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Irgendwo in der weiten amerikanischen Provinz träumt Sue von einer Karriere als Hollywoodstar. Als sie ein Preisausschreiben gewinnt und schließlich in Kalifornien ankommt, ist dort alles etwas anders als gedacht. Sie arbeitet im Kostümfundus eines Studios, stolpert als Komparsin durch Filmaufnahmen und wird von Löwen gejagt. Ausgangspunkt der komischen Turbulenzen ist die großartige Mabel Normand (1892-1930), eine der populärsten Slapstick-Schauspielerinnen, deren Extra Girl sich – wie auch Stage Struck und Show People – selbstironisch um die Illusion von Ruhm und Glück in Hollywood dreht.

Der sonst sehr beherrschten Berliner Börsen-Zeitung entlockte Normands Schauspiel eine kleine Liebeserklärung: „Bei aller Drolerie der Mabel Normand hat der Film eine ausgesprochene menschliche Note. (…) Mabel Normand, mit deinem Ramschhütchen, das immer ausschaut, als wolle es nun auf eigene Faust deine Tricks spielen, dein Lachen verrät, daß du auch gut weinen kannst und – wir glauben dir beides.“ (26.2.1925) Bereits seit Anfang der 1910er-Jahre in der Filmbranche aktiv, waren es vor allem die kurzen Mack-Sennett-Produktionen mit den Keystone Cops, Charlie Chaplin und „Fatty“ Arbuckle, in denen Normand zu komödiantischer Höchstform auflief und öfter auch Regie führte. Skandale und Krankheit führten dazu, dass Normand bereits 1927 ihre Karriere beenden musste. Im Alter von nur 37 Jahren starb sie 1930 an Tuberkulose. (fl)