Logo und Schriftzug des Deutschen Historischen Museums und eine Ansicht der neuen Ausstellungshalle von I.M.Pei neben dem Zeughaus
German Historical Museum
 
  Ausstellungen

 

REIHE "FOTOGALERIE IM PEI-BAU"

Auf den Straßen von Berlin
Der Fotograf Willy Römer 1887 - 1979

Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums
Ansprechpartner DHM: Dr. Dieter Vorsteher

27. Oktober 2004 bis 27. Februar 2005
in der Ausstellungshalle von I.M.Pei

Willy Römer hat ein beeindruckendes Archiv von Fotografien hinterlassen und war doch als Fotograf bislang fast unbekannt. Obwohl einige seiner Aufnahmen vor allem aus den Revolutionsjahren 1918/19 Eingang in die Geschichtsbücher über das 20. Jahrhundert gefunden haben und darüber vielen Menschen bekannt sind, ist er als Urheber fast nie namentlich genannt worden. Das lag zum einen daran, dass er als indiviueller Bildautor hinter dem Namen seiner Firma “Photothek” verschwand, solange diese existierte. Zum anderen daran, dass viele jüngere Mitarbeiter von Redaktionen und Bildagenturen ihn nicht kannten oder glaubten, er sei wie so viele seiner Kollegen im Krieg oder kurz danach gestorben. “Was, sie leben noch? Wir haben doch schon vor vierzig Jahren aktuelle Bilder von Ihnen bezogen!” musste er sich sagen lassen, wenn er sich in Erinnerung brachte und auf Honorierung bestand. Sein Bildarchiv konnte vor allem deshalb bis heute gerettet werden, weil er selbst so alt wurde und den Bestand zusammenhielt.

Der Nachlass des Fotografen Willy Römer und seiner Pressebildfirma Photothek umfasst die gesamte Geschichte der Weimarer Republik von der Novemberrevolution 1918 bis zum Reichstagsbrand 1933. In über 7.000 Aufnahmen sind die wesentlichen Repräsentanten der ersten deutschen Republik porträtiert. Die Firma Photothek Römer & Bernstein wurde eine der wichtigsten Pressebildfirmen der Weimarer Republik. Sie bestand von ihrer Gründung im Februar 1920 bis zu ihrer Schließung durch das NS-Regime am 30.09.1935. Die Firma war schon im April 1933 als „Judenfirma” denunziert worden, weil Walter Bernstein jüdischer Abstammung war.

Die Ausstellung im DHM ist eine umfassende Werkschau und zeigt neben den Pressefotos von den großen politischen Ereignissen der wechselvollen Jahre von der Kaiserzeit bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges mit gleicher Gewichtung seine leiseren, stimmungsvollen, dokumentarischen Bilder vom Leben auf den Straßen seiner Heimatstadt Berlin.
Die Fotos von Willy Römer, der im Handwerkermilieu am nördlichen Stadtrand Berlins aufgewachsen ist, erlauben uns heute einen faszinierenden Blick auf das alltägliche Leben und Arbeiten der Menschen in der Großstadt Berlin vor ihrer Zerstörung. Sein besonderes Interesse galt dem Leben auf den Straßen, den spielenden Kindern und fliegenden Händlern.

In seinen Bildern offenbart sich eine Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen: Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts lief das Leben auf den Höfen und Gassen noch fast wie vor 600 Jahren ab. In den letzten Handwerksbetrieben wurden noch Nägel geschmiedet oder Wagenräder hergestellt wie vor Jahrhunderten. Häuser wurden noch Stein auf Stein gemauert wie im Mittelalter, gleichzeitig entstanden jedoch die ersten Plattenbauten und Hochhäuser aus Stahl und Glas. Römer hat beides fotografiert: den Abschied von den alten Produktions- und Lebensweisen und die Erscheinungen der neuen Zeit im Stadtbild der Metropole Berlin – Schnellbahnen, Leuchtreklame, Verkehrsregelungen, Telefon und Radio, Flugzeuge und Zeppelin-Luftschiffe.

Bei einem großen Teil der ausgestellten Fotos handelt es sich um Originalabzüge aus dem Arbeitsarchiv Willy Römers. Zudem werden neue Vergrößerungen von den Glasnegativen und einige Apparate, Arbeitsmaterialien, Dokumente und Veröffentlichungen gezeigt.

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Katalog: Auf den Straßen von Berlin. Der Fotograf Willy Römer 1887–1979, ca. 400 Seiten mit über 300 S/W-Abbildungen (Novatone), herausgegeben von Prof. Dr. Diethart Kerbs zum Preis von 25 €.
ISBN 3-86-102-131-5
Buchhandelsausgabe: DruckVerlag Kettler, Bönen. ISBN 3-937390-31-6


Fachkonferenz:
Großstadtfotografien in Europa 1888 — 1938, 12. und 13. November 2004
Link: Programm und Anmeldung zur Fachkonferenz
Anmeldungen zur Fachkonferenz unter: tagungsbuero@dhm.de


Öffentliche Führungen
Samstag, Sonntag, Montag um 16 Uhr,
So auch um 12 Uhr.
Gruppen nach Voranmeldung Tel: 030 – 2030 4750
email: fuehrung@dhm.de

ACHTUNG:
Für Schulklassen mit angemeldeter Führung öffnet die Ausstellung vor den Weihnachtsferien (ab 13.12.04) und vor den Winterferien (ab 17.01.05) um 9.00 Uhr! Erfahrungsgemäss kann es vor den Ferien zu Engpässen in den Ausstellungsräumen und damit zu Wartezeiten kommen!