Pferdeverkauf im Dorf


Portr„t einer Frau (Frau des Knstlers)


Vier Supraporten mit goldenen Medaillons und Putten


Familienbild (Baron Geymller mit Frau und Kindern)


Almosenempf„nger


Blumenstillleben


Inneres einer Kirche mit Staffage


Kirche und Ruinen eines Haus


St. Bavo in Haarlem


Faschingstreiben


Sch„fer mit Herde bei aufziehendem Gewitter


Tafel mit Johannes dem T„ufer und stehenden Heiligen


Spinnerin und Fl”tenspieler in abendlicher Landschaft


Frau am Schreibtisch


Kniender Ritter vor einem Dogen und einem Bischof mit Gefolge


Vornehmer Knabe bl„st Seifenblasen


Felsenlandschaft mit H”hlen und Staffage


Venus und Amor in einem Gew”lbe mit Rstungen und Kunstwerken


M„nnliches Bildnis in Schwarz mit Spitzkragen


Die umgestrzte Heufuhre


Heilige Klara und Elisabeth


Frauenopfer vor einem Rundtempel (Vestalinnen)


Achill am Grabe des Patroclus (Patroklos)


Bildnis eines Herren in Schwarz mit weiáem Radkragen


Junger Mann und M„dchen beim Wein in einer Gartenwirtschaft


Atelier-Stillleben


Joseph als Traumdeuter

Angelika Enderlein, Monika Flacke, Hanns Christian Löhr
Datenbank zum "Sonderauftrag Linz"

translation
Das Deutsche Historische Museum (DHM) stellt in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) diese Bild-Datenbank zum "Sonderauftrag Linz" mit der zur Zeit bestmöglichen Vollständigkeit ins Netz. Sie zeigt Bilder, grafische Werke, Skulpturen, Möbel, Porzellan und Tapisserien, die Adolf Hitler und seine Beauftragten vom Ende der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts bis 1945 hauptsächlich für ein in Linz geplantes Museum aber auch für andere Sammlungen kauften oder aus beschlagnahmten Besitz übernahmen.

Der hier erfasste Bestand umfasst knapp 6700 Werke, darunter Konvolute. Diese wichtige Sammlung beschreibt in einem Teilsegment NS-Kunstpolitik. Die Veröffentlichung der Linzer Sammlung im Netz ist ein wichtiger Baustein für die NS-Forschung. Bundesarchiv, BADV und das DHM stellen mit dieser Datenbank Quellen zur Verfügung, die der Provenienzforschung helfen sollten, den Komplex der NS-Kunstpolitik zu erfassen. Eine Hoffnung, die an die Veröffentlichung dieser Datenbanken geknüpft wird, ist, bei der Ermittlung von bis heute ungeklärtem Kunstraub hilfreich zu sein.

Zur Geschichte der Linzer Sammlung

Erste Überlegungen, eine Galerie zu bauen, hatte es wohl schon vor 1939 gegeben, denn der Grundstock zur Sammlung entstand durch Ankäufe, die Adolf Hitler vor diesem Datum unternommen hatte. Er schätzte vor allem die deutsche und österreichische Malerei des 19. Jahrhunderts. Um die ehrgeizigen Pläne für ein Kunstmuseum realisieren zu können, gründete er am 21. Juni 1939, kurz vor Kriegsbeginn, den "Sonderauftrag Linz". Hitler ernannte an diesem Tag Dr. Hans Posse, den Direktor der Dresdner Gemäldegalerie, als "Sonderbeauftragten" für das geplante "Führermuseum" in Linz1.
Aus diesem Grunde hatte der Sonderauftrag seinen Verwaltungssitz in Dresden. Mit der Berufung Posses änderte sich der Sammelschwerpunkt. Im Gegensatz zu Adolf Hitler legte der professionelle und renommierte Kunsthistoriker den Schwerpunkt auf frühe deutsche, niederländische, französische und italienische Malerei. Plan 1 Plan 2
Nach Posses Tod übernahm 1943 nach einer Interimszeit, in der Robert Oertel und Gottfried Reimer den Sonderauftrag geleitet hatten, Hermann Voss den Aufbau der Sammlung. Er konzentrierte sich schwerpunktmäßig auf französische und italienische Malerei. Die Sonderbeauftragten sammelten Hunderte von Kunstwerken, die sie auf dem internationalen Kunstmarkt erwarben oder beschlagnahmten jüdischen Sammlungen entnahmen. Bis 1945 kamen ungefähr 1600 Werke aus solchen Beschlagnahmungen zum Sonderauftrag.

Die im "Dresdener Katalog" registrierten und zum größten Teil im "Führerbau" in München eingelagerten Kunstwerke unterstanden der Parteikanzlei der NSDAP, d.h. Hitler und seinen Sonderbeauftragten direkt. Der Einsatzstab des Reichsministers Alfred Rosenberg, auch Hermann Göring und andere hatten keinen Zugriff auf diesen Bestand.

Da das Museum nach dem Krieg gebaut werden sollte, Hitler aber einen Eindruck der Sammlungen und einen Einblick in die Möglichkeiten einer zukünftigen Gestaltung der Ausstellung erhalten sollte, wurden sogenannte Führer-Alben angelegt. In diesen Alben, die mit dem wachsenden Bestand fortgeschrieben wurden, befinden sich in einer Auswahl Reproduktionen der bedeutenden Bilder. Von den ursprünglich 32 Alben befinden sich heute 19 als Dauerleihgabe des Bundesamtes für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen im Bestand des Deutschen Historischen Museums. Elf Alben gelten als vermisst. Ihr Inhalt konnte jedoch zum größten Teil rekonstruiert werden.2. Ob die dort verzeichneten Bilder tatsächlich in der späteren Dauerausstellung einen permanenten Platz gefunden hätten, ist nicht belegt. Gleichwohl geben die Alben auch heute noch einen guten Einblick in Umfang und Qualität der Sammlungen. Ein weiterer Katalog mit 74 Fotos von Bildern aus der privaten Sammlung Hitlers befindet sich heute in Washington/DC. 3.

Mit dem Ende des Krieges lösten die Alliierten Siegermächte die Sammlung auf. Sie bemühten sich, die Verbrechen des nationalsozialistischen Kunstraubes in Ost und West aufzuarbeiten und die Werke in die Herkunftsländer zurück zu übertragen. Grundlage hierfür war die sogenannte "Deklaration von London" aus dem Jahre 1943, die alle deutschen Kunstkäufe in den besetzten Ländern für nichtig erklärte. Die meisten Kunstwerke wurden aus dem Bergwerk Altaussee und anderen Auslagerungsorten in den Central Collecting Point München überführt. Dort wurden alle Objekte registriert und viele Gegenstände auch noch einmal fotografiert. Oftmals verwendeten die alliierten Kunstschutz-Offiziere aber auch Foto-Materialien, die aus der Zeit vor 1945 stammten. So sind in dieser Datenbank viele Fotos wiedergegeben, die noch vom Sonderauftrag Linz angefertigt wurden (Die originalen Fotos sind am weißen Rand zu erkennen).

Dieses erfolgte nach den Grundsätzen der inneren und äußeren Restitution im Rahmen von Wiedergutmachungsverfahren durch die westlichen Militärregierungen. Die Kunstwerke wurden im Ausland in vielen Fällen jedoch nicht automatisch an ihre ursprünglichen Besitzer zurückgegeben, wenn sie nach damaligem Rechtsverständnis nicht als geraubt galten.

Im September 1949 übergaben die Amerikaner die Verantwortung für die Restitution dieses Bestandes an die deutschen Behörden. Zunächst wurde die Verwaltung dem Bayerischen Ministerpräsidenten und bald darauf dem Kanzler der Bundesrepublik Deutschland übertragen. Im Februar 1952 übernahm das Sonderreferat "Treuhandverwaltung von Kulturgut beim Auswärtigen Amt" (TVK) die Restbestände des ehemaligen Collecting Points in München und restituierte weitere Kunstwerke.

Zehn Jahre später kam es zur Auflösung der TVK. Die bis zu diesem Zeitpunkt noch verbliebenen Objekte wurden 1963 an den Bundesschatzminister übertragen. Seither verwaltet eine nachgeordneter Behörde des Bundesfinanzministeriums - anfangs war es die Oberfinanzdirektion (OFD) München, heute ist es das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) Berlin - diesen Bestand.

Ende 1964 berief der Bundesschatzminister eine Sachverständigen-Kommission ein, die über die Museumswürdigkeit der Kunstwerke entschied. Aufgrund ihrer Empfehlung gelangte ein Großteil der Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Bücher und Münzen als kostenlose Dauerleihgaben an deutsche Museen. Ein weiterer Teil dieses Kunstbestandes ist an Ministerien und deren nachgeordneten Behörden verliehen. Die Gleichsetzung der Werke aus dem "Sonderauftrag Linz" mit den Objekten im Bundesbesitz wird immer wieder in der Literatur behauptet, tatsächlich stellen die Objekte aus dem "Sonderauftrag" nur einen Teil dieses Bestandes dar.

In der "Washingtoner Erklärung" von 1998 verpflichteten sich öffentliche Einrichtungen in 44 Ländern, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, ihre Kunstbestände zu überprüfen. Es begann eine erneute systematische Untersuchung der im Zeitraum von 1933 bis 1945 erworbenen Werke. Dies betraf auch Kunstwerke des "Sonderauftrag Linz". Im Zuge dieser Selbstverpflichtung legten die Regierungen von Deutschland, Frankreich, Österreich und den Niederlanden, um nur einige zu nennen, offen, welche Kunstwerke aus der ehemaligen Sammlung des Sonderauftrages sich heute noch neben anderen Objekten, z.B. aus dem CCPs, im Besitz ihrer Länder befinden. In Auszügen werden diese auf verschiedenen Portalen im Internet gezeigt. Einen Überblick über die verfügbaren Portale bietet die Datenbank der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste  "www.lostart.de".

In Deutschland begannen im Mai 2000 nach der Gemeinsamen Erklärung der Bundesregierung, der Bundesländer und kommunalen Spitzenverbände von 1999 die Provenienzrecherchen zu denjenigen Objekten, die sich in öffentlichen Einrichtungen befinden und die im "Dritten Reich" erworben worden sind.

Die Recherchen zu denjenigen Objekten, die sich im heutigen Bundesbesitz befinden, zu denen auch zahlreiche Werke aus der ehemaligen Linzer Sammlung gehören, obliegt dem Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV). Für die Kunstwerke, bei denen nach einer erneuten Recherche ein verfolgungsbedingter Vermögensverlust in der Zeit des Nationalsozialismus festgestellt wird, ist auch dann eine Rückgabe vorgesehen, wenn der Vermögensgegenstand nicht zuvor von den Berechtigten bzw. deren Erben beansprucht wurde. In solchen Fällen bemüht sich das BADV, die Erbberechtigten zu finden. Eine Auswahl der bisherigen Ergebnisse wird in der Datenbank des BADV vorgestellt.


Die dunklen Methoden des Kunsterwerbs

Die historische Besonderheit der Linzer Sammlung im Verhältnis zu anderen Kunstsammlungen zeigt sich durch die Art der Aneignung der Kunstwerke. Hitler hatte für Deutschland und das Ausland gewaltige Beschlagnahmungen von Kunstwerken befohlen und beaufsichtigte diese Maßnahmen. Die Verwaltung der beschlagnahmten Güter überließ er nach dem Prinzip "teile und herrsche" mehreren Personen mit deren Institutionen. Diese waren Reichsminister Alfred Rosenberg; Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin Bernhard Rust; der Generalgouverneur für Polen, Hans Frank und der Chef der SS, Heinrich Himmler. Alfred Rosenberg kontrollierte die umfangreichen Beschlagnahmungen aus den westlichen und östlichen Besatzungsgebieten. Die zahlreichen österreichischen Beschlagnahmungen aus jüdischem Besitz verwaltete das Wiener Institut für Denkmalpflege, das dem Reichsminister für Wissenschaft Erziehung und Volksbildung in Berlin unterstand.5. Das Institut befand sich zusätzlich noch unter der fachlichen Aufsicht der Leiter des Sonderauftrages. Frank kontrollierte die Beschlagnahmungen aus Polen und Himmler die Werke, welche die SS geraubt hatte. Himmler und Frank konnten über ihre Beschlagnahmungen unabhängig vom Sonderauftrag verfügen. Auch Rosenberg verteidigte seinen Herrschaftsbereich bis zum Ende des Krieges erfolgreich gegen die Interessen von Hermann Voss und der Parteikanzlei.
6.
Ohne Zweifel gab es einen umfangreichen nationalsozialistischen Kunstraub, der von Hitler befohlen worden war. Hieraus kann aber nicht zwingend geschlossen werden, dass alle gestohlenen Werke auch für seine Museumsplanungen vorgesehen waren. Nach heutigem Forschungsstand befanden sich 1945 nachweislich 1596 beschlagnahmte Werke aus Deutschland, Österreich, Frankreich sowie Tschechien und ganz vereinzelt auch aus Polen und Russland in der Sammlung des"Sonderauftrages Linz". Die Objekte aus Deutschland stammten in der Regel aus Konfiskationen der Gestapo und der Oberfinanzpräsidenten, 64 Kunstwerke kamen aus Frankreich. Aus dem Bestand der ausgedehnten Wiener Beschlagnahmungen wählte Hans Posse 1475 Objekte definitiv aus. Inwieweit 65 ausgewählte Werke aus der beschlagnahmten polnischen Sammlung Lanckoronksi tatsächlich zum Sonderauftrag kommen sollten, ist dagegen bis heute ungewiss7. Von den knapp 6700 Werken sind rund 4100 Werke über den Kunsthandel oder direkt aus Privatbesitz erworben worden. Der Rest der Ankäufe rekrutierten sich auch aus Zwangsverkäufen, kamen von anderen nationalsozialistischen Dienststellen oder lassen sich bisher nicht zweifelsfrei zurückverfolgen.

Bei allen angekauften Werken besteht die Möglichkeit, dass sie aus beschlagnahmten Vermögen stammten, legal oder unter Zwang verkauft werden mussten. Es kann also durchaus sein, dass vom Kunsthandel verkaufte Bilder aus unrechtmäßig entzogenem Vermögen stammen. Der deutsche und internationale Kunstmarkt profitierte in den Jahren zwischen 1933 und 1945 von den Verkäufen jüdischer Bürger, die aus Deutschland und den besetzten Gebieten fliehen mussten.8 In welchem Maße dabei solches durch den Kunsthandel weitergereichte "Fluchtgut" auch in der Sammlung des Sonderauftrages Linz inventarisiert wurde, wird die Forschung in den nächsten Jahren beschäftigen.

Die Datenbank



In der Bilddatenbank des Deutschen Historischen Museums finden sich auf fast 6700 Datensätzen Angaben zu den Kunstwerken, die zwischen 1939 und 1945 für den "Sonderauftrag Linz" gesammelt wurden. Fast alle Werke, die der Sonderauftrag erwarb, können mit Fotografien belegt werden. So ermöglicht die Bilddatenbank erstmals einen Blick auf die Kunstwerke, die Adolf Hitler, Hans Posse und Hermann Voss sammelten.

Erste Quelle für diese Datenbank waren die Angaben, die sich zu den einzelnen Werken in der "Führerbau-Datei" in München befinden. Diese zunächst handgeschriebene Datei, deren Anfänge seit 1938 belegt sind, wurde im Parteigebäude am Münchener Königsplatz für die dort eingelagerte Sammlung angelegt. Im Laufe der Jahre wurden die Angaben in dieser Datei erweitert und verfeinert. Diese "Führerbau-Datei" diente später als Grundlage für den sogenannten "Dresdener Katalog" des Sonderauftrages9 und folgt in der Nummernfolge der Münchener Vorläufer-Datei. Der "Dresdener Katalog" befindet sich heute im Bundesarchiv. Die in ihm gelisteten Werke tragen eine sogenannte "Linz-Nummer", die der ursprünglichen Nummerierung der "Führerbau-Datei" entstammt. Im "Dresdener Katalog" und damit in der Datenbank befinden sich nachweislich mindestens vier Bilder, die aus der Privatsammlung Hitlers stammten und an den Sonderauftrag übergeben wurden. Zettel auf der Rückseite der betreffenden Werke lassen vermuten, dass dieses "Privateigentum des Führers" mindestens 751 Gegenstände umfasste10.

Das ursprüngliche Inventar der Sammlung

In dem "Dresdener Katalog", so die historischen Quellen, sind nicht alle Werke gelistet, die zum "Sonderauftrag Linz" gehören. So befinden sich die meisten Werke, die aus den Beschlagnahmungen von jüdischem Kunstbesitz in Wien stammten, nicht in diesem Katalog. 11. Hermann Voss inventarisierte, vermutlich kriegsbedingt, zahlreiche Erwerbungen nicht mehr. Die bundesdeutschen Verwalter der Linzer Sammlung fassten diese Erwerbungen erst 1952 im sogenannten "Linz-Anhang" zusammen. In dieser Zeit erfolgte auch eine neue Abschrift des "Dresdener Kataloges". In sie flossen nun alle Erkenntnisse über die Herkunft der einzelnen Werke, welche die alliierten und deutschen Dienstellen nach 1945 ermitteln konnten. In die vorliegende Datenbank wurden noch einige weitere Datensätze von Gemälden hinzugefügt, die sich aufgrund von Dresdener und anderen Überlieferungen als Teile der Sammlung des "Sonderauftrages Linz" identifizieren ließen. Ihren Ankauf belegt die sogenannte "Wiedemann-Liste", die der Rechnungsführer des Sonderauftrages in Dresden zwischen 1942 und 1945 erstellte.12. Der "Dresdener Katalog" und sein "Linz-Anhang" sowie die "Wiedemann-Liste" sind somit die Quellen und damit das unmittelbarste und umfassendste Zeugnis für die Linzer Sammlung. Weitere Inventare des Sonderauftrages, in welche die umfangreichen Wiener Beschlagnahmungen aufgenommen wurden, befinden sich darüber hinaus im Bundesarchiv Koblenz


Die Suche nach den Eigentümern

Erste Nachforschungen nach den rechtmäßigen Eigentümern unternahmen die Alliierten im Central Collecting Point München. Die Erkenntnisse ihrer Bemühungen fassten sie im sogenannten "Linz-Report" zusammen.13. Die TVK wertete die umfangreiche Korrespondenz des Sonderauftrages aus, welche die amerikanische Besatzungsmacht auf Mikrofilm aufnahm.14. Inhaltsverzeichnis Konkordanz
Die Ergebnisse der unterschiedlichen Forschungen zu den Voreigentümern der Kunstwerke des "Sonderauftrages Linz" sind, soweit zugänglich und bekannt, in der vorliegenden Datenbank erfasst. In dieser Datenbank gibt es nur die Informationen, die den Akten des Sonderauftrages und der Literatur entnommen werden können. Insofern ersetzt diese Datenbank keine Provenienzforschung. Bei den Angaben zu den Voreigentümern des Sonderauftrages folgt diese Datenbank im Kern den Angaben des "Dresdener Kataloges". Dabei wurde besonders die Überlieferung von Werken vermerkt, die eine ungeklärte Provenienz haben, d.h., deren Vorbesitzer nicht bekannt sind oder durch einen unrechtmäßigen Erwerb (Beschlagnahme und Zwangsverkauf) in die Sammlung kamen. Auch wurde erst die Überlieferung ab 1938 verzeichnet. An einigen Stellen stehen die Angaben des "Dresdener Kataloges" jedoch im Widerspruch zu den Ergebnissen der Nachforschungen in Frankreich und den Niederlanden.


Die Datenbank folgt in der Regel den deutschen Überlieferungen. In ihr wurden auch Angaben zu den zahlreichen grafischen Werken mit aufgenommen, die im sogenannten "Linz-Anhang" verzeichnet sind. Viele dieser Werke befinden sich heute noch im Besitz des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Sammlungen Dresden und werden dort wissenschaftlich betreut15Zudem gab es noch umfangreiche Beschlagnahmungen von Waffen, Münzen und Büchern, die für besondere Sammlungen des Museums vorgesehen waren, aber von Hitlers Beauftragten noch nicht in Dresden katalogisiert wurden.16.

Hilfsmittel für die Forschung
Die vorliegende Datenbank ist also nicht das Ergebnis einer eigenständigen Provenienz-Forschung, sondern wertet allein die bisher bekannten Vorgeschichten zu den einzelnen Kunstwerken aus. Mit ihr entsteht aber ein Instrumentarium, das zur Identifizierung von Werken dienen kann, die bis heute nicht als Zwangsverkäufe erkannt sind. Die Daten des Kataloges können es in Verbindung mit anderen Dokumenten (Versteigerungskatalogen etc.) auch ermöglichen, unter den Werken des Sonderauftrages weitere Objekte zu identifizieren, die als Beschlagnahmungen gelten müssen. Zudem erlaubt sie Kunstwissenschaftlern den Blick auf Bilder, die nach 1945 wieder an private Besitzer zurückgingen und seitdem nicht öffentlich ausgestellt wurden.
Das wirklich Besondere an dieser Datenbank ist jedoch die erstmalige Zusammenführung der Angaben zu den Bildern und Objekten von den zahllosen reproduzierten Karteikarten, die im Original im Bundesarchiv aufbewahrt werden, mit den abgebildeten Fotografien aus dem Archiv des BADV in Berlin. Grundlage für die jetzt veröffentlichte Datenbank bilden die Forschungen des Berliner Historikers Hanns Christian Löhr, der im Zusammenhang der Erarbeitung seines Buches "Das braune Haus der Kunst" eine Datenbank mit Material aus dem Bundesarchiv angelegt hatte, in der er die Angaben von allen ihm zur Verfügung stehenden Materialien zur Linzer Sammlung zusammenfügte. Diese Datensammlung wies jedoch kaum Abbildungen auf.
Die Idee, die Daten mit den reproduzierten Fotografien und Karteikarten zusammenzuführen, kam vom Deutschen Historischen Museum, das sammlungsbedingt einen Schwerpunkt in der Erforschung der nationalsozialistischen Kunstpolitik hat. Das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen, das bereits den Fotobestand in digitaler Form besaß, stellte die entsprechenden Dateien bereit. Natürlich gab es viele Korrekturen und Abgleichungen - eine Datenbank mit fast 6700 Datensätzen zusammen zu stellen, ist nicht einfach zu bewerkstelligen. Trotzdem trägt hier die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen einen erheblichen Zugewinn für die Forschung bei, wie für die an der nationalsozialistischen Kunstpolitik interessierten Öffentlichkeit. Die Herausgeber hoffen auch, einen Beitrag zur Entmystifizierung geleistet zu haben.
Gern werden alle beschlagnahmten und geraubten Werke der Linzer Sammlung unisono zugeordnet - wie es öfter in journalistischen Veröffentlichungen geschieht. Der Genter-Altar der Gebrüder Van Eyck gehörte beispielsweise nicht zu diesem Bestand. Trotz des Umfangs bedarf die Bilddatenbank weiterer Ergänzungen und Korrekturen. Fehlende Fotos und Nachweise über den früheren Aufenthalt sowie weiterführende Informationen können nach entsprechender Benachrichtigung an provenienzforschung@dhm.de  eingefügt werden. Ebenso konnten trotz zahlreicher Bemühungen nicht alle Inhaber von Rechten an zeitgenössischen Bildern ermittelt werden. Anspruchsberechtigte werden ggf. gebeten, mit dem DHM Kontakt aufzunehmen.


Die Herausgeber danken allen, die halfen, die Datenbank "Sammlung des Sonderauftrages Linz" zu ermöglichen. Die Fotografien stammen größtenteils aus dem Bestand des Bundesamtes für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen. Weitere Prints stellten freundlicherweise die Deutsche Fotothek Dresden und die Gemäldegalerie Alte Meister, ebenfalls in Dresden zur Verfügung. Die datentechnische Verarbeitung lag in den Händen von Jens Jarmer (DHM) und Regine Stein vom Zuse-Institut Berlin (ZIB).

Weiterführende Literatur





In der Datenbank zum Sonderauftrag Linz werden
folgende Abkürzungen benutzt:


Album Die Fotografie  ist in den sogenannten Führer-Auswahlalben  vorhanden. Der Inhalt der zurzeit fehlenden Alben (Band 9-19) wurde durch ein in Koblenz vorhandenes Verzeichnis rekonstruiert.
CCP Central Collecting Point, München
Linz-Nummer Nummernsystem, das 1938 eingeführt wurde
Mü.-Nummer Nummernsystem des Alliierten Central Collecting Point München
Einlieferung  Letzter Besitzer oder Übergeber an den "Sonderauftrag" Kunsthandel und Privatpersonen
Herkunft    Früherer Besitzer ab 1939 oder ab 1940 im Ausland, Kunsthandel, Privatpersonen und Institutionen
Verbleib Abgaben und Restitutionen nach 1945
Altaussee
Thürnthal, Kremsmünster

Außendepots für Werke des "Sonderauftrages Linz" 
(?) Angaben sind nicht gesichert oder sind fraglich
(Text)   In Klammern gesetzter Text sind Ergänzungen oder neue Zuschreibungen von Werken, die auf Erkenntnissen beruhen, die nach 1952 gewonnen wurden.
Iv   Inventarnummer, vermutlich aus Kremsmünster
K Inventarnummer aus Kremsmünster
WL Objekt ist in der "Wiedemann-Liste" verzeichnet
BA Objekt ist durch Überlieferung im Bundesarchiv belegt


Fußnoten

1 Zur Geschichte des Sonderauftrages Linz s.: Hanns Christian Löhr, Das Braune Haus der Kunst, Hitler und der "Sonderauftrag Linz", Visionen, Verbrechen, Verluste, Berlin 2005.
2 Zum Aufbau der Alben s.: Birgit Schwarz, Hitlers Museum, Die Fotoalben der Gemäldegalerie Linz, Wien 2004.
3 Library of Congress, Washington D.C., USA, "Katalog der Privat-Galerie Adolf Hitlers", call-number LOT 11373 (H). http://www.loc.gov/pictures/item/2004676971/
4  Zur Tätigkeit des Collecting Points München s.: Craig Smyth, Repatriation of art from the collecting point in Munich after World War II, The Hague 1988.
5  Bundesarchiv Berlin, R 2, 12904 Az. Wiss 7000 Ö-30 I Aktenvermerk Reichsfinanzministerium vom 17.1.1944 und ebd. Aktenvermerk vom 28.3.1941.
6  Jonathan Petropoulos, Kunstraub und Sammlerwahn, Berlin 1999, S. 205-209.
7  Diese sind aufgeführt als "Kunstwerke aus dem beschlagnahmten Wiener Besitz für das Kunstmuseum von Linz" und "Gemälde-Vorrat, vorläufig vom Linzer Kunstmuseum in Verwahrung zu nehmen" BA B 323/117,IX,217,791 ff. S. auch B 323/1210 Auswahlliste.
8  Beispielhaft ist hier eine Untersuchung über den Berliner Kunstmarkt von  Angelika Enderlein, Der Berliner Kunsthandel in der Weimarer Republik und im NS-Staat, Zum Schicksal der Sammlung Graetz, (Berlin 2006).
9  Bundesarchiv Koblenz, B 323, Nr. 78-88, Dresdener Katalog, 2. Fassung.
10  Archiv Bundesamt für zentrale Dienste Berlin, Kunstverwaltung, Übersichten und Objekte, Liste: Gemälde unter den bundeseigenen Beständen, die als Privateigentum Hitlers geführt werden, 2/1986.
11  Bundesarchiv, B 323, Nr. 108,VI,69,273 Liste der Auswahl aus den Wiener Beschlagnahmungen.
12  Bundesarchiv Koblenz, B 323/1210 Liste von Ankäufen für den Sonderauftrag Linz.
13  Bundesarchiv Koblenz, B 323 Nr. 191 Consolidated Interrogation Report No.4, Linz Hitler´s Museum and Library, 15.12.1945. 
14  Bundesarchiv Koblenz, B 323 Nr. 101-156. Hier Inhaltsverzeichnis der Linz-Filme und Konkordanz zu den heutigen Aktennummern.
15  Im Dresdener Kupferstich-Kabinett befindet sich ein Konvolut mit rund 200 grafischen Arbeiten, die dort noch unter der ursprünglichen Signatur des Sonderauftrages verwahrt werden.
16  Die Reservierungen aus den Wiener Beschlagnahmungen für Linz sind enthalten in: BA 323/117,IX;217,791-796.

Berlin, 2014