• Landkarte: Erster Weltkrieg: Frontverlauf 1916

Landkarte: Erster Weltkrieg: Frontverlauf 1916 Erster Weltkrieg Frontverlauf 1916 Frontverlauf 1916 (dob) © DHM, Berlin 1914 1915 1916 1917 1918 Der Kriegsverlauf 1916 Sowohl die Mittelmächte als auch die Entente suchten 1916 erneut die Entscheidung im Westen. Der deutsche Oberbefehlshaber Erich von Falkenhayn lehnte die von Hindenburg und Ludendorff gewünschte Entscheidungsoffensive im Osten ab und baute auf einen Sieg an der französischen Front in Verbindung mit dem U-Boot-Krieg. Sein französischer Gegenspieler General Joffre versprach sich den Sieg von einer großen Offensive an der Somme. Mit einer von enormem Artillerieeinsatz unterstützten Großoffensive begann am 22. Februar 1916 der deutsche Angriff auf die Festungsanlage von Verdun, den Eckpfeiler der französischen Front. Mit riesigem Materialeinsatz wollte Falkenhayn die Franzosen zum Ausbluten bringen. Doch trotz unbeschreiblich hoher Verluste hielten die größten Teile der französischen Festungsanlage unter dem Befehl von Henri Philippe Pétain den viermonatigen Angriffen stand. Beide Seiten verloren bei den Kämpfen um Verdun zusammen über 700.000 Mann. Durch den deutschen Angriff auf Verdun wurden dort zwar erhebliche französische Kräfte gebunden, trotzdem konnten die Alliierten 104 Divisionen in die Schlacht an der Somme (24. Juni bis 26. November) werfen. In dieser über fünf Monate lang tobenden Schlacht verloren mehr als 500.000 deutsche, rund 200.000 französische und über 500.000 britische Soldaten ihr Leben. Den Alliierten war jedoch nicht mehr als ein Geländegewinn von 40 Kilometern Breite und 12 Kilometern Tiefe gelungen. Der Krieg entwickelte sich zum Abnutzungskrieg - von Menschen und Material. Den hohen Zahlen an Verlusten standen nur kurzfristig kleine Geländegewinne gegenüber. So gingen die von den Deutschen eroberten Teile des Befestigungswerks von Verdun nach erfolgreichen französischen Angriffen zwischen dem 24. Oktober und 16. Dezember wieder verloren. Auch im Osten gab es 1916 trotz erheblicher Verluste an Soldaten keine Kriegsentscheidung. Im Frühjahr konnten die Mittelmächte mehrere kleinere russische Durchbruchsversuche abwehren. Mit der ersten Brussilow-Offensive (Anfang Juni bis Anfang September) zur Entlastung der Alliierten bei Verdun und an der Somme gelang den Russen nicht nur die Rückeroberung wichtiger Eisenbahnknotenpunkte in Wolhynien und Galizien, sondern sie drängten nach mehreren Durchbrüchen auch die österreich-ungarischen Truppen weit zurück. Die zweite Offensive unter General Brussilow hatte den Durchbruch nach Ungarn zum Ziel, wurde jedoch in den Karpaten abgewehrt. Auch die dritte Brussilow-Offensive (Mitte Oktober bis Mitte Dezember) zur Entlastung des rumänischen Bündnispartners blieb ohne nennenswerten Erfolg. Nach den drei Brussilow-Offensiven mit weit über einer Million Mann an Verlusten war die russische Kampfkraft erschöpft, die Truppen waren demoralisiert. Der Frontverlauf im Osten veränderte sich bis zum Ausbruch der russischen Februarrevolution nur wenig. Demgegenüber konnten die Mittelmächte bei ihrem gemeinsamen Feldzug gegen Rumänien einen erfolgreichen Bewegungskrieg führen: Am 6. Dezember 1916 wurde Bukarest erobert, bis Jahresende war der größte Teil Rumäniens mit den Erdölgebieten in der Hand der Mittelmächte. Zu den fragwürdigen Kriegslisten Ludendorffs zählte die Gründung eines unabhängigen polnischen Staats, die in der Hoffnung auf Unterstützung durch polnische Truppen am 5. November durch eine gemeinsame Proklamation des deutschen Kaisers Wilhelm II. und des österreich-ungarischen Kaisers Franz Joseph I. vollzogen wurde. Noch während der ersten russischen Offensive wurde der Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg am 26. August zum Chef des Generalstabs des Feldheers ernannt, der Generalleutnant Erich Ludendorff wurde erster Generalquartiermeister. Beide zusammen bildeten die 3. OHL, die im weiteren Kriegsverlauf in einem nicht unerheblichen Maß in die deutsche Innenpolitik eingriff. Die Totalität des ersten Massenkriegs schlug voll auf die Heimatfront durch. Angesichts der Erfolglosigkeit der französischen Kriegführung ging der Oberbefehl des französischen Heers von General Joffre am 3. Dezember auf Georges Robert Nivelle (1858-1924) über. (mw/ba)Deutsches Historisches Museum, Berlin LeMO de Europa Krieg, Frontverlauf

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