1869-1946
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Karl Haushofer
Militär, Geopolitiker
- 1869
- 27. August: Karl Ernst Haushofer wird als Sohn des Professors für
Staatsökonomie, Max Haushofer und seiner Frau Adele (geb. Fraas)
in München geboren.
- Besuch des Gymnasiums.
- 1887
- Haushofer tritt in das 1. Feldartillerie-Regiment "Prinzregent
Luitpold" ein und absolviert die bayerische Kriegsschule, die
Artillerieschule und die bayerische Kriegsakademie.
- 1896
- Heirat mit der Halbjüdin Martha Mayer-Doss.
- 1899
- Qualifikation zum Generalstab.
- 1903
- Haushofer wird als Lehrer an die bayerische Kriegsakademie berufen.
- 1908
- Bevor er vom bayerischen Generalstab zum Studium der japanischen Armee
abkommandiert wird, bereist er Indien, Japan, Korea, die Mandschurei
und Nordchina.
- 1910
- Rückkehr nach Deutschland.
- 1913
- November: Mit seiner Schrift "Dai Nihon, Betrachtungen über
Groß-Japans Wehrkraft, Weltstellung und Zukunft" wird
Haushofer an der Universität München promoviert.
- 1919
- Juli: Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem er zuletzt als Generalmajor und Brigadekommandeur an der
Westfront teilnimmt, reicht er sein Abschiedsgesuch ein und
habilitiert sich in München für Geographie.
- Bekanntschaft mit
Rudolf Heß, der in den folgenden Jahren an seinem Lehrstuhl studiert und mit dem
ihn fortan eine enge väterliche Freundschaft verbindet.
- 1921
- 24. Juli: Erstes Treffen mit
Adolf Hitler, der die "
Lebensraum-Theorie" Haushofers in einem rein aggressiven und
imperialistischen Sinn umdeutet und für die Expansionspolitik des
Nationalsozialismus mißbraucht.
- Honorarprofessor in München.
- 1924
- Juni-November: Haushofer besucht Heß mehrmals in der Festung
Landsberg, wo dieser etwa ein halbes Jahr wegen seiner Teilnahme am
Hitler-Putsch inhaftiert ist, und trifft dort auch mit Hitler zusammen.
- Haushofer gründet die "Zeitschrift für
Geopolitik", die nach seinen Worten das "Rüstzeug zum
politischen Handeln liefern und Wegweiser im politischen Leben"
sein soll.
- 1925
- Veröffentlichung des geopolitischen Handbuchs "Geopolitik
des Pazifischen Ozeans", das der Geographie lange Zeit als
Standardwerk gilt.
- 1933
- Berufung als ordentlicher Professor für Geographie an die
Universität München.
- 1934-1937
- Präsident der "Deutschen Akademie".
- 1938-1941
- Vorsitzender des "Volksbundes für das Deutschtum im
Ausland".
- 1941
- Mai: Nach dem England-Flug seines Schülers Heß verliert
Haushofer jeglichen, ohnehin nur äußerst begrenzten
Einfluß auf das "Lebensraum-Programm" der
Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und gerät in das Visier der
Geheimen Staatspolizei
(Gestapo).
- 1944
- Juli: Nach dem
Attentat auf Hitler vom 20. Juli wird Haushofer, dessen Sohn
Albrecht Haushofer in der Widerstandsbewegung aktiv ist und später hingerichtet
wird, mit mehreren Familienmitgliedern in das
Konzentrationslager (KZ) Dachau verbracht.
- 1946
- 10. März: Von der ausländischen Presse für die
nationalsozialistische Expansionspolitik mitverantwortlich gemacht,
nimmt Karl Haushofer sich gemeinsam mit seiner Frau auf dem
"Hartschimmelhof" (Bayern) das Leben.
(dw)
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