Film

Lola Montez

BRD/FR 1955, R: Max Ophüls

Sonntag, 19. Juli 2020, 18.00 Uhr

Zeughauskino

Lola Montès

Lola Montez

BRD/FR 1955, R: Max Ophüls, B: Max Ophüls, Jacques Natanson, Annette Wademant, Franz Geiger, nach dem Roman La vie extraordinaire de Lola Montès von Cécil Saint Laurent, K: Christian Matras, Alain Douarinou, D: Martine Carol, Peter Ustinov, Anton Walbrook/Adolf Wohlbrück, Lise Delamare, Paulette Dubost, Will Quadflieg, Oskar Werner, Ivan Desny, 115‘ / 113‘ · 35mm (FFmeU), DCP (DF)

SO 19.07. um 18 Uhr (frz. Fassung mit engl. UT) + MI 12.08. um 19 Uhr (dt. Fassung)

Was heute als das abschließende Meisterwerk von Max Ophüls’ Karriere gilt war damals ein gigantischer Flop und wurde von den Produzenten, bevor diese pleitegingen, verstümmelt. In Rückblenden erzählt ein Zirkus-Impresario (Peter Ustinov) Episoden aus dem Leben von Lola Montez. Gedreht wurde der Film in einer deutschen und einer französischen Fassung. Wohlbrück spielt in beiden Versionen den sanften Bayern-König Ludwig I. Bei ihm findet die rastlose Kurtisane und Abenteurerin einen wundervollen Moment der Ruhe, ihre Affäre trägt aber auch zu dessen Sturz bei: „Und natürlich: ‚Nadel und Faden’, diese berühmte Episode, wenn Lola sich das Dekolleté vor dem König aufgerissen hat, um ihm zu zeigen, wie gut ihre – offiziell angezweifelte – Figur in Wahrheit ist, dieser Moment, wo alles in der Residenz aufgeschreckt nach der Näherin fahndet, eine großartige Montage, Ophüls-Zauberstab trifft Lubitsch-Touch trifft Wohlbrück-Magic … ‚Nadel und Faden!’ Zwei wortlose halbnahe Aufnahmen von ‚Begehren’ gibt Ophüls dem alternden König. Begehren – im deutschsprachigen Film immer nur ein schweißtriefendes Elend, zu viel, zu gierig, zu hysterisch –, nicht der Sex, der kann ja ruhig exaltiert sein, nein das ‚Erkennen’ des eigenen Begehrens. Wohlbrück spielt nichts. Als sähe er alles in diesem ‚Erkennen’, auch das Ende. Er war der männlichste Mann des deutschsprachigen Kinos.“ (Dominik Graf in Wohlbrück & Walbrook) Jahrzehntelang war der Film nur in verunstalteten Versionen verfügbar. Das Filmmuseum München rekonstruierte die deutsche Fassung 2003, die Cinémathèque française die französische 2008. (fl)

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