Alfred Jodl 1890-1946

Militär

  • 1890

    10. Mai: Alfred Jodl wird in Würzburg als Sohn des Obersten Johannes Jodl und dessen Frau Therese (geb. Baumgärtler) geboren.

  • 1903-1910

    Jodl besucht die Kadettenschule der bayerischen Armee in München.

  • 1910

    Er wird Fähnrich in einem Artillerieregiment.

  • 1913

    Heirat mit Irma von Bullion, der Tochter eines Obersten.

  • 1914-1916

    Als Batterieoffizier dient Jodl im Ersten Weltkrieg an der Westfront und wird zweimal verwundet.

  • 1917

    Dienst in einem ungarischen Artillerieregiment an der Ostfront.

  • 1918

    Generalstabsoffizier an der Westfront.

  • 1919

    Jodl wird in das 100.000-Mann-Heer der Reichswehr übernommen.

  • 1921

    Er erhält eine Führergehilfenausbildung.

  • 1923

    Jodl lernt Adolf Hitler kennen.
    Beginn einer Generalstabsausbildung in Berlin.

  • 1925

    Jodl kommt zum Generalstab der bayerischen Division nach München.

  • 1932

    Er wird nach Berlin in das von Ludwig Beck geleitete Truppenamt versetzt, wo er in der Abteilung für die Operationsführung eingesetzt wird.

  • 1933

    Beförderung zum Oberstleutnant.

  • 1935

    Mit dem Ausbau der Reichswehr zur Wehrmacht erhält Jodl die Leitung der neuen Abteilung "Landesverteidigung", die dem Reichskriegsministerium untersteht.

  • 1938/39

    Artilleriekommandeur in Linz.

  • 1939

    Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wird er Chef des Wehrmachtführungsamts (ab 1940: Wehrmachtführungsstab) im Oberkommando der Wehrmacht (OKW). In dieser Position rückt Jodl zum engsten Berater Hitlers in Fragen der Gesamtkriegführung auf.

  • 1940

    Jodl wird zum General ernannt und überspringt dabei den Rang des Generalleutnants.

  • 1942

    Er übernimmt die Leitung sämtlicher Operationen gegen die Westalliierten und ist damit für die Kriegführung von Norwegen bis Nordafrika verantwortlich. Seine fachliche Kritik an der Gesamtkriegführung verschlechtert zwar sein persönliches Verhältnis zu Hitler, ändert jedoch nichts an seiner unbedingten Loyalität.

  • 1943

    Jodl erhält das Goldene Parteiabzeichen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP).

  • 1944

    Beförderung zum Generaloberst.
    Tod seiner Ehefrau.

  • 1945

    April: Jodl wird mit dem Wehrmachtführungsstab nach Norddeutschland verlegt. In den letzten Kriegstagen versucht er unter der Reichsregierung von Hitlers Nachfolger Karl Dönitz, die Kapitulation gegenüber der Roten Armee hinauszuzögern, um der deutschen Bevölkerung und der Armee in den Ostgebieten Flucht und Rückzug nach Westen zu ermöglichen. Daher verhandelt er in Reims (Nordostfrankreich) vergeblich mit den Amerikanern über eine Verschiebung der Kapitulation.
    7. Mai: Jodl unterzeichnet in Reims als Bevollmächtigter von Dönitz die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht
    23. Mai: Zusammen mit der Reichsregierung und der Wehrmachtsführung geht er in Flensburg in britische Kriegsgefangenschaft.
    November: Das Internationale Militärgericht in Nürnberg klagt Jodl im Hauptkriegsverbrecherprozeß an.

  • 1946

    Er beginnt in Haft mit der Niederschrift seiner Memoiren, die jedoch unvollständig bleibt und nur bis in die zwanziger Jahre reicht.
    1. Oktober: Jodl wird in allen Anklagepunkten, darunter Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen, schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt.
    16. Oktober: Alfred Jodl wird in Nürnberg durch den Strang hingerichtet. Seine Asche wird von der amerikanischen Luftwaffe verstreut.

  • 1953

    28. Februar: Eine deutsche Spruchkammer spricht Jodl postum von allen Verbrechen frei, für die er in Nürnberg verurteilt worden ist. Begründet wird dies damit, daß Jodl sich als Militär auf rein operative Fragen beschränkt habe. Am 3. September 1953 widerruft der bayerische Minister für politische Befreiung (Entnazifizierung) auf amerikanischen Druck hin den Widerruf des Jodl-Urteils, da das Urteil der Spruchkammer gegen das Nürnberger Urteil verstoße.

(mw)
lo