Film

Kurzer Prozeß

BRD/AT 1967, R: Michael Kehlmann

Freitag, 06. November 2020, 18.30 Uhr

Zeughauskino

Kurzer Prozeß

BRD/AT 1967, R: Michael Kehlmann, B: Michael Kehlmann, Carl Merz, nach dem Roman Investigations are proceeding von Jeffrey Ashford, K: Karl Schröder, M: Rolf Wilhelm, D: Helmut Qualtinger, Kurt Sowinetz, Alexander Kerst, Gudrun Thielemann, Bruni Löbel, Elisabeth Orth, Walter Kohut, Fritz Eckhardt, Otto Tausig, 101' · 35mm

FR 06.11. um 18.30 Uhr · Einführung: Christoph Fuchs

Im österreichischen Kriminalfilmgenre entwickelte sich in den 1960er-Jahren eine neue Ermittler-Figur, deren Polizeiarbeit als Kommentar zu den sozialen Verwerfungen der Zeit lesbar wird und die sich selbst als kleinbürgerlicher primus inter pares entlarven sollte. Ein Beispiel für so einen Charakter kann man in Michael Kehlmanns Film Kurzer Prozeß von 1967 erleben.

Der aus Wien in die oberösterreichische Provinz strafversetzte Bezirksinspektor Pokorny ist deprimiert und trinkt. Seine Tragik und Rebellion haben nichts mit der Logik eines Maigret oder der Kombinationsgabe eines Sherlock Holmes zu tun. „Ich habe keine Kinder, ich habe keine Frau mehr, die Karriere ist auch im Arsch, dazu dieses miese Kaff." Aber man täusche sich nicht. Trotz dieser Perspektivlosigkeit ist Qualtingers Bezirksinspektor eine personifizierte Kampfansage gegen die bedrückende Enge der Provinz mit ihrer latenten Brutalität. (cf)

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