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Einführung am 01.09.: Kamil Moll

Takahisa Zeze assistierte zunächst bei drei auf ein schwules Publikum zugeschnittenen Produktionen des Pink-Studios Shishi Pro, bevor 1989 mit Kagai jugyō: Bōkō sein erster eigener Langfilm veröffentlich wurde. Schon dieses Debüt machte deutlich, dass der mit politisch engagiertem Protestkino sozialisierte Regisseur angetreten ist, den künstlerischen Spielraum des Produktionskontexts auf besondere Weise zu nutzen: In den Erotikfilm-Rahmen trägt Zeze die tragische Liebesgeschichte zwischen einem Angehörigen der koreanischen Minderheit und einer taiwanesischen Prostituierten ein und wendet sich auf zuvor beispiellos offensive Weise der Ausgrenzung zu, die verarmte asiatische Migrantenmilieus in Japan erfahren – ein Problemkomplex, der den Filmemacher im Laufe seiner Karriere immer wieder beschäftigen sollte.

Schauplatz ist eine weder ganz dem Land noch Wasser zugehörige Pfahlbausiedlung in der Nähe des Flughafens Tokio-Haneda, eine allegorisch aufgeladene Niemandsland-Kulisse, wie man sie ebenfalls in zahlreichen Zeze-Folgewerken findet. Bekannt ist der Film auch unter dem Alternativtitel Goodluck Japan – die letzten Worte einer koreanischen Sexarbeiterin, bevor sie sich am Ende des Films in den Kopf schießt. (chl)

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