1901-1944

[Photo: Henning von Tresckow, 1944]



Henning von Tresckow

Militär



1901
10. Januar: Henning von Tresckow wird in Magdeburg als Sohn eines preußischen Offiziers und Gutsbesitzers geboren.

1917/18
Nach seinem Notabitur nimmt Tresckow als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teil und ist bei Kriegsende Zugführer an der Westfront.

1919
Er absolviert zunächst eine Lehre als Bankkaufmann.

1920
Tresckow beginnt sein Jurastudium in Berlin und arbeitet nebenher als Börsenmakler.

1924
Eintritt in die Reichswehr. In dieser Zeit sympathisiert er mit dem Nationalsozialismus.

1932
Tresckow erhält eine Führergehilfenausbildung.

1933
Aufgrund seiner ablehnenden Haltung gegenüber der Weimarer Republik begrüßt er die Machtübernahme der Nationalsozialisten.

1934
Seit der Ermordung von Ernst Röhm geht er auf Distanz zur politischen Führung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP).

1936
Tresckow wird in die Operationsabteilung des Generalstabs berufen, wo er Ludwig Beck kennenlernt.

1939
Der Zweite Weltkrieg wird von Tresckow abgelehnt und macht ihn zum entschlossenen Gegner Adolf Hitlers. Er dient als Generalstabsoffizier einer Infanteriedivision in Polen und wird zum Major befördert.

1940
Er nimmt am Feldzug gegen Frankreich in der Heeresgruppe unter Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt teil.

1941
Als Oberst wird Tresckow an der Ostfront eingesetzt. Dort versucht er, Generalfeldmarschall Hans Günther von Kluge zu einem Staatsstreich gegen Hitler zu überreden, um den Krieg zu beenden.

1942
Als Erster Generalstabsoffizier der Heeresgruppe Mitte entwickelt Tresckow mehrere Attentatspläne gegen Hitler. Sie scheitern jedoch oder werden nicht durchgeführt. Vor allem gelingt es nicht, einen hohen Befehlshaber für seine Putschpläne zu gewinnen. Neben Kluge lehnen auch Erich von Manstein und Heinz Guderian ab.

1943
März: Tresckow gelingt es, eine Zeitbombe in Hitlers Flugzeug zu plazieren, deren Zünder jedoch versagt.
Juli: Zusammen mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg beginnt er den Umsturzplan für den 20. Juli auszuarbeiten. Er hat auch Kontakt zu der Widerstandsgruppe um Carl Friedrich Goerdeler.
November: Seine Versetzung zur 2. Armee, wo er Stabschef wird, erschwert seine Widerstandsaktivitäten und den Kontakt zu Stauffenberg.

1944
Januar: Ernennung zum Generalmajor.
Juni: Nach der erfolgreichen Landung der Alliierten betont Tresckow die Notwendigkeit, trotz der geschwundenen Möglichkeit eines Arrangements mit den Alliierten an den Staatsstreichplänen festzuhalten, "um der Welt zu beweisen, daß die deutsche Widerstandsbewegung den entscheidenden Wurf gewagt hat". Damit drängt er auch Stauffenberg zur Ausführung des Bombenanschlags auf Hitler.
21. Juli: Nach dem Scheitern des Attentats begeht Henning von Tresckow an der Front bei Ostrow (Rußland) Selbstmord.
Nach dem Prozeß vor dem Volksgerichtshof wird seine Leiche auf dem elterlichen Gut in Wartenberg von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) exhumiert und verbrannt.

(mw)

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