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In ferner Zukunft verschwinden im Umkreis der Weltallstation Margot nach und nach mehrere Forschungs-Raumschiffe auf unerklärliche Weise. Um die Situation in den Griff zu bekommen, verhängt die Erdbasis auf Initiative von Astro-Professorin Maria Scholl ein galaxieweites Flugverbot – sehr zum Missfallen des desillusionierten kosmischen Lastenfahrers Dan und seines älteren Piloten Kun, die sich nach Rückkehr zu ihrem Heimatplaneten sehnen. Als sich trotz Reisesperre ein Raumschiff in Richtung Margot bewegt, erhält das Duo den Auftrag, dem Flugobjekt den Weg zu versperren. Währenddessen wird immer deutlicher, dass die mysteriösen Vorkommnisse mit Scholls undurchsichtigem Kollegen Olo Tal zusammenhängen, der seit langem rätselhaften Funksignalen aus einem Lichtjahre entfernten Sternengebiet auf der Spur ist.

Obwohl der erste DEFA-Vorstoß ins Weltall, Kurt Maetzigs Stanisław Lem-Adaption Der schweigende Stern (1960), ein großer Erfolg war und international vertrieben werden konnte, blieben ostdeutsche Science-Fiction-Filme Raritäten – was unter anderem daran lag, dass die genrecharakteristischen Special Effects und aufwändigen Sets innerhalb der Produktionsmöglichkeiten des Studios nur schwer realisierbar waren. Eolomea entstand in Zusammenarbeit mit Mosfilm und dem bulgarischen Kinozentrum Bojana auf 70mm und mit einem internationalen Cast, der von DEFA-Stars wie Manfred Krug nachsynchronisiert wurde. Die All-Sequenzen orientieren sich optisch, bis hin zu den markanten psychedelischen Lichtkorridoren, an Stanley Kubricks enorm einflussreichen 2001: A Space Odyssey (1968). Gegenüber vorgängigen DDR-Weltraum-Werken rückt Eolomea den inner space seiner Figuren stärker in den Fokus, deutet psychologische wie philosophische Konflikte zumindest an und integriert eine in Rückblenden erzählte Romanze in den gemächlich sich entfaltenden Raumfahrt-Plot.

Gemeinsam waren den wenigen Filmen des DEFA-Science-Fiction-Zyklus hingegen eine eher skeptische Haltung gegenüber Kosmoserschließungs-Phantasien sowie Geschichten, die um technische Konflikte, Kommunikationsschwierigkeiten und ungelöste Mysterien zirkulieren – landesintern wurden sie kurioserweise dennoch als „utopische Filme“ geführt. (Christian Lenz)