Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim 1905-1944

Militär

  • 1905

    25. März: Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim wird als Sohn des Hauptmanns im bayerischen Generalstab Hermann Ritter Mertz von Quirnheim in München geboren.

  • 1919

    Übersiedlung der Familie nach Potsdam, da sein Vater die Leitung des Reichsarchivs übernimmt.
    Über Verbindungen seines Vaters lernt er die Familie von Haeften kennen. Er befreundet sich mit den Brüdern Werner von Haeften und Hans-Bernd von Haeften (1905-1944), die sich später ebenfalls im Widerstand gegen das NS-Regime engagieren.

  • 1923

    Nach dem Abitur tritt Mertz von Quirnheim in Landshut in das Infanterieregiment 19 der Reichswehr ein.

  • ab 1925

    Beginn seiner Freundschaft mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der seine militärische Ausbildung in Bamberg beim Reiterregiment 17 absolviert.

  • 1933

    Mertz von Quirnheim begrüßt zunächst die Machtübernahme der Nationalsozialisten. Als entschiedener Gegner des Versailler Vertrags verspricht er sich von der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) die Wiederherstellung der militärischen Macht des Deutschen Reichs.

  • 1936-1938

    Gemeinsam mit Stauffenberg absolviert Mertz von Quirnheim die zweijährige Ausbildung an der Kriegsakademie in Berlin zum Generalstabsoffizier.

  • 1939

    Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wird Mertz von Quirnheim als Stabsoffizier bei der Organisationsabteilung des Generalstabs eingesetzt.

  • 1941

    Er tritt für eine humanere Behandlung der Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten ein und gerät mit Alfred Rosenberg, dem Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, und mit Erich Koch (1896-1986), dem Reichskommissar für die Ukraine, in Konflikt.

  • ab 1942

    Bei Heimaturlauben in Berlin tauscht sich Mertz von Quirnheim mit seinem Schwager Wilhelm Dieckmann (1893-1944) aus, der bereits seit 1935 Widerstand gegen das NS-Regime leistet und Mitglied der Bekennenden Kirche ist.

  • 1942

    Beförderung zum Oberstleutnant.
    November: Mertz von Quirnheim wird Stabschef des 24. Armeekorps an der Ostfront.

  • 1943

    Heirat mit Hilde Baier.
    Mertz von Quirnheim entschließt sich zur Unterstützung des von einer Offiziersgruppe geplanten Attentats auf Adolf Hitler.
    Er ist gemeinsam mit Friedrich Olbricht und Stauffenberg an der Erarbeitung des Operationsplans "Walküre" beteiligt. Dieser Plan soll eigentlich den Einsatz des Militärs im Falle eines Fremdarbeiteraufstands oder einer Landung der Alliierten koordinieren. Die Verschwörer überarbeiten "Walküre" für die Übernahme der militärischen Macht nach einem Attentat auf Hitler.

  • 1944

    Juni: Mertz von Quirnheim wird Nachfolger Stauffenbergs in der Leitung des Stabs des Allgemeinen Heeresamts in Berlin.
    Er erfährt von der Beteiligung seines Schwagers Otto Korfes (1889-1964) an der Gründung des Bundes Deutscher Offiziere (BDO). Deutsche Spitzenmilitärs in sowjetischer Kriegsgefangenschaft erklären sich im BDO zum Widerstand gegen Hitler bereit. Zuvor hatte ihnen die Sowjetunion zugesichert, bei Kriegsende Deutschland in den Grenzen von 1937 zu belassen.
    17. Juli: Mertz von Quirnheim unterrichtet Dieckmann von dem geplanten Attentat am 20. Juli.
    20. Juli: Auf Mertz von Quirnheims Drängen löst General Olbricht im Berliner Bendlerblock die "Operation Walküre" aus.
    Die militärischen Befehlshaber erhalten die Anweisungen der Verschwörer und die Nachricht von Hitlers Überleben nahezu gleichzeitig. Sie verhalten sich daher abwartend.
    Regimetreue Offiziere überwältigen Mertz von Quirnheim, Stauffenberg, Olbricht, Haeften, Ludwig Beck und Erich Hoepner.
    20./21. Juli: In der Nacht werden Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim, Claus Graf Schenk von Stauffenberg, Werner von Haeften und Friedrich Olbricht erschossen.
    Nachdem die Leichen der Erschossenen in Uniform bestattet wurden, befiehlt Heinrich Himmler deren Exhumierung und Verbrennung. Die Asche wird über die Felder verstreut.
    Wenige Tage später werden die Eltern Mertz von Quirnheims und eine seiner Schwestern von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) verhaftet.
    13. September: Dieckmann, der Schwager Mertz von Quirnheims, wird in Berlin nach seiner Verurteilung durch den Volksgerichtshof hingerichtet.

(se)
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