1884-1942

[Photo: Walter von Reichenau, 1937]



Walter von Reichenau

Militär



1884
8. Oktober: Walter von Reichenau wird in Karlsruhe als Sohn eines preußischen Generalleutnants geboren.

1903
Nach dem Abitur tritt er in das preußische Heer ein.

1904
Reichenau wird Leutnant des 1. Garde-Feldartillerie-Regiments.

1911
Versetzung zur Ausbildung an die Kriegsakademie.

1914-1918
Während des Ersten Weltkriegs ist Reichenau Generalstabsoffizier.

1919
Reichenau wird in die Reichswehr als Hauptmann übernommen.
Er heiratet Alexandrine Gräfin von Maltzan und steigt damit in die höchsten Kreise der altadligen schlesischen Aristokratie auf.

1924
Reichenau wird zum Major befördert.

1929
Er wird Oberstleutnant und Chef des Stabs der Nachrichteninspektion im Reichswehrministerium.

1930-1933
Reichenau ist Stabschef im ostpreußischen Wehrkreis I.

1932
Sein Onkel, der Präsident des "Vereins für das Volkstum im Ausland" ist, macht ihn mit Adolf Hitler bekannt.

1933
1. Februar: Reichenau wird Leiter des Ministeramts im Reichswehrministerium und persönlicher Berater des Reichswehr- und späteren Kriegsministers Werner von Blomberg . Durch ihn kommt Reichenau in Kontakt mit weiteren führenden Nationalsozialisten.

1934
13. Februar: Bei der Umstrukturierung der Reichswehr zur Wehrmacht erhält Reichenau den Posten des Chefs des Wehrmachtamts.
30. Juni: Reichenau befürwortet die Monopolstellung der Wehrmacht als einzigen "Waffenträgers der Nation". Er wirkt an der Ermordung Ernst Röhms mit.

1935
Reichenau engagiert sich für eine schnelle Einbindung des Militärs in das NS-Regime . Er wird als der "Politische General" bezeichnet.
Reichenau wird als Generalleutnant zum Kommandierenden General des VII. Artilleriekommandos in München ernannt. Seinen Posten als Chef des Wehrmachtamts übernimmt Wilhelm Keitel .

1936
Reichenau wird zum General der Artillerie befördert.

1938
28. Februar: Im Zusammenhang mit der Blomberg-Fritsch-Krise wird er Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 4 in Leipzig und Nachfolger von Walther von Brauchitsch .
Als einziger General der Wehrmacht besitzt Reichenau eine politisch bedeutsame Führungsposition.

1938/39
Während der Besetzung des Sudetenlands ist Reichenau Oberbefehlshaber der 10. Armee.

1939
September: Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs hat Reichenau das Kommando über die 10. Armee.
Während des Überfalls auf Polen stoßen seine Truppen von Oberschlesien aus nach Norden vor und sind an den Kesselschlachten bei Radom und Warschau beteiligt.

1940
Im Frankreichfeldzug befehligt Reichenau als Generaloberst die 6. Armee, führt sie durch die Niederlande und erzwingt die Kapitulation Belgiens.
19. Juli: Er wird Generalfeldmarschall.

1941
Sommer: Reichenaus Einheiten werden an die Ostfront verlegt und dringen unter seiner Führung bis Kiew und Charkow vor.
10. Oktober: Er ruft im "Reichenau-Befehl" seine Soldaten zur Unterstützung von Hitlers "Weltanschauungskrieg" und zur "gerechten Sühne am jüdischen Untermenschentum" auf.
3. Dezember: Reichenau übernimmt als Nachfolger Gerd von Rundstedts die Leitung der Heeresgruppe Süd in Rußland.
31. Dezember: Reichenau gibt die Führung der 6. Armee an Friedrich Paulus ab.

1942
17. Januar: Walter von Reichenau stirbt an einem Schlaganfall nach einer Flugzeugbruchlandung in Poltawa (Rußland).

(mü/as)

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