I.M. Pei ist gestorben

Nachruf

17. Mai 2019

Der chinesisch-amerikanische Architekt Ieoh Ming Pei ist in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 102 Jahren gestorben. Neben Bauten wie der Glaspyramide des Louvre in Paris, der National Gallery of Art in Washington oder der John Fitzgerald Kennedy Presidential Library and Museum in Boston entwarf der 1917 geborene Architekt auch die Ausstellungshalle des Deutschen Historischen Museums. Sie wurde 2003 eröffnet und ist sein einziges Werk in Deutschland. Transparenz, Licht und Bewegung sind das architektonische Programm.

Das für Wechselausstellungen des Deutschen Historischen Museums errichtete Gebäude verfügt über vier Ebenen und ist durch eine unterirdische Passage an das barocke Zeughaus, das die Dauerausstellung des Museums zeigt, angeschlossen. Die Ebenen erlauben den Besucherinnen und Besuchern immer wieder neue und überraschende Ausblicke in das Umfeld. Sichtachsen vermitteln eine architektonische Korrespondenz zwischen dem Bauwerk der Vergangenheit und dem der Gegenwart. In der Dunkelheit ein leuchtender Anziehungspunkt, spiegelt die Glaswand tagsüber die historischen Fassaden der umliegenden Bauten.

Als Schüler von Walter Gropius und Marcel Breuer übernahm Pei in seinen Werken die strenge Sachlichkeit der Bauhaus-Architektur, entwickelte sie jedoch in einer eigenen Formensprache weiter. Weltbekannt sind insbesondere seine Museumsbauten, wie beispielsweise in Doha, Kyoto, Luxemburg oder Suzhou.

Ausstellungshalle