• Exponat: Plakat: Deutsche Volkspartei, 1930

"Wählt meine Partei"

Wahlplakat der Deutschen Volkspartei zur Reichstagswahl 1930
Berlin, 1930
Lithografie
85 x 55,8 cm
Inv.-Nr.: P 57/1156

Der Tod von Außenminister Gustav Stresemann am 3. Oktober 1929 erschütterte die Weimarer Republik. Die Wahlstrategen der DVP inszenierten ihn schon 1930 als mythische Figur und historisches Monument in der Nachfolge von Friedrich dem Großen und Otto von Bismarck. Unter dem Vorsitz des „Vernunftrepublikaners“ Stresemann hatte sich die DVP nach 1920 immer mehr dem parlamentarischen System der Weimarer Republik angenähert. Als Außenminister hatte er eine Politik der Aussöhnung mit den ehemaligen Kriegsgegnern verfolgt. Dafür erhielt Stresemann zusammen mit seinem französischen Amtskollegen Aristide Briand 1926 den Friedensnobelpreis. Nicht zuletzt der langjährigen Verständigungspolitik Stresemanns war es zu verdanken, dass die Franzosen Ende Juni 1930 vorzeitig das seit 1919 besetzte Rheinland räumten. Für die Reichstagswahl am 14. September 1930 warb die DVP daher mit einem über den Rhein nach Westen blickenden Profilkopf Stresemanns – als in Stein gemeißelte Mahnung, den erfolgreichen außenpolitischen Weg konsequent fortzusetzen. Die Weltwirtschaftskrise hatte die politischen Rahmenbedingungen aber bereits grundlegend verändert, die liberale DVP versank Anfang der 1930er Jahre in politischer Bedeutungslosigkeit. Damit scheiterte auch der Versuch der Partei, Stresemann als Verkörperung des neuen Deutschlands der Weimarer Republik zu inszenieren.

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Die Deutsche Volkspartei (DVP)
Außenpolitik

Exponat: Plakat: Deutsche Volkspartei, 1930 [Abbildung] Wählt meine Partei Wahlplakat der Deutschen Volkspartei zur Reichstagswahl 1930 Berlin, 1930 Lithografie, 85 x 55,8 cm © Deutsches Historisches Museum, Berlin Inv. Nr.: P 57/1156 Der Tod von Außenminister Gustav Stresemann am 3. Oktober 1929 erschütterte die Weimarer Republik. Die Wahlstrategen der DVP inszenierten ihn schon 1930 als mythische Figur und historisches Monument in der Nachfolge von Friedrich dem Großen und Otto von Bismarck. Unter dem Vorsitz des „Vernunftrepublikaners“ Stresemann hatte sich die DVP nach 1920 immer mehr dem parlamentarischen System der Weimarer Republik angenähert. Als Außenminister hatte er eine Politik der Aussöhnung mit den ehemaligen Kriegsgegnern verfolgt. Dafür erhielt Stresemann zusammen mit seinem französischen Amtskollegen Aristide Briand 1926 den Friedensnobelpreis. Nicht zuletzt der langjährigen Verständigungspolitik Stresemanns war es zu verdanken, dass die Franzosen Ende Juni 1930 vorzeitig das seit 1919 besetzte Rheinland räumten. Für die Reichstagswahl am 14. September 1930 warb die DVP daher mit einem über den Rhein nach Westen blickenden Profilkopf Stresemanns – als in Stein gemeißelte Mahnung, den erfolgreichen außenpolitischen Weg konsequent fortzusetzen. Die Weltwirtschaftskrise hatte die politischen Rahmenbedingungen aber bereits grundlegend verändert, die liberale DVP versank Anfang der 1930er Jahre in politischer Bedeutungslosigkeit. Damit scheiterte auch der Versuch der Partei, Stresemann als Verkörperung des „neuen Deutschlands“ der Weimarer Republik zu inszenieren.

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