1871-1950

[Photo: Heinrich Mann, 1921]

[Heinrich Ma
nn]

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Heinrich Mann

Schriftsteller



1871
27. März: Heinrich Mann wird als Sohn des Speditionskaufmanns und späteren Senators Heinrich Mann und dessen Frau Julia (geb. Bruhns) in Lübeck geboren.

1889
Er verläßt vorzeitig das Gymnasium und ist für kurze Zeit Lehrling bei einem Buchhändler.

1890/91
Neben einem Volontariat beim S. Fischer Verlag in Berlin belegt Mann Kurse an der Berliner Universität.

1891
Beginn der Tätigkeit als freier Schriftsteller.

1893
Er siedelt mit seiner Mutter und den Geschwistern nach München über.

1894
Von der Mutter finanziert, erscheint sein erster Roman "In einer Familie", der als Analyse des Innenlebens und der Moral angelegt ist.

1895/96
Herausgeber der konservativen Monatsschrift "Das Zwanzigste Jahrhundert. Blätter für deutsche Art und Wohlfahrt".

1896-1898
Gemeinsam mit seinem Bruder Thomas Mann Aufenthalt in Italien.

1900
Mit dem Roman "Im Schlaraffenland. Ein Roman unter freien Leuten" schafft Heinrich Mann das formale Gegenstück zu "In einer Familie". Mit diesem Werk entwertet er auf satirische Weise die Konventionen der Gesellschaft und setzt seine "Kritik von rechts" fort, die er "Im Zwanzigsten Jahrhundert" an der Gesellschaft geübt hat.

1905
Der Roman "Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen" wird publiziert.

1909/10
Der Roman "Die kleine Stadt" entsteht.

1914
Heirat mit der Schauspielerin Maria Kanova (eigtl.: Kahn). Aus der Ehe geht eine Tochter hervor.

1915
Nach Beginn des Ersten Weltkriegs protestiert Mann mit dem Essay "Zola" gegen die allgemeine Kriegsbegeisterung und die Haltung seines Bruders Thomas. Dieser weltanschauliche Konflikt trennt die Brüder für einige Jahre.

1918
Nach dem Ende des Kriegs erscheint sein Roman " Der Untertan" nach Vorabdrucken einzelner Kapitel 1911/12 in der Zeitschrift "Simplicissimus" und einer abgebrochenen Veröffentlichung 1914 in "Zeit im Bild" zum ersten Mal vollständig. Er fügt diesem Werk die Darstellung des Proletariats ("Die Armen", 1917) sowie der Bürokratie und Diplomatie ("Der Kopf", 1925) an. Er begreift diese drei Werke als Darstellung der deutschen Gesellschaft im Zeitalter Wilhelms II. und faßt sie unter dem Titel "Kaiserreich" zusammen.

1922
Aussöhnung mit seinem Bruder.

1928
Trennung von seiner Frau und Übersiedlung nach Berlin.

1931
Josef von Sternberg verfilmt "Professor Unrat" nach einem Drehbuch von Carl Zuckmayer unter dem Titel "Der Blaue Engel" mit Marlene Dietrich und Emil Jannings in den Hauptrollen.
Wahl zum Präsidenten der Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste.

1932/33
Mann unterzeichnet gemeinsam mit Käthe Kollwitz und Albert Einstein Aufrufe zur Aktionseinheit der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) gegen die Nationalsozialisten.

1933
Februar: Mann wird von den Nationalsozialisten aus der Akademie der Künste ausgeschlossen. Er emigriert nach Frankreich.
August: Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft.

1933-1940
Wohnsitz in Nizza.
Mann wird Vorsitzender des Vorbereitenden Ausschusses der deutschen Volksfront sowie Ehrenpräsident der SPD und verfaßt antifaschistische und antinationalsozialistische Flugschriften.

1935-1938
Mann verfaßt den zweibändigen historischen Roman "König Henri Quatre".

1936
Er wird tschechoslowakischer Staatsbürger.

1939
Heirat mit Nelly Kröger.
Verschleppung seiner ersten Frau ins Konzentrationslager.

1940
Mann flieht zusammen mit Lion Feuchtwanger, Golo Mann und Franz Werfel (1890-1945) in die USA, wo er als Drehbuchautor für die Filmgesellschaft Warner Brothers tätig ist.

1944
Selbstmord seiner Ehefrau.

1945
Veröffentlichung des Memoirenwerks "Ein Zeitalter wird besichtigt".

1949
Verleihung des Nationalpreises I. Klasse für Kunst und Literatur der DDR.

1950
Berufung zum ersten Präsidenten der Akademie der Künste in Berlin (DDR).

1950
11. März: Heinrich Mann stirbt in Santa Monica (USA).

1951
DEFA-Verfilmung des Romans "Der Untertan".

1961
Überführung seiner Urne nach Ost-Berlin.

(ji)

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