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Hermann Lohmann: Als Soldat in Ostpreußen 1944/45

Dieser Eintrag stammt von Hermann Lohmann (*1925) aus Deutsch Evern, Februar 2010:

Nach 2½ Monaten Einsatz in Polen wurden wir von der "Panzer-Division Hermann Göring" im Oktober 1944 auf Eisenbahnwaggons verladen und in Nordostpreußen eingesetzt. Dort war die Front infolge weit überlegener russischer Kräfte zusammengebrochen. Nur 5 deutsche Divisionen standen 19 russischen Schützendivisionen, 3 Panzerkorps und einem Artilleriekorps gegenüber. Die Lage war so ernst, dass das Oberkommando des Heeres am 6. Oktober 1944 die Zuführung unserer Division von Radom nach Insterburg genehmigte. Unser erster Einsatzort war Kuckernese (Kaukehmen) im Memelgebiet nordwestlich von Tilsit an der Memel gelegen. Dort sollte durch den Einsatz des in Aufstellung begriffenen Fallschirmpanzerkorps H.G. die Front in Nordostpreußen stabilisiert werden.

Ich schrieb am 15.10.1944 unter anderem:
"Liebe Eltern! Mir geht es heute noch sehr gut, was ich auch von Euch hoffe. Inzwischen haben wir eine kleine Reise gemacht und sind nun in eine schöne Gegend gekommen, wo es tüchtig Milch gibt. So habe ich denn heute schon tüchtig gemolken, so dass wir jeder 2 l Milch hatten. Hier gefällt es mir sehr gut, denn es gibt hier wenigstens noch anständige Häuser, nicht so wie in Galizien-Polen. Man sieht mal wieder gute Gärten und schöne gerade Felder, Wälder und viele Seen."

Ich kann mich heute noch erinnern, dass es ein überschwänglich, heimatliches Gefühl war, was uns wohl alle nach dem Ausladen, ich glaube in Tilsit, überfiel. Endlich verstanden wir wieder die Sprache der Menschen, denen wir begegneten. Irgendwo, ich glaube in Kuckerneese, saßen Leute vor der Tür und sprachen Plattdeutsch miteinander. Das war für mich besonders heimatlich. Ich ging näher heran, um mich zu unterhalten. Aber leider konnte ich das Plattdeutsche der dortigen ostpreußischen Bewohner nicht verstehen und war ganz enttäuscht. Nur der Tonfall war der gleiche wie bei uns zu Hause. In dem großen Grünlandgebiet an der Memel, unserem Einsatzgebiet, lief sehr viel schwarzbuntes Rindvieh herrenlos herum, weil die Menschen geflüchtet waren. Die nicht gemolkenen Kühe brüllten vor Schmerzen wegen ihrer prall gefüllten Euter. Deshalb haben wir so viele Kühe gemolken wie wir nur konnten und hatten als Lohn dafür sehr viel Milch.

Im Raum Kuckerneese/Kaukehmen waren wir nur etwa 7 Tage. Dann sind wir in Tilsit wieder auf Eisenbahnwaggons verladen worden und östlich Gumbinnen bei Trakehnen eingesetzt. Der Einsatz bei Trakehnen war äußerst gefährlich. Unser Eisenbahnzug wurde in der Nähe der Front rückwärts in ein Wäldchen hinein geschoben. In dieses Wäldchen schoss der Russe bereits mit der Artillerie hinein, so dass uns die Splitter der Baumkrepierer um die Ohren pfiffen. Wir mussten schleunigst sehen, dass wir aus diesem Waldstück heraus auf das freie Feld kamen. Wir hatten dort bereits die ersten Verwundeten. Wo wir östlich von Gumbinnen ausgeladen worden sind, weiß ich nicht mehr. Die Verladung in Tilsit ist wahrscheinlich am 19.10.1944 gewesen, denn die Hauptkämpfe im Raum Trakehnen-Nemmersdorf waren vom 19.-22.10.1944.

So schrieb ich denn am 24.10.1944:
"Liebe Eltern! Heute Abend will ich Euch schnell einen kleinen Brief schreiben, denn ich hatte wenig Zeit. Mir geht es noch immer sehr gut, was ich auch von Euch hoffe. Post habe ich schon 14 Tage nicht mehr bekommen, denn sie reist uns noch immer nach. Hoffentlich bleiben wir hier noch etwas länger, denn wenn es so weiter geht, habe ich in einigen Wochen die ganze Welt gesehen. Sobald ich Zeit habe, schreibe ich mehr. Herzliche Grüße sendet Euch Euer Sohn Hermann."

25.10.1944:
"Endlich nach langer Zeit erhielten wir mal wieder Post aus der Heimat und zwar war es nur neue Post, d. h. die Briefe waren vom 15. u. 17.10. Ihr meint, dass es mir schlecht geht. Ihr braucht Euch keine Sorgen zu machen, denn obwohl ich wohl gerne ein Paar Strümpfe hätte, verzichte ich gerne auf ein Kissen und die Uhr. Die Uhr laßt lieber bei Euch liegen, weil sie vielleicht doch nicht ankommt und ein Kissen habe ich schon wieder. Augenblicklich geht es mir ganz gut, denn erstens bin ich gesund und zweitens schlafen wir in Federbetten. Wir haben richtige, schöne Sessel wie zu Hause und die Stube wird von dem schönen Kachelofen schön erwärmt. Aber leider geht das elektrische Licht nicht mehr und es rummst ab und zu mal ein wenig. Sonst wäre es wohl wie im Urlaub. Also könnt Ihr sehen, dass es mir sehr gut geht."

Der folgende Brief vom 1.11. ist am 3.11.1944 in Königsberg abgestempelt. Ich war also wohl am 2.11.1944 in Königsberg. Dort habe ich mich auch fotografieren lassen. Das Bild ist noch vorhanden. Mein Gesichtsausdruck ist durch den Kriegseinsatz ernster geworden. Durch Tränen meiner Mutter ist das Foto teilweise abgeblasst.

Ich schrieb:
"Der Iwan, der hier vor einer Woche noch sehr rebellisch war, hat sich jetzt auch beruhigt, so dass er kaum noch schießt. Es wird wirklich allmählich Zeit, dass ich mal auf Urlaub komme, denn nun fällt schon wieder das Laub und ich bin noch nicht zu Hause gewesen. Wer hätte das auch gedacht, dass ich noch nicht in Urlaub sein würde. Aber es hilft eben nichts, denn der Feind bedroht unser deutsches Land und da muss jeder mit anpacken, um ihn wieder hinauszuschmeißen. Hoffentlich wird es gelingen!"

Ja, die Moral und Verteidigungsbereitschaft der Soldaten war zu der Zeit noch sehr gut. Insbesondere wohl auch verstärkt durch den Anblick der Not der Bevölkerung, wobei die durch die sowjetischen Soldaten angerichteten Gräueltaten eine erhöhte Verteidigungsbereitschaft bewirkten. Mein Nachsatz: "Hoffentlich wird es gelingen!" lässt aber bereits ahnen, dass ich gewisse Zweifel hatte. Die Übermacht des Gegners vor allem an Menschen aber auch an Material war einfach zu groß.

Die Zeit vom 1. November 1944 bis zum 13. Januar 1945, dem Tag des erwarteten Großangriffs der Roten Armee, verlief recht ruhig. Die Sowjets hatten ihre Stoßarmeen zurückgezogen, um sie nach den auch für sie verlustreichen Kämpfen aufzufüllen, neu zu ordnen und zur nächsten Angriffswelle bereitzustellen. Auch aus meinen Briefen ist das zu erkennen. Ich habe in dieser Zeit nur über die Sorgen und Freuden des normalen Soldatenlebens berichtet.


Am 11.11.1944 schrieb ich:
"Liebe Eltern! Diesen Brief gebe ich einem Kameraden mit, der nach Insterburg fährt, um ihn dort in den Briefkasten zu stecken. Nun will ich Euch kurz schreiben, wo ich stecke. Zuerst kamen wir aus der Nähe von Radom in die Gegend von Tilsit. Ich bin auch durch Tilsit gefahren, um dann in der Nähe der Memel bei Kuckerneese in Einsatz zu kommen. Nach etwa 7 Tagen hatten wir die Division "Großdeutschland" (eine Heereseliteeinheit) rausgeschlagen und kamen in die Nähe von Trakehnen zum Einsatz, um den Russen zurückzuschlagen, der von Süden auf Gumbinnen stieß. Nachdem dies gelungen war, kamen wir nach Schublau, 10 km von Nemmersdorf. Von diesem Ort und den Gräueltaten habt Ihr wohl auch schon gehört. Hier wo wir sind, war der Russe auch schon und wir haben die Gräueltaten mit eigenen Augen gesehen. Ich befinde mich jetzt hinten beim Tross, wo man nichts vom Krieg hört. Wir warten nämlich auf Gerät für unseren Wettertrupp, der seit dem Brand (in Italien) nicht mehr bestand. In etwa 14 Tagen wird es wohl wieder soweit sein. Morgen früh fahren 4 Mann nach Berlin, um es (das Gerät) zu holen. Ich wäre gerne mitgefahren, aber es geht leider nicht, denn die älteren haben den Vortritt. Mir geht es hier noch sehr gut, was ich auch von Euch hoffe. Alles Gute und herzliche Grüße Euer Sohn Hermann."

Am 1. Advent, d. 4.12.1944 habe ich dem Ostpreußen Fritz Speckmann einen Brief mitgegeben. Ich schrieb:
"Diesen Brief nimmt ein Kamerad mit nach Hause! Er wohnt 40 km von hier. Wir liegen hier mal wieder sehr schön, so dass wir gesagt haben, wenn unsere Eltern wüssten, wie gut wir es haben, würden sie sich bestimmt nicht soviel Sorgen machen! Wir haben hier jeder ein Bett mit Sprungfedern, also alles in allem herrlich. Augenblicklich ist Zimmertemperatur 23° C bei uns. Also schon ganz schön heiß."

Sonntag, 2. Advent, 10.12.1944:
"Liebe Eltern! In nächster Zeit sollen wir für Dezember und Januar je 2 Paketmarken mit dem Aufdruck 2 kg erhalten, damit die Angehörigen in der Heimat zusätzliche Winterbekleidung schicken können. Man kann aber auch etwas anderes reinpacken. Wenn Ihr allerdings etwas schickt, so lasst Euch bitte eine Bescheinigung geben, dass die Sachen mir gehören, weil wir hier sonst von der Feldpolizei verdächtigt werden, dass wir die Sachen hier aus den Häusern gestohlen haben (Plünderung!)."

Dieser Satz ist interessant. Es wurde also damals darauf geachtet, dass aus den Häusern der geflüchteten Zivilbevölkerung nichts entwendet wurde. Zu dem damaligen Zeitpunkt war das wohl richtig. Allerdings ist die Bevölkerung nie wieder in ihre Häuser gekommen und so ist alles den Russen in die Hände gefallen.


Weihnachten 1944

Am 14.12.1944 schrieb ich den Weihnachtsbrief an meine Eltern. Ich schrieb zur Beruhigung meiner Eltern einen sehr positiven Brief. Es war ja zu der Zeit auch relativ ruhig an der Front in Ostpreußen.
"... Mir kann es gar nicht besser gehen, als jetzt hier. Ich bin gesund und habe alles, was ich brauche. Ein schönes Zimmer mit einem herrlichen Bett ist meine Wohnung. Zu essen haben wir genügend und zum Christabend kriegen wir auch noch etwas Besonderes an Verpflegung. 5 Päckchen von Euch habe ich schon bekommen, so dass es an Überraschungen nicht fehlen wird. Ich werde in diesem Jahr bestimmt ebenso gut Weihnachten feiern wie im letzten Jahr in Italien, wovon Ihr ja noch ein Bild habt. Mögt auch Ihr in voller Gesundheit das Weihnachtsfest feiern und Du, liebe Mutter, in aller Ruhe Deinen Geburtstag (23.12.) feiern.
Herzliche Weihnachtsgrüße Euer Sohn Hermann."


Am 2. Weihnachtstag, d. 26.12.1944, schrieb ich meinen Eltern einen begeisterten Bericht über das Weihnachtsfest an der Front in Ostpreußen. Ich finde es heute erstaunlich, was im letzten Kriegswinter, zur 6. Kriegsweihnacht, noch an Verpflegung und Sonderverpflegung für die Soldaten vorhanden war. Ich schrieb u.a.:
"Am Nachmittag des Christtages kam der Weihnachtsmann der Batterie und brachte uns pro Mann eine Wurst, 1 Weihnachtsstollen, Wein, Most, Schnaps, Kleingebäck und pro Mann 10 Berliner Pfannkuchen. Außerdem noch ein paar Bonbons u. Zigaretten. Um 6 Uhr nachmittags kam der Chef, um eine kleine Weihnachtsrede zu halten. Dann ging das Feiern los. Wir hatten uns einen schönen kleinen Weihnachtsbaum geholt und ihn mit Watte und etwas Lametta ausgeschmückt. Hatten aber nur 2 Lichter für den Baum. Auf den Tisch haben wir eine weiße Decke gelegt, um es schön feierlich zu machen. So zündeten wir um 6 Uhr die Lichter an und sangen das Lied "Stille Nacht". Darauf konnten wir es nicht mehr aushalten und mussten erst mal sehen, was wir von zu Hause geschickt bekommen haben. Es ist ja einfach herrlich, was ich alles von Euch geschickt bekommen habe. Ich hatte einen großen Haufen Pakete zu öffnen, denn die 3 Pakete, die Adolf Mahnke (aus Rullstorf) mitgenommen hatte, kamen 1 Tag vor Heiligabend auch noch alle an."


Es folgt dann ein längerer Bericht über den Inhalt der Pakete. Es waren wohl ca. 10 Päckchen und Pakete, die ich zu öffnen hatte. Besonders gefreut habe ich mich wohl über den Christbaumschmuck, denn ich schrieb:
"Es war sehr schön, dass Ihr mir Weihnachtsschmuck geschickt habt, denn unser Christbaum sah wirklich sehr kahl aus. Ich nahm sofort den Schmuck und schmückte den Christbaum mit den Silbersachen und den 4 Lichtern, so dass wir jetzt 6 Lichter am Baum haben."

Besonders erwähnt habe ich auch noch:
"1 Paar gefütterte Handschuhe, 1 Paar Strümpfe, die ich nötig brauche, da meine erstmal furchtbar kaputtgelaufen sind und außerdem sind die italienischen Strümpfe so dünn, dass sie kaum wärmen. Ein schöner Nähbeutel mit Sachen, die ich ebenfalls nötig brauche."

Die übrigen Weihnachtsgeschenke bestanden aus: Braunkuchen, kleinen Kuchen, Schinken, ein schöner weißer Kamm, ein Film, Mettwurst, Biskuit-Kuchen, Waschlappen, 15 schöne Dickstieläpfel etc.:
"Kaum hatte ich die Äpfel entdeckt, als ich mir gleich einen genommen und hineingebissen habe. Oh, war das eine Delikatesse nach so langer Zeit. Auch meinen Kameraden habe ich je einen Apfel gegeben und Ihr glaubt gar nicht, wie sehr sie sich gefreut haben. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr ich mich zu all den schönen Dingen gefreut habe. Habt für alles meinen herzlichen Dank, es waren bestimmt sehr schöne Überraschungen, die Ihr mir zum Weihnachtsfeste geschickt habt. Nachdem wir unsere Sachen ausgepackt hatten und unsere Sachen gegenseitig probiert hatten, sangen wir noch einige schöne Weihnachtslieder und dabei glitt unser Blick immer wieder zum Christbaum und wir dachten an die Lieben daheim und an unsere Kindheit. Wir sangen alle schönen Weihnachtslieder wie Stille Nacht, Oh du fröhliche, Süßer die Glocken, Vom Himmel hoch, Es ist ein Ros entsprungen usw. ...
Wegen Winterkleidung brauchen wir uns keine Sorgen mehr zu machen, denn am 23.12., also gerade an Deinem Geburtstag, liebe Mutter, empfingen wir einen vollständigen Watteanzug zum überziehen über die Uniform. Außerdem Filzstiefel und Überhandschuhe und eine Haube, die das ganze Gesicht auch Nase, Mund und Augen bedeckt. Die Uniform ist außen mit Zeltbahn versehen, so dass dieser Anzug auch wasserdicht ist. Zum Schluss danke ich Euch noch mal recht herzlich für alles Schöne zum Weihnachtsfest und grüße Euch recht herzlich Euer Sohn Hermann."


Es ist einfach erstaunlich, was kurz vor Kriegsende noch an Ausrüstung für jeden einzelnen Soldaten vorhanden war. Welch ein Glück hatten wir damals, dass man uns so gut mit Winterbekleidung ausrüstete. So konnten wir das kommende Chaos, den Winterkrieg 1945 in Ostpreußen, besser überstehen. Wenn es nicht in meinen Briefen stehen würde, hätte ich es heute, nach 64 Jahren, nicht mehr für möglich gehalten, dass man uns damals im letzten Kriegswinter 1944/45 noch so gut verpflegt und mit Winterbekleidung versorgt hat.

29.12.44:
"In Königsberg war es damals sehr schön, denn man konnte mal wieder ins Kino gehen u. außerdem ist dort eine Wannenbadeanstalt, wo ich mal anständig baden konnte. Hier ist noch alles sehr ruhig. Heute hat es wieder geschneit, so dass es mit der Kälte auch noch nicht schlimm ist."

1.1.45:
"Möge es Gott geben, dass in diesem Jahre der Krieg ein Ende nimmt und wir uns alle in Frieden wieder miteinander vereinen können, dass unser lieber Heinz wieder in die Freiheit gelangt. Nun seid recht herzlich gegrüßt und ich wünsche Euch nochmals alles Gute im neuen Jahr Euer Sohn Hermann."

Am 3.1.1945 habe ich meinem Kameraden Fritz Speckmann einen Brief in sein Heimatdorf Schulzenhof bei Insterburg mitgegeben, der von dort aus mit der Zivilpost befördert wurde. Interessant ist folgendes:
"So leicht werde ich hier kein Unteroffizier, denn die Stellen sind besetzt. Aber ich habe auch gar kein Interesse daran und verzichte auf die Tressen, wenn ich mit heilem Kreuz nach Hause kommen kann. Beim Wettertrupp sind wir noch alle zusammen, bis auf einen, der sich freiwillig zum fliegenden Personal gemeldet hat. Unser Wagen ist da. Er ist wirklich sehr schön (der neue Wetterwagen). Wir sind umgezogen u. liegen in einer Waldecke." (Forsteck)

11.1.45, 23.30 Uhr:
"Liebe Eltern! Wir liegen hier dicht am Wald (Forsteck). Wir haben uns etwas von der Einheit abgesetzt, so dass wir wieder selbst kochen müssen, was ja viel besser ist, denn so kann man soviel kochen, dass man satt wird."

Ja, unser Unteroffizier und Truppführer Heinz Kasprzack kochte leidenschaftlich gerne und gut. Deshalb hat er sich auch von der Einheit abgesetzt, solange und so oft es möglich war. Ich kann mich erinnern, dass ich damals dort ostwärts von unserem Quartier mein erstes Stück Rehwild erlegte. Ich bin damals wohl im Forst Karlswalde gewesen, wo es mir nach recht mühevoller Pirsch tatsächlich gelang, mit dem Militärkarabiner eine Ricke zu erlegen. So war unsere Verpflegung durch Wildbraten erheblich aufgebessert. Leider hatten wir wenig Zeit, das zu genießen, denn am 13.1.45 begann die Großoffensive der Russen, die 3 Monate später in der totalen Vernichtung der deutschen Streitkräfte in Ostpreußen im April 1945 endete.


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