Film

Der Eichmann-Prozess in der deutsch-deutschen Medienberichterstattung

Vortrag mit Filmbeispielen

Mittwoch, 22. April 2020, 20.00 Uhr

Zeughauskino

Der Eichmann-Prozess in der deutsch-deutschen Medienberichterstattung

MI 22.04. um 20 Uhr · Vortrag mit Filmbeispielen

Als Adolf Eichmann 1961 in Jerusalem vor Gericht stand, wurde in Deutschland die Berliner Mauer errichtet und mit ihr ein Monument, das die Konfliktlinie des Kalten Kriegs für die kommenden Jahrzehnte wohl kaum deutlicher hätte markieren können. Der Systemgegensatz der beiden deutschen Staaten, ihr Selbstverständnis und ihre Haltung zur NS-Vergangenheit manifestieren sich auch in der Berichterstattung über den Eichmann-Prozess.

Während Hannah Arendt für die US-amerikanische Zeitschrift The New Yorker über den Prozessverlauf in Jerusalem berichtete und in ihren Reportagen unter anderem ihre These von der „Banalität des Bösen“ entwickelte, war es die Schuldfrage – oft verbunden mit Forderungen nach einer stärkeren gesellschaftlichen Aufarbeitung –, die die deutsch-deutschen Berichterstattung über den Prozess dominierte. Immer wieder thematisierten die Beiträge nicht nur Eichmann, sondern auch „die Anderen“, die als ehemalige ranghohe Nationalsozialisten vor allem in der Bundesrepublik wieder oder weiterhin hohe Ämter bekleideten.

Vivien Püschel, Anna Kokenge, Linda Graul, Tabea Georges (Studierende der Public History) präsentieren gemeinsam mit der Filmwissenschaftlerin Judith Keilbach und der Historikerin Irmgard Zündorf die DDR-Dokumentation Eichmann und Andere sowie eine Auswahl von Fernsehbeiträgen aus Ost und West, die offenlegen, wie der Eichmann-Prozess im Kontext des Kalten Kriegs medial instrumentalisiert wurde.

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