• Exponat: Foto: Arbeitslosenschlange, 1930

Arbeitslosenschlange im Hof des Arbeitsamtes Hannover

Walter Ballhause (1911-1991)
Hannover, 1930
Fotografie
29,4 x 41,1 cm
Inv.-Nr.: Ph 92/104

Der Zusammenbruch der Kurse an der New Yorker Börse Ende Oktober 1929 führte zu einer Weltwirtschaftskrise, die Deutschland weitaus schwerer traf als andere Länder. Anfang 1931 waren in Deutschland bereits fünf Millionen Menschen als arbeitslos registriert. Mit den Arbeitslosenzahlen stiegen die Kosten für die Arbeitslosenversicherung, deren Leistungen zugleich sanken. Das von Franz von Papen Ende Mai 1932 gebildete "Kabinett der nationalen Konzentration" verlängerte schließlich noch die Wartezeit für den Anspruch auf Arbeitslosengeld und verkürzte die Bezugszeit auf sechs Wochen. Arbeitslosigkeit und fortschreitende Verarmung boten einen fruchtbaren Nährboden für antikapitalistische, antiliberale und vor allem für antisemitische Propaganda, die stereotyp das "internationale Finanzjudentum" für die Wirtschaftskatastrophe verantwortlich machte.

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Die Arbeitslosenversicherung
Industrie und Wirtschaft

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