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Spätestens seit dem ersten Wahlkampf des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, ist die Bezeichnung Fake News allen ein Begriff. Er stammt bereits aus dem 19. Jh. und beschrieb zu jener Zeit Nachrichten, die bewusst falsch gemeldet wurden. In den darauffolgenden Jahrzehnten wandelte sich die Bedeutung eher zu frei erfundenen, teilweise satirisch oder komisch überzogenen Informa­tionen, die dafür gedacht waren, jemandem einen Bären aufzubinden. Doch in neuerer Zeit verän­dert sich der Sinn des Begriffes wieder in den eindeutig negativen, ja gefährlichen Bereich, wenn es sich bei Fake News um eine absichtlich falsche und irreführende Berichterstattung handelt, welche Men­schen verbreiteten, die mit Vorsatz täuschen möchten.

Betrachtet man die Vergangenheit, stellt man fest, dass die Geschichte der Falschmeldungen so alt ist wie die Menschheit selbst. Nur die Bezeichnungen dafür haben sich geändert. 1582 sprach man noch von Geschichtsklitterung. Ausgehend vom ältesten Buch der Welt – der Bibel – bis hin zu den abenteuerlichsten Tweets über Twitter: es ist Obacht geboten, bei der Wahl zwischen Dichtung und Wahrheit, also welchen Fakten man Glauben schenken darf und wo man es lieber lassen sollte. Manchmal ist selbst der Grat zwischen einer Nachricht mit wahren Aussagen, durch die aber falsche Informationen kommuniziert werden, und einer bewussten Lüge sehr schmal.

Nach einer Recherche zu Fake News im reichen Fundus der Bibliothek des Deutschen Historischen Museums kam ein interessantes Potpourri an Werken zusammen, die bezeugen, dass die Menschen immer wieder mit Flunkereien, Verschwörungstheorien und sogar mit rufschädigenden Lügen kon­frontiert waren. Eine Auswahl wird hier in einer kleinen Kabinettausstellung stellvertretend gezeigt.

Idee und Auswahl: Charlotte Lenz

Exponateliste

Johannes Lichtenberger: Die weissagunge Johannis Lichtenbergers deudsch
Wittenberg: Lufft, 1527 | R 98/1811                                     

Georg Rüxner: Anfang, vrsprung vnd herkommen des Thuniers
Simmern: Hieronymus Rodler, 1532 | RA 53/3963<1532>

Johann Fischart: Affentheurlich Naupengeheurliche Geschichtklitterung
Straßburg: Bernhard Jobin, 1582 | R 16/888

Richard Adam Locke: Neueste Berichte vom Kap der guten Hoffnung
Hamburg, Johann Philipp Erie: 1836 | R 2020/40

Immanuel Kant [= Gustav Teichmüller]: Wahrheitsgetreuer Bericht über meine Reise in den Himmel
Gotha: Friedrich Andreas Perthes, 1877 | R 2020/41

Gottfried zur Beek: Die Geheimnisse der Weisen von Zion, 5. Auflage
Charlottenburg: Verlag „Auf Vorposten“, 1920 | R 19/498<5>

Fürböter`s Antiquariat Nürnberg [Hrsg.]: Katalog des noch vorhandenen Teiles der Sammlungen des zu Stallupönen verstorbenen Herrn Emil Meyer (Katalog No. DXVII)
Nürnberg: Fürböter’s Antiquariat, 1925 | Z 7782 -517,1925

Nationalrat der Nationalen Front des Demokratischen Deutschland: Bundespräsident Lübke baute Hitlers Konzentrationslager
Berlin: Nationale Front, 1966 | 67/424

Amt für Information der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik [Hrsg.]: Halt Ami-Käfer!
Berlin: Greif, [1950] | R 93/853

Der Spiegel – Heft 5 von 2016 vom 30.01.2016 „Wahnsinn – Amerikas Hetzer Donald Trump“
Hamburg: SPIEGEL-Verlag, 2016 | ZA 6653 –2016,5