1887-1973

[Photo: Erich von Manstein, 1940-1942]

[Photo: Erich von Manstein, um 1956]



Erich von Manstein

Militär



1887
24. November: Erich von Manstein, eigentlich Fritz-Erich von Lewinski, wird in Berlin als Sohn des Generals der Artillerie Eduard von Lewinski und dessen Frau Helene (geb. von Sperling) geboren.

1896
Sein Vater stirbt bei einer militärischen Übung. Der Sohn wird von Georg von Manstein adoptiert und erhält den Namen dieses altpreußischen Adelsgeschlechts.

1900
Ostern: Manstein tritt in das preußische Kadettenkorps in Plön (Holstein) ein. Die letzten vier Jahre verbringt er dann in der Hauptkadettenanstalt in Lichterfelde bei Berlin.

1906
Nach dem Abitur wird er in das 3. Garderegiment zu Fuß einberufen.

1907
Er wird zum Leutnant befördert.

1914-1918
Manstein nimmt am Ersten Weltkrieg als Oberleutnant und Hauptmann teil.

1915-1917
Während des Kriegs erhält er eine Ausbildung an der Preußischen Kriegsakademie.

1918
Als Adjutant wird er in verschiedenen Armeestäben und anschließend als 1. Generalstabsoffizier einer Division an der Westfront eingesetzt.

1919
Nach Übernahme in die Reichswehr verrichtet Manstein seinen Dienst in der Organisationskommission für das Heer.

1921-1927
Manstein ist Kompaniechef, Lehroffizier und Adjutant des Infanterieführers IV in Dresden.

1927
Er wird zum Major befördert.

1927-1931
Als Gruppenleiter 1 einer getarnten Operationsabteilung tritt Manstein in engeren Kontakt zur Spitze des Generalstabs.

1932/33
Manstein wird zum Bataillonskommandeur und zum Oberst befördert.

1934
Er wird Chef des Stabs des Wehrkreiskommandos III (Berlin).

1936
Manstein kehrt in den Generalstab des Heeres zurück. Zunächst Abteilungschef, dann Oberquartiermeister I, wird er erster Adjutant des Generalstabschefs Ludwig Beck .

1936/37
Neben seiner Tätigkeit im Generalstab setzt er sich in Denkschriften für die Bestrebungen Becks ein, im Kriegsfall die Rolle des Oberbefehlshabers des Heeres dem Generalstabschef zu überlassen.
Beck und Manstein beabsichtigen eine deutliche Trennung zwischen der politischen Leitung des Reichs und der militärischen Leitung der Wehrmacht im Krieg.

1937
Der Oberbefehlshaber des Heeres Werner Freiherr von Fritsch widersetzt sich den Konzeptionen Becks und Mansteins, weil diese im Kriegsfall eine Entmachtung Adolf Hitlers darstellen würden.

1938
April: Im Zusammenhang mit der Blomberg-Fritsch-Krise wird Beck gegen seinen Willen von Franz Halder abgelöst. Manstein erhält die Befehlsgewalt über Becks 18. Division in Schlesien und wird zum Generalleutnant befördert.

1939
September: Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wird Manstein Chef des Generalstabs des Oberbefehlshabers Ost.
21. Oktober: Manstein wird Chef der Heeresgruppe A und bereitet den Krieg im Westen vor.

1940
Januar: Manstein steht an der Spitze des XXXVIII. Armeekorps, das rund fünf Monate später während des Frankreichfeldzugs die französischen Stellungen an der Somme vollständig durchbrechen wird.
Januar-März: Im Generalstab wird der Angriffsplan für den Frankreichfeldzug ausgearbeitet. Er sieht die Umfassung des Feindes von Norden und einen Panzerdurchbruch durch die Ardennen vor.
April: Manstein stellt Hitler einen von ihm konzipierten Angriffsplan vor. Dieser befiehlt dem neuen Oberbefehlshaber des Heeres Walther von Brauchitsch , Mansteins Vorschläge in die Planung mit aufzunehmen.
Mai-Juni: Im Frankreichfeldzug wird Mansteins Strategie, die einen Durchbruch mit gepanzerten Kräften und die Spaltung der französischen Einheiten vorsieht, mit der Operation "Sichelschnitt" erfolgreich umgesetzt.
Juli: Manstein wird zum General der Infanterie befördert und erhält das Ritterkreuz.
November: Er erhält das Kommando über das LVI. Panzerkorps in Ostpreußen.

1941
22. Juni - Juli: Mit Beginn des Unternehmens "Barbarossa" rücken die unter Mansteins Befehl stehenden Panzerverbände durch die baltischen Staaten bis Leningrad vor.
2. September: Er wird zum Oberbefehlshaber der im äußersten Süden der Ostfront stehenden 11. Armee ernannt. Er soll die Halbinsel Krim einnehmen.
Oktober: Manstein erklärt sich mit dem "Reichenau-Befehl", in dem Walter von Reichenau seine Soldaten zur "gerechten Sühne am jüdischen Untermenschentum" aufruft, voll einverstanden. Er gibt ähnlich lautende Befehle heraus, in denen er fordert, daß "das jüdisch-bolschewistische System ein für allemal ausgerottet werden muß".

1942
7. März: Beförderung zum Generaloberst.
April: Mansteins Divisionen erobern die Krim.
10. Juli: Er wird zum Generalfeldmarschall ernannt und übernimmt zusätzlich das Kommando über die Heeresgruppe Don.
Juli-November: Manstein versucht vergeblich, die in Stalingrad eingekesselte 6. Armee unter Generaloberst Friedrich Paulus zu befreien.
November: Um einer Einkesselung durch die Rote Armee zu entgehen, befiehlt Manstein ohne Rücksprache mit dem Führerhauptquartier den Rückzug seiner Heeresgruppe A.
Hitler ist mit dem Rückzug der Heeresgruppe A nicht einverstanden. Er fordert Manstein zu einem neuen Angriff auf, in den dieser trotz Kritik einwilligt.
Winter: Die 11. Armee Mansteins ist in schwere Abwehrkämpfe im Kaukasus verwickelt.
General Beck und Henning von Tresckow versuchen angesichts der militärischen Niederlagen, Manstein an den Widerstand in der Wehrmacht zu binden.

1943
Manstein gelingen noch einmal Erfolge, bis er nach der gescheiterten Operation "Zitadelle" auf Hitlers Befehl den endgültigen Rückzug einleiten muß.
Manstein greift erneut den Gedanken auf, Hitler aus der unmittelbaren Kriegsführung herauszudrängen. Von der Möglichkeit eines Sieges gegen die Sowjetunion überzeugt, fordert er vergebens die Einsetzung eines militärischen Oberbefehlshabers Ost mit allen Vollmachten.

1944
31. März: Hitler entzieht dem ihm unliebsam gewordenen Manstein das Kommando und bestellt ihn zur eigenen Verfügung in die Führerreserve.
Manstein erhält wegen seiner militärischen Leistungen hohe Auszeichnungen.

1945
Bis zum Kriegsende hält er sich in Liegnitz und in der Lüneburger Heide auf.
8. Mai: Er wird von britischen Truppen interniert.
26. August: Manstein wird bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen angeklagt, vom Vorwurf der Beteiligung an einer verbrecherischen Organisation jedoch freigesprochen.

1949
1. Oktober: Er wird von einem britischen Militärgericht in Hamburg wegen Kriegsverbrechen angeklagt und zu zwölf Jahren Haft verurteilt.
2. Oktober: Manstein wird in das Zuchthaus Werl (Westfalen) überstellt.

1953
7. Mai: Vorzeitige Haftentlassung wegen eines Augenleidens.
Seine Memoiren "Verlorene Siege" erscheinen.

1953-1960
Aufgrund seiner militärischen Erfahrung ist Manstein offizieller Berater der Bundesregierung beim Aufbau der Bundeswehr .

1973
11. Juni: Erich von Manstein stirbt in Irschenhausen (Oberbayern).

(as)

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