1889-1967
![[Photo: Ernst Niekisch, 1948]](../../../objekte/pict/f60_1346/200.jpg)
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Ernst Niekisch
Schriftsteller, Politiker
- 1889
- 23. Mai: Ernst Karl August Niekisch wird als Sohn eines
Feilenhauers in Trebnitz geboren.
- Besuch der Volks- und Realschule und Abschluß des Lehrerseminars,
danach Volksschullehrer in Augsburg.
- 1917
- Eintritt in die
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD).
- 1918/19
- Vorsitzender des "Zentralen Arbeiter- und Soldatenrates"
in München.
- 1919-1922
- Niekisch wird als Mitglied der Unabhängigen
Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) in den Bayerischen
Landtag gewählt.
- Juni: Niekisch wird aufgrund seiner sozialistischen Aktivitäten
des Hochverrats angeklagt und zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt,
die er wegen seines Abgeordnetenmandats jedoch nicht antreten
muß.
- 1922
- Nach der Vereinigung der USPD mit der SPD ist er kurzfristig
Vorsitzender der Landtagsfraktion in Bayern.
- 1923
- Herbst: Niekisch legt sein Mandat nieder und wird Sekretär
des "Deutschen Textilarbeiterverbandes" in Berlin.
- 1926-1934
- Als Herausgeber der Zeitschrift "Der Widerstand"
tritt er für eine nationalbolschewistische und antiwestliche
Politik ein. Die Synthese von extremem Nationalismus und revolutionär-sozialistischen
Elementen bleibt nicht ohne Wirkung auf den linken Flügel
der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)
um Gregor Strasser und Ernst Röhm.
- 1932
- Veröffentlichung der Schrift "Hitler - ein deutsches Verhängnis", in der er vor Adolf Hitler und der Gefahr einer nationalsozialistischen Machtübernahme warnt.
- 1933
- Nach der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten
ist Niekisch bemüht, nicht nur den Widerstand sozialistischer
Gruppen zusammenzuhalten, sondern sucht auch Kontakte zu national-konservativen
Widerstandsgruppen herzustellen.
- 1937
- 22. März: Als Gegner des Nationalsozialismus wird
er wegen konspirativer Tätigkeit von der Geheimen Staatspolizei
(Gestapo) verhaftet.
- 1939
- 10. Januar: Niekisch wird vom Volksgerichtshof wegen
Hochverrats und Fortführung einer politischen Partei zu lebenslanger
Zuchthaushaft verurteilt.
- 1945
- April: Durch schwere körperliche Mißhandlung
teilweise gelähmt und später fast völlig erblindet,
wird Niekisch von der Roten Armee aus dem Zuchthaus Brandenburg
befreit.
- Übersiedlung nach Berlin und Eintritt in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD).
- 1948
- Professor der Soziologie an der Humboldt-Universität
zu Berlin.
- 1949
- Als Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands
(SED) wird Niekisch in die Volkskammer delegiert.
- 1954
- Nach der gewaltsamen Niederschlagung des Aufstandes
vom 17. Juni 1953 geht er auf Distanz zur SED und legt alle politischen
Ämter nieder.
- 1963
- Nach Kritik an dem Regierungssystem der DDR, Austritt
aus der SED und Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland.
- 1967
- 23. Mai: Ernst Niekisch stirbt in West-Berlin.
(dw)
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