Emilie Schindler 1907-2001

  • 1907

    22. Oktober: Emilie Pelzl wird als zweites Kind von Josef und Maria Pelzl in Alt-Moletein (heute: Starý Moletín, Tschechien) geboren.
    Sie besucht die Volksschule, eine Klosterschule und die Landwirtschaftschule in Brünn (heute: Brno, Tschechien).

  • 1928

    6. März: Hochzeit mit Oskar Schindler und Umzug zu Ihren Schwiegereltern nach Zwittau (heute: Svitavy, Tschechien).

  • 1936

    Umzug nach Mährisch-Ostrau (heute: Ostrava, Tschechien). Emilie Schindler unterstützt ihren Mann aktiv bei seiner Arbeit für die deutsche Spionageabwehr im Amt Ausland/Abwehr unter Wilhelm Canaris durch Botengänge und Hilfsdienste.

  • 1939

    Innerhalb von neun Monaten sterben beide Eltern.
    Zweimal wöchentlich besucht sie Ihren Mann Oskar, der nach dem deutschen Überfall auf Polen in Krakau als Fabrikant arbeitet.

  • 1941

    Trotz zahlreicher Liebesaffären ihres Mannes zieht Emilie Schindler nach Krakau und unterstützt Oskar Schindler bei der Versorgung und Verpflegung jüdischer Zwangsarbeiter in der "Deutschen Emailwarenfabrik" (DEF).

  • 1942

    Nach einem Autounfall und einem Rückenwirbelbruch wird Emilie Schindler im Berliner Auguste-Viktoria-Krankenhaus behandelt.

  • 1944

    Verlagerung großer Teile der DEF nach Brünnlitz (heute: Brnìnec, Tschechien) bei Zwittau.

  • 1945

    Januar: Während der Abwesenheit von Oskar Schindler nimmt Emilie Schindler etwa 100 Juden in die Brünnlitzer Fabrik auf, die aus einem Bergwerk nahe dem polnischen Golleschau (heute: Goleszów, Polen) abtransportiert wurden. Die drei Wochen lang ohne Verpflegung in Eisenbahnwaggons eingepferchten Menschen sollten ermordet werden, wenn sie in keiner Fabrik als Arbeitskräfte unterkommen würden.
    9. Mai: Zusammen mit Oskar Schindler flieht Emilie nach der deutschen Kapitulation über Konstanz nach Regensburg.

  • 1945-1949

    Da ein wirtschaftlicher Neuanfang der Schindlers in den ersten Nachkriegsjahren misslingt, sind Sie auf die Unterstützung der jüdischen Hilfsorganisation "Joint" angewiesen.

  • 1949

    Oktober: Emilie Schindler wandert mit ihrem Mann nach Argentinien aus.

  • 1957

    Trennung von Oskar Schindler, der allein zurück nach Deutschland geht und ihr beträchtliche Schulden aus fehlgeschlagenen Geschäften hinterlässt.

  • 1962

    Wegen finanziellen Engpässen muss Emilie Schindler ihr Haus in Argentinien verkaufen und nach San Vicente ziehen. Sie lebt zurückgezogen in Argentinien.

  • 1974

    29. Oktober: Tod Oskar Schindlers.

  • 1990

    Juni: Beginn der Freundschaft mit der Journalistin und Buchautorin Erika Rosenberg.

  • 1993

    Mai: Aufgrund der Einladung des US-Amerikanischen Regisseurs Steven Spielberg (*1946) reist Emilie Schindler nach Jerusalem zu den Dreharbeiten des Films "Schindlers Liste", der die Rettung von über 1.300 Juden durch Oskar und Emilie Schindler thematisiert. Für die letzte Filmszene legt sie als Erste einen Stein auf das Grab ihres Mannes.
    24. Juni: Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem/Jerusalem bestätigt die Ehrung Oskar Schindlers als "Gerechter unter den Völkern" und erweitert diese Anerkennung auch auf Emilie Schindler.

  • 1994

    Anlässlich der Premiere von "Schindlers Liste" begegnet Emilie Schindler US-Präsident Bill Clinton und seiner Frau Hillary in Washington.
    Sie wird in der deutschen Botschaft in Buenos Aires mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

  • 1995

    März: Bei einer Europareise wird Emilie Schindler von Papst Johannes Paul II. (1920-2005) in Rom und Bundespräsident Roman Herzog in Berlin empfangen.

  • 1999

    Reise nach München, Prag, Brünnlitz, Zwittau und ihren Geburtsort Alt-Moletein.

  • 2001

    Juli: Aufgrund der Einladung durch das Haus der Geschichte in Bonn zur Eröffnung der Dauerausstellung reist Emilie Schindler erneut nach Deutschland.
    5. Oktober: Nach einem Schlaganfall stirbt Emilie Schindler im Klinikum Märkisch-Oderland in Strausberg bei Berlin.
    19. Oktober: Emilie Schindler wird im bayerischen Waldkraiburg beigesetzt. In einem Alten- und Pflegeheim der Sudetendeutschen Stiftung in Waldkraiburg hatte sie ursprünglich ihren Lebensabend verbringen wollen.

Johannes Leicht
14. September 2014

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