Film

Mädchen am Kreuz

D 1929, R: Louise Kolm-Fleck, Jakob Fleck

Dienstag, 03. März 2020, 20.00 Uhr

Zeughauskino

Mädchen am Kreuz

D 1929, R: Louise Kolm-Fleck, Jakob Fleck, P: Liddy Hegewald, B: Marie-Louise Droop, K: Nicolas Farkas, D: Evelyn Holt, Ernö Verebes, Wolfgang Zilzer, Fritz Odemar, Valerie Boothby, Gertrud de Lalsky, 77‘ · DCP, dt. ZT

DI 03.03. um 20 Uhr · Eröffnung der Retrospektive · Am Flügel: Richard Siedhoff · Einführung: Nikolaus Wostry

Genüsslich zieht der Vergewaltiger an seiner Zigarette und lacht sein Opfer aus. Ihm gegenüber eine junge Frau, gerade noch niedergeschlagen, jetzt aufgebracht und empört. Da ergreift den Mann die Angst, doch zu spät. Sie drückt ab, tödlich getroffen sackt er zusammen. Verwunderung über ihre eigene Tat spricht aus ihrem Blick, dann Entsetzen. Blond, keusch, engelgleich steht sie da, mit einem schweren Revolver in der Hand. Das ist der Höhepunkt von Mädchen am Kreuz, dessen Heldin von der zarten Evelyn Holt gespielt wird.

Der Film beginnt als heiterer, von Sonne durchfluteter Berlin-Film mit bewegter Kamera und entwickelt sich zu einer packend und effektvoll inszenierten Leidensgeschichte einer missbrauchten Frau. Die innere Wut und Kaltblütigkeit mag dieser Frau fehlen – und dennoch ist sie eine Schicksalsverwandte der Racheengel, die der amerikanische Rape-Revenge-Film in den 1970er Jahre hervorgebracht hat. (ps)

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