Film

Die Büchse der Pandora

D 1929, R: Georg Wilhelm Pabst, 136'

Freitag, 11. Januar 2019, 20.00 Uhr

Zeughauskino

Die Büchse der Pandora

D 1929, R: Georg Wilhelm Pabst, P: Seymour Nebenzahl, B: Ladislaus Vajda nach den Bühnenstücken Erdgeist und Die Büchse der Pandora von Franz Wedekind, K: Günther Krampf, Bauten: Andrej Andrejew, Bohumil Heš, D: Louise Brooks, Fritz Kortner, Franz Lederer, Carl Goetz, Krafft-Raschig, Alice Roberts, Gustav Diessl, Michael von Newlinski, 136‘ · DCP, dt. ZT

FR 11.01. um 20 Uhr · Das Metropolis Orchester Berlin unter der Leitung von Burkhard Götze spielt die Filmmusik von Peer Raben.

Die Amerikanerin Louise Brooks ist eine der Ikonen des Weimarer Kinos. Unsterblich wurde sie als Lulu in Die Büchse der Pandora. Bis heute ist ihr Name ein Synonym für Jugendlichkeit und Rebellion, lustvolle Sexualität und moderne Körperlichkeit, Jazz, Konsum, Amerika. Mit Bubikopf, athletischer Figur und androgyner Aura war Brooks in den Zwanzigerjahren ein Role Model für eine neue Generation von Frauen. Nirgendwo sonst agiert sie so sehr als Projektionsfläche aller möglichen Wünsche und Begierden wie in Die Büchse der Pandora: Als Lulu ist sie eine Femme Fatale, die lächelnd und scheinbar ohne Arglist die Männer bezirzt und ihrem Willen unterwirft. Noch am Tag ihrer Hochzeit findet ihr Mann (Fritz Kortner) einen gewaltsamen Tod, und Lulu wird des Mordes angeklagt, kann aber aus dem Gerichtssaal entkommen. Es beginnt eine Flucht quer durch Europa, die sie am Ende nach London führt, wo sie an Heiligabend einem einsamen Frauenmörder begegnet.

Georg Wilhelm Pabst schuf mit Die Büchse der Pandora einen letzten Höhepunkt des Stummfilms, kurz bevor der Tonfilm die subtile Sprache von Licht und Schatten, von Augen und Gebärden durch etwas Neues, etwas ganz Anderes ersetzte. Die 22-jährige Louise Brooks erscheint in Pabsts Nero-Produktion nicht als Vamp, sondern als eine junge Frau, die sich ihrer Wirkung auf Männer (und Frauen) nicht bewusst ist. Die Suche nach der dafür geeigneten Schauspielerin hatte lange gedauert; 1600 Bewerberinnen wurden geprüft: „Da tauchte der Name von Louise Brooks am Horizont des Filmhimmels auf, und als Pabst den Herren von der Nero einige Filme, in denen Louise Brooks gespielt hatte, vorführte, da gab es nur eine Stimme: die oder keine! (…) Die bange Frage tauchte auf, ob die Paramount ihren Star nach Europa verleihen würde. Aber das Glück, das den Herstellern des Wedekind-Films bisher so grausam feindlich gewesen, strahlte nun plötzlich hell aus den wundervollen Sphinxaugen der Louise Brooks. (…) Zum ersten Mal in der Filmgeschichte kommt ein ganz großer Star aus Amerika nach Deutschland, um hier eine deutsche Charakterfigur der Bühne dem Film zu erobern.“ (12 Uhr Blatt, 11.10.1928) (ps)

Der Eintrittspreis beträgt 10,- Euro.

In Kooperation mit der Europäischen FilmPhilharmonie

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