1892-1940
![[Photo: Walter Benjamin, 1937]](../../../objekte/pict/ba009888/200.jpg)
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Walter Benjamin
Schriftsteller
- 1892
- 15. Juli: Walter Benjamin wird in Berlin als Sohn des
Antiquitäten- und Kunsthändlers Emil Benjamin und dessen
Frau Pauline (geb. Schoenflies) geboren. Er wächst in einem
großbürgerlichen jüdisch-assimilierten Elternhaus
auf.
- 1912
- Nach dem Abitur beginnt er ein Studium der Philosophie,
Germanistik und Kunstgeschichte in Freiburg im Breisgau, wechselt
später nach Berlin. Er engagiert sich aktiv in der republikanischen
"Freien Studentenschaft".
- 1914
- Nach Beginn des Ersten Weltkriegs setzt er sein
Studium in München, dann in Bern fort, wo er Ernst Bloch
und Hugo Ball (1886-1927) kennenlernt.
- 1915
- Beginn der langjährigen Freundschaft mit dem Zionisten
und späteren Religionsphilosophen Gershom Scholem (1897-1982).
- 1917
- Heirat mit Dora Kellner. Aus der Ehe geht ein Sohn hervor.
Die Ehe wird 1930 geschieden.
- 1919
- Promotion über den "Begriff der Kunstkritik
in der deutschen Romantik" in Bern.
- 1923
- Benjamin beginnt mit seiner Habilitationsschrift über
das deutsche Barock-Trauerspiel, in der er die Bedeutung der Allegorie
mit der Kritik am neuzeitlichen Subjektbegriff verbindet.
- Er lernt Gretel und Theodor W. Adorno kennen und kommt
so mit dem Frankfurter Institut für Sozialforschung in Kontakt.
- 1924
- Durch die Beziehung mit der lettischen kommunistischen
Regisseurin und Schauspielerin Asja Lacis (1891-1979) beschäftigt
sich Benjamin mit dem Marxismus.
- 1925
- Sein kunstkritischer Essay "Goethes Wahlverwandtschaften"
erscheint.
- Seine Habilitationsschrift wird von der Universität Frankfurt/Main
nicht aus inhaltlichen Gründen abgelehnt, sondern u.a. weil
Benjamins unkonventionelle Lebens- und Arbeitsweise mit den Normen
der akademischen Institution nicht vereinbar ist.
- Fortan lebt er als freier Autor und Kritiker in Berlin und verfaßt
Essays zur klassischen und modernen Literatur.
- 1926/27
- Aufenthalt in Moskau.
- 1928
- Veröffentlichung seiner abgelehnten Habilitationsschrift
unter dem Titel "Ursprung des deutschen Trauerspiels"
sowie der Fragmentensammlung "Einbahnstraße".
- 1929
- Beginn der Freundschaft mit Bertolt Brecht.
- 1933
- Benjamin emigriert nach Paris, wo er in finanzieller
Notlage lebt.
- Seinen Wohnsitz in Paris verläßt er nur für drei
Besuche bei Brecht in Dänemark.
- 1934
- Durch die Arbeit für Max Horkheimers (1895-1973) "Zeitschrift
für Sozialforschung" erhält er vom nach New York
emigrierten Institut für Sozialforschung materielle Unterstützung.
- Er schließt Freundschaft mit Hannah Arendt, Hermann
Hesse und Kurt Weill.
- 1936
- Sein Aufsatz "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner
technischen Reproduzierbarkeit" wird in der "Zeitschrift
für Sozialforschung" publiziert. Diese medientheoretisch-kulturpolitische
Analyse stellt einen Zusammenhang zwischen dem Verlust der Einmaligkeit
eines Kunstwerks durch moderne Vervielfältigungstechniken
und der Chance einer dadurch ausgelösten emanzipatorischen
Politisierung der Massen her.
- Er verfaßt seine autobiographischen Schriften "Berliner
Kindheit um 1900" und "Berliner Chronik", die erst
postum veröffentlicht werden. Das als Hauptwerk geplante
Buch "Paris, die Hauptstadt des XIX. Jahrhunderts" kann
er nicht mehr vollenden. Es erscheint postum unter dem Titel "Passagen-Werk".
- 1940
- Nach der Besetzung Frankreichs und kurzzeitiger Inernierung
entschließt sich Benjamin, in die USA zu emigrieren. Er
versucht, über Spanien aus Frankreich zu fliehen, wartet
an der Grenze aber vergeblich auf sein Visum.
- 27. September: Angesichts der drohenden Auslieferung an die Geheime
Staatspolizei (Gestapo) nimmt sich Walter Benjamin mit einer
Überdosis Morphium in dem spanischen Grenzort Port Bou das
Leben.
- 1993
- In Port Bou wird ihm eine Gedenkstätte errichtet.
(lh)
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