1841-1922

[Photo: Minna Cauer, vor 1899]



Minna Cauer

Frauenrechtlerin, Publizistin



1841
1. November: Minna Cauer wird als Wilhelmine Theodore Marie Schelle in Freyenstein (Ostprignitz) als Tochter des Pfarrers Alexander Schelle und dessen Frau Juliane (geb. Wolfschmidt) geboren.

1862
Heirat mit dem Arzt August Latzel.

1866
Tod ihres Mannes.

1868
Nach ihrer einjährigen Ausbildung zur Lehrerin arbeitet sie in Paris.

1869
Heirat mit dem Stadtschulrat Eduard Cauer. Das Paar lebt in Berlin.

1881
Nach dem Tod ihres Mannes widmet sich Cauer frauengeschichtlichen Studien und arbeitet zeitweise als Lehrerin.

1885
Sie wird Mitglied in der neu gegründeten "Deutschen Akademischen Vereinigung", in der sich Bildungsreformer, Vertreter des Naturalismus und Frauenrechtlerinnen versammeln.

1888
Der Verein "Frauenwohl" wird als Gruppe der "Deutschen Akademischen Vereinigung" mit dem Ziel gegründet, das Recht der Frau auf Arbeit und Bildung durchzusetzen. Als Leiterin kommt Cauer in Kontakt mit der bürgerlichen Frauenbewegung, an der sie maßgeblich mitwirkt.

1889
Sie steht dem neu gegründeten "Kaufmännischen Hilfsverein für weibliche Angestellte" vor, der den Ausbau von Selbsthilfeeinrichungen fördert. Der Verein wird in den folgenden Jahren zu einer selbständigen Berufsorganisation der Handelsangestellten.

1892
Cauer wird Mitglied in der von Bertha von Suttner initiierten Deutschen Friedensgesellschaft.

1893
Loslösung des Vereins "Frauenwohl" von der "Deutschen Akademischen Vereinigung". Der Verein wirkt nun vor allem in der Tagespolitik, und Cauer beginnt eine rege Vortrags- und Publikationstätigkeit zur Verbreitung ihrer Ziele.

1894
Weil der neu gegründete Dachverband der bürgerlichen Frauenbewegung, der Bund Deutscher Frauenvereine (BDF), keine Vereine der proletarischen Frauenbewegung zulassen will, veröffentlicht Cauer in der sozialdemokratischen Zeitung "Vorwärts" eine Protesterklärung.

1895-1919
Herausgabe der Zeitschrift "Die Frauenbewegung".

1895
Mit der sozialdemokratischen Frauenrechtlerin Lily Braun reist Cauer nach England, um sich über die Frauenbewegung im Ausland zu informieren.

1896
Cauer organisiert den Internationalen Kongreß für Frauenwerke und Frauenbestrebungen in Berlin, auf dem sie mit Clara Zetkin zusammentrifft.

1898
Sie veröffentlicht ihre Studie "Die Frau im 19. Jahrhundert".

1899
Cauer übernimmt den Vorsitz im neu gegründeten "Verband fortschrittlicher Frauenvereine", dem Dachverband der radikalen Frauenvereine.

1902
Als Führerin des linken Flügels der bürgerlichen Frauenbewegung engagiert sie sich besonders in der Stimmrechtsbewegung. Sie wird Vorsitzende des in Hamburg gegründeten "Deutschen Vereins für Frauenstimmrecht".

1907
Als der "Verband fortschrittlicher Frauenvereine" sich dem BDF anschließt, legt sie den Vorsitz nieder.

1908
Mitglied in der "Demokratischen Vereinigung".

1915
Sie protestiert gegen den Boykott des Internationalen Frauenfriedenskongresses in Den Haag durch den BDF und gründet mit anderen Pazifistinnen das "Internationale Frauenkomitee für dauernden Frieden", aus dem später die "Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit" hervorgeht.

1918/19
Mitglied in der Deutschen Demokratischen Partei (DDP).

1919/20
Cauer lehnt den Versailler Vertrag ab und tritt im Rahmen des Abstimmungskampfes in Oberschlesien für einen Verbleib Schlesiens im Deutschen Reich ein.

1922
3. August: Minna Cauer stirbt in Berlin.

(ka/lh)

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