeln. Ab Herbst 1924 entsteht in Babelsberg auch die deutsch-britische Koproduktion Die Prinzessin und der Geiger, deren melodramatische Geschichte großenteils in den Wirren nach dem Ersten Weltkrieg spielt: Der berühmte Geiger Michael (Walter Rilla) liebt die russische Prinzessin Maria (gespielt vom Hollywoodstar Jane Novak), die nach der Oktoberrevolution um ihr Leben fürchten muss. Michaels ehemaliger Lehrer (Bernhard Goetzke), der nun ein hasserfüllter Bolschewist ist, hat es auf sie abgesehen. Im brennenden Schloss kommt es zum Showdown.

Hitchcock ist an Die Prinzessin und der Geiger in mehreren Funktionen beteiligt. Von ihm stammen das Drehbuch und das stimmungsvolle Set-Design, das die Lichtbild-Bühne denn auch besonders hervorhebt: „In der Technik überhaupt liegt (…) eine Stärke dieses Films (…). Die Bauten von A. Hitchcock sind von einer bildhaften Schönheit und von einem architektonischen Stilgefühl, wie sie besser auch unsere ersten deutschen Meister nicht hätten errichten können. Ganz prachtvoll sind seine englischen Hallen und der Trödelladen der ersten Szenen.“ (5.9.1925) Obendrein ist Hitchcock auch als Assistent des Regisseurs Graham Cutts tätig, der den Film aufgrund privater Eskapaden jedoch nicht zu Ende drehen kann. Sein 25-jähriger Assistent springt ein und führt nun erstmals selbst Regie.

Im folgenden Jahr dreht Hitchcock in München Der Bergadler (The Mountain Eagle) und wird nun auch als selbstständiger Regisseur in der Presse beachtet. Dabei wird auch seine wichtigste Mitarbeiterin und spätere Ehefrau Alma Reville nicht vergessen: „Über alle Hindernisse hinweg lenkt Hitchcocks zäher Wille das Ensemble. Alma Reville nimmt seine Anweisungen auf. Sie übt seit zehn Jahren in englischen Glashäusern Hilfsregie aus und war in England die erste, die diesen Beruf ergriff. So finden von hüben und drüben die Kräfte sich ein, um in gerundeter Zusammenarbeit auf deutschem Boden wiederum einen Film zu schaffen, der wie alle aus jener deutsch-englischen Arbeitsgemeinschaft entstehenden Filme auch seinen Stamm von Auslandspublikum hat und die Beziehungen zwischen dem deutschen und englischen Kino fördern wird.“ (Film-Kurier, 21.11.1925) (ps)

Wir zeigen die vom Bundesarchiv restaurierte deutsche Fassung.

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