1878-1966
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Marie-Elisabeth Lüders
Politikerin, Frauenrechtlerin
- 1878
- 25. Juni: Marie-Elisabeth Lüders wird als Tochter
eines höheren preußischen Regierungsbeamten in Berlin
geboren.
- Nach dem Besuch der Höheren Töchterschule und einer
Wirtschafts-Frauenschule in Berlin unterrichtet Lüders an
einem Mädchenpensionat in Weimar.
- 1901-1906
- Im Rahmen der Berliner "Mädchen- und
Frauengruppen für soziale Hilfsarbeit" leistet Lüders
ehrenamtliche soziale Hilfsdienste.
- 1909
- Sie und ihre Freundin Agnes von Harnack (1884-1950)
immatrikulieren sich als erste Frauen an der Berliner Universität
im Fach Staatswissenschaften.
- 1912
- Lüders promoviert bei Max Sering (1857-1939) und
Gustav Schmoller (1836-1917) über das Thema "Die Fortbildung
und Ausbildung der im Gewerbe tätigen weiblichen Personen
und deren rechtliche Grundlagen. Ein Beitrag zur Untersuchung
der Ausführung des neuen Innungs- und Handwerkskammergesetzes".
- 1916
- August-Oktober: Sie arbeitet als Geschäftsführerin
beim Verein für Säuglings- und Mütterfürsorge
des Kreises Düsseldorf.
- 1916-1918
- Lüders wird aufgrund ihrer Erfahrung im Bereich
der Sozialarbeit die Leitung einer Abteilung für die gesamte
Frauenarbeit in Deutschland im preußischen Kriegsamt übertragen.
Die Frauenarbeitszentrale hat die Aufgabe, die Werbung und Vermittlung
von weiblichen Arbeitskräften für die Kriegswirtschaft
sowie das Wohlfahrtswesen zu koordinieren.
- 1918-1922
- Tätigkeit als Studiendirektorin an der Niederrheinischen
Frauenakademie in Düsseldorf.
- 1919-1932
- Als Abgeordnete der
Deutschen Demokratischen Partei (DDP) ist sie in der Weimarer Republik eine
der wenigen Frauen im Reichstag, zu denen unter anderen auch ihre
innerparteiliche Kontrahentin Gertrud Bäumer gehört.
- Lüders engagiert sich in ihrem Amt als Reichstagsabgeordnete,
zum Teil zusammen mit der SPD-Abgeordneten Louise Schroeder (1887-1957),
in den Bereichen Soziales, Familie und Gesundheit. Sie dringt
durch ihre Mitarbeit in den parlamentarischen Ausschüssen
für Recht, Handels- und Wirtschaftspolitik allerdings auch
in ausgesprochene Männerdomänen vor.
- 1922
- Lüders ist maßgeblich an der Gestaltung des
"Reichsgesetzes für Jugendwohlfahrt" beteiligt.
- 1922-1933
- Als einziges weibliches Mitglied sitzt Lüders
im Präsidium des Deutschen Normenausschusses beim Verein
Deutscher Ingenieure (VDI) sowie im Präsidium des Finanz-
und Verwaltungsausschusses des Reichskuratoriums für Wirtschaftlichkeit.
- 1923
- Sie gehört zu den Begründerinnen des Deutschen
Akademikerinnenbunds.
- 1932
- Als Delegierte nationaler und internationaler Frauenvereinigungen
nimmt sie an den Abrüstungskonferenzen in Genf teil.
- Lüders kandidiert aus Protest gegen die Zusammenarbeit der
DDP mit dem der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei
(NSDAP) nahestehenden "Jungdeutschen Orden" nicht mehr
für den Reichstag.
- 1933
- Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten
verliert Lüders sämtliche Ämter.
- 1936
- Lüders veröffentlicht ihre Aufzeichnungen
zur Frauenarbeit im Krieg unter dem Titel "Das unbekannte
Heer. Frauen kämpfen für Deutschland 1914-1918".
- 1937
- Kurzzeitige Inhaftierung durch die Geheime Staatspolizei
(Gestapo) aufgrund des Vorwurfs mutmaßlicher Werkspionage
im Rahmen von Fabrikbesichtigungen.
- 1939-1945
- Während des Zweiten Weltkriegs sichert
sich Lüders ihren Lebensunterhalt durch wissenschaftliche
und sozialpflegerische Hilfsarbeit, nach Ausbombung und Evakuierung
auch mit Landarbeit und Privatunterricht.
- 1948/49
- Als Mitglied der Berliner LDP/FDP ist Lüders Stadtverordnete.
- 1949-1951
- Tätigkeit als Stadträtin für das
Sozialwesen in Berlin.
- 1953-1961
- Als Berliner Abgeordnete für die Freie Demokratische
Partei (F.D.P.) im Deutschen Bundestag ist Lüders maßgeblich
an der Gesetzgebung zur Jugendwohlfahrt sowie der Gleichstellung
von Mann und Frau im bürgerlichen Recht und im Sozialrecht
beteiligt.
- Der juristische Status deutscher Frauen, die mit einem Ausländer
verheiratet sind, wird in der "Lex Lüders" geregelt.
- 1966
- 23. März: Marie-Elisabeth Lüders stirbt in
Berlin.
(hs)
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