1902-1975
|

|
Franz Hofer
NS-Politiker
- 1902
- 27. November: Franz Hofer wird als Sohn eines Hotelbesitzers in
Hofgastein geboren.
- ab 1922
- Nach dem Besuch der Oberrealschule in Innsbruck beginnt Hofer seine
berufliche Laufbahn als selbständiger Kaufmann.
- 1931
- September: Hofer wird Mitglied der österreichischen
Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP).
- 1932
- Über die Position des Kreisleiters und des stellvertretenden
Gauleiters steigt er schließlich zum Gauleiter des NSDAP-Gaus
Tirol auf.
- 1933
- Juni: Hofer wird wegen Betätigung für die NSDAP verhaftet
und von einem Tiroler Gericht zu einer zweijährigen
Freiheitsstrafe verurteilt.
- 30. August: Mehrere NSDAP-Mitglieder befreien Hofer aus dem
Gefängnis. Er wird während der Flucht angeschossen und
entkommt zunächst nach Italien.
- September: Auf dem Nürnberger
Parteitag der
Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei
hält Hofer publikumswirksam von seiner Bahre aus eine Rede
für das
NS-Regime.
- 1937
- Er wird in Berlin zum Politischen Leiter des
"Flüchtlingshilfswerks für Österreicher in
Deutschland" ernannt.
- 1938
- Nach dem "
Anschluß" Österreichs
erfolgt Hofers Ernennung zum Gauleiter von Tirol-Vorarlberg.
- Mitglied des Reichstags.
- Hofer wird Obergruppenführer des
Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps
(NSKK).
- 1940
- 1. April: Hofer steigt zum Reichsstatthalter für Tirol und
Vorarlberg auf.
- 1943
- 10. September: Nach der Landung der Alliierten auf Sizilien und der
faktischen Besetzung Norditaliens durch die Deutschen wird Hofer von
der Parteikanzlei zum Obersten Kommissar der "Operationszone
Alpenland" ernannt. Die Gebietsgrenzen orientieren sich an der
alten deutsch-italienischen Sprachgrenze und umfassen neben dem Gau
Tirol die italienischen Provinzen Bozen, Triest und Belluno.
- 1944
- November: Hofer schlägt
Adolf Hitler in einem Memorandum vor, ein "Alpenfestung" genanntes
Kerngebiet in den Alpen zur letzten Bastion des "Dritten
Reichs" auszubauen. Aller Wahrscheinlichkeit nach legt
Martin Bormann, nomineller "Sekretär des Führers", Hitler das
Schreiben erst wesentlich später vor.
- 1945
- 12. April: Hofer wird von Hitler zu einem Vortrag in das Berliner
Führerhauptquartier gerufen.
- 29. April: Hitler ernennt ihn zum Reichsverteidigungskommissar
für die "Alpenfestung".
- 6. Mai: Verhaftung Hofers durch amerikanische Truppen in Hall (Tirol).
- 1948
- Ihm gelingt die Flucht aus der Internierungshaft in Dachau.
- 1949
- Die Hauptspruchkammer des Münchner Gerichts stuft Hofer in
Abwesenheit als Hauptschuldigen ein und verurteilt ihn zu einer
zehnjährigen Haftstrafe im Arbeitslager.
- ab 1949
- Hofer ist zunächst unter falschem Namen als Kaufmann in
Mülheim a. d. Ruhr tätig. Obwohl er zu einem späteren,
unbekannten Zeitpunkt wieder seinen richtigen Namen annimmt, kann er
sich bis zuletzt jeder Strafe entziehen.
- 1950
- Er wird vom Innsbrucker Volksgericht des Hochverrats für schuldig
befunden.
- 1953
- Juli: Eine Münchner Berufungsspruchkammer bestätigt Hofers
Einstufung als Hauptschuldigen und verurteilt ihn zu einer
dreieinhalbjährigen Haftstrafe im Arbeitslager.
- 1964
- Hofers Kinder klagen auf die Rückgabe des Tiroler Anwesens, das
Hofer während seiner Zeit als Gauleiter bewohnt hat. Die Klage
wird abgewiesen.
- 1975
- 18. Februar: Franz Hofer stirbt in Mülheim a. d. Ruhr.
(se)
|