1895-1953
![[Postkarte: Walter Darre, 1940]](../../../objekte/pict/d2940015/200.jpg)
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Richard Walther Darré
NS-Politiker
- 1895
- 14. Juli: Richard Walther Darré wird in Belgrano
(Argentinien) als Sohn des Kaufmanns und Chefs des Handelshauses
Hardt & Co. Richard Oskar Darré und seiner Frau Emilia
Berta Eleonore (geb. Lagergren) geboren.
- bis 1914
- Veranlaßt durch den Beruf des Vaters, zieht
die Familie häufig um. Ausbildung an der deutschen Schule
in Belgrano, an Oberrealschulen in Heidelberg und Godesberg sowie
am Kings College in Wimbledon.
- 1914
- Besuch der Deutschen Kolonialschule in Witzhausen mit
dem Ziel der Ausbildung zum Überseefarmer.
- 1914-1918
- Freiwilliger im Ersten Weltkrieg an der
Westfront, zuletzt als Leutnant.
- 1918
- Nach Kriegsende nimmt Darré sein Studium in Witzhausen
wieder auf.
- 1920
- Diplom als Kolonialwirt.
- 1920-1925
- Studium für Landwirtschaft mit dem Schwerpunkt
Viehzucht und Vererbungsfragen in Gießen und Halle. Sein
Interesse gilt hauptsächlich genetischen Fragen, die prägend
für seine späteren Rasseforschungen am Menschen sind.
- 1922
- Heirat mit Albertine Staadt.
- 1925
- Studienabschluß als Diplomlandwirt.
- ab 1925
- Er bearbeitet staatliche Aufträge auf dem Gebiet
der Zuchtauslese, nachdem seine Bemühungen um eine Universitätsstelle
gescheitert sind.
- 1927
- Studienreise durch Finnland.
- 1928/29
- Landwirtschaftlicher Sachverständiger der Deutschen
Gesandtschaft in Riga.
- 1929
- In seiner Schrift "Das Bauerntum als Lebensquell
der nordischen Rasse" konzentriert Darré seine Untersuchungen
auf die altgermanische Rasse, wobei er den Ursprung der germanischen
Bevölkerung in einem nomadischen Krieger- und Bauerntum sieht.
Die Bauern sollen seiner Ansicht nach wieder zum ersten Stand
in einer künftigen nationalen Ordnung werden.
- 1930
- Darré verfaßt die programmatische Schrift
"Neuadel aus Blut und Boden". Die Gründe des wirtschaftlichen
Verfalls der modernen Industrie- und Massengesellschaft im Zuge
der Weltwirtschaftskrise liegen für ihn in den vermeintlich
jüdisch-kapitalistischen und jüdisch-bolschewistischen
Machenschaften der Weimarer Republik. Aus völkischer
Sicht entwickelt er den Gedanken einer geistigen und rassischen
Erneuerung durch die Hinwendung zur Agrarwirtschaft und durch
die Abkehr von der Industrieproduktion.
- Darré stimmt in
Grundsätzen mit der Rassenideologie von Heinrich
Himmler, den er durch gemeinsame Mitgliedschaft im völkischen
Artamanenbund kennenlernt, und Adolf Hitler überein.
- 6. März: Durch Vermittlung des Architekten Paul Schultze-Naumburg
(1869-1949) beauftragt Hitler Darré mit der Ausarbeitung
eines Agrarprogramms für die Nationalsozialistische Deutsche
Arbeiterpartei (NSDAP). Darré wird zum Berater der
NSDAP in allen agrarischen Fragen.
- 1. Juni: Er wird zum Leiter des Agrarpolitischen Apparats der
Reichsleitung der NSDAP.
- Juli: Eintritt in die NSDAP. Durch seinen Einfluß auf die
deutsche Bauernschaft wird Darré zu einem der wichtigsten
Beschaffer von Wählerstimmen für die Partei bei den
folgenden Wahlen. Der Agrarpolitische Apparat unter Darré
steuert die gezielte NS-Propaganda auf dem Land für
den Wahlkampf.
- 1931
- Darré übernimmt das neu gegründete
Rasse- und Siedlungs-Hauptamt (RuSHA) innerhalb der Schutzstaffel
(SS).
- Heirat mit Charlotte von Vietinghoff.
- 1932
- Er gründet die Monatsschrift "Deutsche Agrarpolitik"
(ab 1939 "Odal"). Darin propagiert er seine Vorstellungen
vom neuen "Bauernadel".
- Wahl in den Reichstag.
- 1933
- Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme
wird Darré zum Leiter des Amts für Agrarpolitik der
NSDAP ernannt.
- 4. April: Er übernimmt den Vorsitz der "Reichsführergemeinschaft"
der vereinigten landwirtschaftlichen Verbände.
- 28. Mai: Berufung zum "Reichsbauernführer".
- 29. Juni: Darré wird Reichsminister für Ernährung
und Landwirtschaft. Er hat somit in Personalunion die Leitung
der Agrarpolitik inne.
- 29. September: Mitgestaltung des Reichserbhofgesetzes, das die
Vererbung von Hofstellen reglementiert und die Erbteilung ausschließt.
- Darré baut den Reichsnährstand auf, der alle
Personen und Verbände, die an der Erzeugung landwirtschaftlicher
Produkte mitwirken, vereinigt und gleichschaltet.
- Oktober: Darré gestaltet das Erntedankfest auf
dem Bückeberg bei Hameln aktiv mit.
- 1936
- In seiner Schrift "Blut und Boden, ein Grundgedanke
des Nationalsozialismus" greift er seine Thesen von "Blut
und Boden" - ein Leitthema nationalsozialistischer Politik
- erneut auf. Hierbei propagiert er die "Einheit eines rassisch
definierten Volkskörpers und seines Siedlungsgebietes".
- ab 1936
- Darré gerät in zunehmenden Gegensatz
zu der von Hermann Göring geleiteten Vierjahresplan-Verwaltung.
Der Schwerpunkt der Wirtschaft konzentriert sich aufgrund der
Aufrüstung auf die Industrie und nicht - wie von Darré
erhofft - auf die Landwirtschaft.
- 1938
- September: Seine Pläne zur Förderung bäuerlicher
Siedlungen im Reich konkurrieren mit Himmlers Ostsiedlungspolitik.
Deshalb wird er als Leiter des RuSHA abgesetzt.
- ab 1939
- Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs tritt Darré
als Minister für Ernährung und Landwirtschaft wegen
der Umstellung auf die Kriegswirtschaft immer weiter in den Hintergrund.
- 1942
- 16. Mai: Seine Bestrebungen, die deutsche Kriegsernährungswirtschaft
autark zu machen, erweisen sich als nicht realisierbar. Darré
wird von der NS-Führung persönliches Versagen vorgeworfen
und aus allen Führungspositionen entlassen. Die letzten Kriegsjahre
verbringt er zurückgezogen in einem Jagdhaus in der Schorfheide.
- 1945
- Nach Kriegsende kommt Darré in Internierungshaft
und wird vor dem internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg
angeklagt.
- 1949
- 14. April: Verurteilung zu sieben Jahren Haft.
- 1950
- Darré kommt nach einer Begnadigung vorzeitig
frei.
- 1952
- Er tritt als Experte für Düngemethoden noch
einmal in die Öffentlichkeit.
- 1953
- 5.September: Richard Walther Darré stirbt in
München.
(ml)
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