AUSSTELLUNGSRUNDGANG

1. Teil der Ausstellung - 1. Untergeschoss

 

Türkei

Das Osmanische Reich
gehörte zu den Kriegsverlierern.
Der Friedensvertrag von Sèvres
verfügte daher die Abtretung großer Gebiete.
Dem widersetzte sich der türkische
Nationalkongress und die
Große Nationalversammlung unter
Mustafa Kemal Pascha.
Der bewaffnete Widerstand gegen
die griechische Besetzung
türkischer Landesteile weitete sich
zum griechisch-türkischen Krieg aus,
der mit einem Sieg der türkischen Truppen endete.
Gemäß dem Vertrag von Lausanne
musste Griechenland 1923 die besetzten
Gebiete zurückgeben.
Innenpolitisch erlebte die Türkei
einen Umbruch im Zeichen
der kompromißlosen Westorientierung.
Im Oktober 1923 wurde die Republik
unter Präsident Mustafa Kemal Pascha ausgerufen,
der seit 1934 den Titel Atatürk, der
„Vater der Türken“, führte.
Er schaffte das Kalifat und die Scharia,
die islamische Rechtssprechung, ab,
führte das lateinische Alphabet und
das Frauenwahlrecht ein.
Bis 1945 jedoch blieb die Türkei
ein Einparteienstaat, der vom Staatspräsidenten mit weitgehenden Vollmachten gelenkt wurde.

 

 


 

Turkey

The Ottoman Empire was
one of the losers of the war,
and the Treaty of Sèvres consequently
imposed large territorial losses.
The Turkish National Congress and
the Grand National Assembly
under Mustafa Kemal Pasha repudiated this treaty.
Armed resistance against the Greek
occupation of Turkish territories
escalated into a war with Greece,
which ended with a victory of the Turkish troops.
According to the terms of the
Treaty of Lausanne of 1923, Greece had
to return the occupied territories.
On the domestic front, Turkey was undergoing
an uncompromising westernization.
In October 1923, the Republic
was proclaimed under
president Mustafa Kemal Pasha,
who assumed the title of Atatürk
(“Father of the Turks”) in 1934.
He abolished the caliphate and
the sharia (Islamic law),
introduced the Latin alphabet and gave
women the right to vote.
However, until 1945 Turkey
remained a one-party state
governed by a largely autocratic
state president.

 

Gesellschaft | Society