Kino im Zeughaus

 

Kino im Zeughaus | Programm | Programmarchiv


 

KINEMATOGRAPHIE HEUTE:

DÄNEMARK

 

KINEMATOGRAPHIE HEUTE: DÄNEMARK

Seit Mitte der 1990er Jahre schreibt der dänische Film eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Auf internationalen Festivals vielbeachtet und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wird das dänische Filminstitut in einem Maße mit Anfragen konfrontiert, dass nicht alle Wünsche erfüllt und nur ausgewählte Anfragen bearbeitet werden können. Auf dem internationalen Filmmarkt außergewöhnlich erfolgreich, wächst auch die Begeisterung im eigenen Land. Schätzungen gehen von einem inländischen Marktanteil zwischen 27 und 30 Prozent aus – einem Prozentsatz, den in Europa nur noch der französische Film in seinem Heimatland erreicht. Das Zeughauskino nimmt diese nationale und internationale Erfolgsgeschichte zum Anlass, im Rahmen seiner jährlich stattfindenden Reihe KINEMATOGRAHIE HEUTE dem zeitgenössischen dänischen Film ein eigenes Programm zu widmen. Dabei gilt unser Interesse weniger den Filmen der Dogma ’95-Bewegung, die lange Zeit die öffentliche Wahrnehmung des dänischen Kinos geprägt hat. Ausgewählt wurden stattdessen Spiel- und Dokumentarfilme, die die faszinierende dänische Filmkultur in ihrer Breite beschreiben.

Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft des Königreich Dänemark

 

KINEMATOGRAPHIE HEUTE: DÄNEMARK
Efter brylluppet
After the Wedding

DK/S 2006, R: Susanne Bier, D: Mads Mikkelsen, Sidse Babett Knudsen, Rolf Lassgård, Stine Fischer Christensen, OmU, 120’

Die Dänin Susanne Bier ist dem deutschen Publikum bereits durch ihren Film Open Hearts bekannt, der 2003 in die Kinos kam. Ihr neuester Film After the Wedding war auf dem 31. Internationalen Filmfest in Toronto zu sehen. Martin Schwickert schreibt in seinem Festivalbericht über After the Wedding: „Der stärkste Film des Festivals: (…) Bier legt die Seelenstrukturen ihrer Figuren frei, treibt sie in immer ausweglosere Situationen, um noch tiefer zum menschlichen Kern vorzudringen. In Kinobildern von betörender Klarheit entwickelt Bier eine emotionale Direktheit, die all die gefälschten Präsidenten, korrupten Politiker, kriselnden Großstädter und paranoiden Romanhelden blass aussehen lässt.“ (Der Tagesspiegel, 18.9.2006)
Jacob Peterson ist der Leiter eines Waisenhauses in Indien und kümmert sich dort aufopferungsvoll um die Straßenkinder. Als das Waisenhaus von der Schließung bedroht ist, erhält Peterson von einem dänischen Geschäftsmann das Angebot einer sehr großzügigen Spende, das allerdings an merkwürdige Bedingungen geknüpft ist. Dem Erhalt des Hauses winken 4 Millionen Dollar, wenn Peterson zurück nach Kopenhagen geht und an der Hochzeit der Tochter des Geschäftsmannes teilnimmt.

Einführung am 02.01.: Jan Sahli
am 02.01.2007 um 20.00 Uhr, am 06.01.2007 um 21.00 Uhr

 

 

 

KINEMATOGRAPHIE HEUTE: DÄNEMARK
Wilbur begår selvmord
Wilbur Wants to Kill Himself

DK/GB/S/F 2002, R: Lone Scherfig, D: Adrian Rawlins, Mads Mikkelsen, Jamie Sieves, Shirley Henderson, OmU, 106’

Nach ihrem Publikumserfolg Italienisch für Anfänger drehte Lone Scherfig in Glasgow eine englischsprachige Tragikomödie über den charmant-depressiven Möchtegern-Selbstmörder Wilbur. Sein älterer Bruder Harbour und Wilbur leben über der heruntergewirtschafteten Second Hand-Buchhandlung „North Books“ – das einzige Erbe ihres kürzlich verstorbenen Vaters. Wilbur unternimmt alle paar Wochen einen Selbstmordversuch, scheitert aber immer wieder an seinem besorgten Bruder, der ihm regelmäßig das Leben rettet. Wilburs Selbstmordmotive versteht man nicht so recht: Wilbur ist in seinem Beruf als Kindergärtner erfolgreich, er hat Schlag bei den Frauen. Später erfahren wir ein schreckliches Detail aus der Familiengeschichte, gegen dessen Erinnerung der Bruder ankämpft.
„Da sich Scherfig den Dogma-Regeln, zu deren glühendsten Vertretern sie nie gehörte, nicht mehr verpflichtet fühlt, ist dieser Film ein bisschen weniger realistisch geraten als sein Vorgänger. Ausgeleuchtet wie ein Dogma-Film, schwelgt er in prachtvollen Interieurs und Kostümen. Gelegentlich denkt man, dass es sich um ein Märchen handelt, (…) um ein altmodisches Märchen für Erwachsene.“ (Daniela Sannwald, Der Tagesspiegel, 18.9.03)

am 03.01.2007 um 20.00 Uhr, am 05.01.2007 um 21.00 Uhr

 

 

 

KINEMATOGRAPHIE HEUTE: DÄNEMARK
Den tyske hemmelighed
The German Secret
Das Geheimnis meiner Mutter

DK 2004, R: Lars Johansson, OmeU, 88’

Lars Johansson hat sich in Dänemark mit mehreren Ausstellungen einen Namen als Fotograf gemacht und führte außerdem Regie bei zahlreichen Dokumentationen. Den tykse hemmelighed ist ein Dokumentarfilm über die Dänin Kirsten Blohm, die 1946 in Deutschland geboren wurde. Ihre Mutter wollte sie nicht aufnehmen und gab sie zu ihren Eltern nach Dänemark, wo sie als „Tyskerunge“, als so genanntes „Deutschenkind“ aufwuchs. Gemeinsam mit dem Regisseur Lars Johansson begibt sich Kirsten nun auf die Suche nach ihren Wurzeln. Warum wollte ihre Mutter sie zuerst nicht haben? Und wer ist ihr Vater?
„Das Geheimnis meiner Mutter zeigt auf ergreifende Art, welch unvorhersehbare Wege das Schicksal einschlagen kann. Dabei gelingt es Schnitt und Regie auf faszinierende Weise, das scheinbar undurchdringliche Material in Kirstens Biografie verständlich zu machen. Und wie nebenbei erzählt der Film die Geschichte einer Eltern-Kind-Versöhnung und beschreibt den universalen Wunsch, seinen Ursprüngen nahe zu kommen.“ (www.luebeck.de/filmtage/05)

am 06.01.2007 um 19.00 Uhr, am 10.01.2007 um 20.00 Uhr

 

 

 

KINEMATOGRAPHIE HEUTE: DÄNEMARK
Smiling In a War Zone
50 Stunden bis Kabul

DK/S/D/FIN 2005, R: Simone Aaberg Kærn, Magnus Bejmar, OmeU, 78’

Als die dänische Künstlerin und Pilotin Simone Aaberg in der Zeitung von dem 16-jährigen afghanischen Mädchen Farial liest, das sich nichts sehnlicher wünscht, als einmal zu fliegen, fasst Aaberg einen Entschluss: Sie möchte Farial diesen Wunsch erfüllen. Die leidenschaftliche Pilotin versteht Farials Wunsch nur zu gut und kauft für 10.000 Dollar eine 40 Jahre alte Piper Colt, die Sitzplätze für sie und ihren Freund, den Kameramann Magnus Bejmar, bietet. Am 4. September 2001 beginnt die aufregende Reise in Kopenhagen. Vier Monate und über 50 Flugstunden später kommen die Regisseurin und ihr Kameramann in Kabul an. Dazwischen liegen Landungen in Berlin, Prag, Graz, Teheran und anderen Städten. „A film about great vision and the encounter with cultural and human obstacles.“ (www.filmfestival.dk)

am 07.01.2007 und 19.00 Uhr, am 13.01.2007 um 19.00 Uhr

 

 

 

KINEMATOGRAPHIE HEUTE: DÄNEMARK
Kinamand
Chinaman

DK/CN 2005, R: Henrik Ruben Genz, D: Vivian Wu, Bjarne Henrikson, Lin Kun Wu, OmeU, 88’

Der wortkarge Däne Keld, von Beruf Klempner, wird nach 25 Jahren Ehe von seiner Frau verlassen. Weil Keld nicht kochen kann und im nahen China-Imbiss vieles einfacher ist, versorgt er sich von nun an gerne im chinesischen Take Away. Dort kommt er mit dem Besitzer Fend ins Gespräch, der ihn von einer Scheinehe mit seiner Schwester Ling zu überzeugen versucht. So könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Eine verheiratete Ling könnte nicht des Landes verwiesen werden und Keld könnte von dem Geld, das ihm der Chinese für diesen Deal angeboten hat, seine Scheidung bezahlen. Mit Ling und Keld treffen schließlich zwei unterschiedliche Welten aufeinander.
Die Ökumenische Jury des 40. Internationalen Filmfestivals in Karlovy Vary hat Kinamand ausgezeichnet und begründete ihre Entscheidung so: „Ein Film, dessen prosaische Alltagsrealität die treibende Kraft ist hinter einer gut konstruierten Geschichte von ökumenischer, erlösender und befreiender Bedeutung, der es gelingt, das Trennende zwischen dänischer und chinesischer Kultur zu überwinden. Wir waren beeindruckt davon, wie der Film die Fragilität des Aufenthaltsstatus von Migranten zum Thema macht ebenso wie von dem Wandlungsprozess, den Keld, der Protagonist durchläuft.“ (www.gep.de/interfilm)

am 07.01.2007 um 21.00 Uhr, am 12.01.2007 um 19.00 Uhr

 

 

 

KINEMATOGRAPHIE HEUTE: DÄNEMARK
Rejsen på ophavet
Max by Chance

DK 2004, R: Max Kestner, OmeU, 29’ Beta Sp
Der er en yndig mand
This Charming Man
Ein reizender Typ

DK 2002, R: Martin Strange-Hansen, D: Camilla Bendix, Martin Buch, Farshad Kholghi, OmeU, 31’

„When I was little, it always snowed in winter and the sun always shown in summer, as you can see from our family photos.“ Mit diesen Worten beginnt Max Kestner einen Dokumentarfilm über seine Kindheit. Mit Hilfe alter Familienfotos und Archivaufnahmen stellt er Fragen nach seiner Herkunft, deren Beantwortung ihn zum Anfang des Universums führen. Kestner stellt die herkömmlichen Vorgehensweisen des Dokumentarfilms auf den Kopf. Er arbeitet mit animierten Bildern, die ein Kaleidoskop entwerfen, in dem alles mit allem in einem Zusammenhang zu stehen scheint.
This Charming Man ist ein sozialkritisch-bissiger, unglaublich komischer Kurzfilm, mit dem Martin Strange-Hansen 2003 den Oscar in der Kategorie „Bester Kurzspielfilm“ gewann. Erzählt wird von einer folgenreichen Verwechslung. Lars Hansens ID-Nummer des Arbeitsamts wird mit der des pakistanischen Einwanderers El-Hassan vertauscht. Statt einer Bestätigung zur Aufnahme ins Job-Programm erhält er die Aufforderung, an einem dänischen Sprachkurs teilzunehmen. Da Lars aber in der Sprachlehrerin Ina seine Jugendliebe wieder erkennt, schlüpft er kurz entschlossen in die Rolle von El-Hassan, färbt sich die Haare schwarz und klebt sich einen Schnurrbart an…


am 09.01.2007 um 20.00 Uhr
Offizielle Eröffnung der Filmreihe in Anwesenheit von S.E. Carsten Søndergaard, Botschafter des Königreich Dänemark

 

 

 

KINEMATOGRAPHIE HEUTE: DÄNEMARK
Dear Wendy
DK/D/F/GB 2005, R: Thomas Vinterberg, D: Jamie Bell, Bill Pullman, Michael Angarano, Danso Gordon, OmU, 101’

Nach eigener Aussage wollte Vinterberg eine Satire auf das US-amerikanische Verständnis vom Recht auf Waffenbesitz drehen. Die Verehrung von Waffen, die unter entsprechender Gesetzgebung zu unkontrolliertem privaten Schusswaffenbesitz führt, ist – vor allem aus europäischer Sicht – immer wieder ein heftig diskutiertes Thema. Vinterberg verwandelte für die Verfilmung des Drehbuchs von Lars von Trier eine alte Militär-Basis nahe Kopenhagen in eine US-amerikanische Kleinstadt. Dort lebt der junge Dick, der seine Leidenschaft zu Waffen entdeckt und eine kleine Gruppe Gleichgesinnter unter dem Namen „Club der Dandies“ um sich sammelt, mit denen er die Meisterschaft im Umgang mit einer Wendy kultiviert. Dabei gilt unantastbar der pazifistische Grundsatz: „Ziehe niemals deine Waffe“.
Mit diesem Film entfernt sich Vinterberg weiter von den filmästhetischen Geboten des Dogma-Manifests. Zugleich versteht er Dear Wendy als eine Auseinandersetzung mit Dogma ´95. „Auf gewisse Art sind die Dandies eine Anspielung auf Dogma ´95“, so der Regisseur. „Denn sie sind gar nicht so weit entfernt von dem, wie wir uns als Dogma-Brüder damals in den 90ern fühlten. Wir unterwarfen uns seltsamen Regeln, hatten merkwürdige Rituale, und wir entfremdeten uns vom Rest der Filmwelt.“ (Thomas Vinterberg, www.3sat.de/kulturzeit)

am 12.01.2007 um 21.00 Uhr, am 14.01.2007 um 19.00 Uhr

 

 

 

KINEMATOGRAPHIE HEUTE: DÄNEMARK
De fem benspænd
The Five Obstructions

DK 2003, R: Jørgen Leth, Lars von Trier, OmU, 90’

1967 drehte Jørgen Leth den 12-minütigen Kurzfilm Der perfekte Mensch, den Lars von Trier mehrfach gesehen hat. Im Jahr 2000 fragt von Trier bei Leth an, ob er Lust auf ein Experiment hätte: Er möchte, dass Leth seinen Film in fünf verschiedenen Versionen neu dreht. Dafür würde von Trier ihm jedes Mal eine andere Beschränkung auferlegen – zum Beispiel, in einem Land zu drehen, in dem Leth noch nie gedreht hat, oder eine Inszenierung als Zeichentrickfilm. The Five Obstructions ist so etwas wie das Making-Of dieser fünf Variationen, das Interpretation und Kritik vom Lehrmeister von Trier mit einschließt.
Birgit Glombitza sieht darin „selbstherrliche Anmaßungen“ von Triers, „mit denen er seinem Kollegen eine Therapie angedeihen lässt. Man wünscht sich, Jørgen Leth würde dem Quälgeist gehörig über den Mund fahren. Doch Trier, der seinen verwegenen Ruf als Gelegenheitssadist immer genossen hat, ist nur allzu gern der Schurke, und Leth ist mit seiner distanzierten Freundlichkeit, die ihre eigenen Tricks hat, alles andere als ein hilfloses Opfer.“ (Die Zeit, 8.7.2004)

am 13.01.2007 um 21.00 Uhr, am 17.01.2007 um 20.00 Uhr

 

 

 

KINEMATOGRAPHIE HEUTE: DÄNEMARK
Nede på jorden
Blue Collar White Christmas
Schöne Bescherung

DK 2004, R: Max Kestner, OmeU, 82’

Vorweihnachtszeit 2001. Eigentlich könnte alles schön sein. Doch plötzlich erreicht die Mitarbeiter der „Viking“, einer Fabrik für Schiffs-Rettungsinseln, die Nachricht, dass die Geschäftsleitung ein neues Werk in Thailand eröffnen wird. Das bedeutet nichts Gutes: Diana, Lotte, Tobiesen und Kragelund fürchten um ihren Job. Mit einem Mal ist die Freude auf Weihnachten gedämpft und die Stimmung unter den Arbeitern gedrückt. Bis Lotte die Idee hat, eine Hellseherin aufzusuchen. Sie soll vorhersagen, wer von den Vieren demnächst arbeitslos wird...
Blue Collar White Christmas ist ein Dokumentarfilm über Träume, die hart auf die Wirklichkeit prallen. Ein Film über die Angst vor Arbeitslosigkeit in einer globalisierten Welt, verbunden mit der Angst vor und der Notwendigkeit von Veränderungen. „Und Qualität hat der Streifen von Shootingstar Kestner“, urteilt Grit Lemke in der taz. „Sorgfältig inszeniert bewegt er sich hart an der Grenze zum Fiktionalen. Dänische Spielfilme sehen seit Dogma dokumentarischer aus als Kestners Dokfilm.“ (Grit Lemke, taz, 18.10.04)

am 14.01.2007 um 21.00 Uhr, am 19.01.2007 um 19.00 Uhr

 

 

 

KINEMATOGRAPHIE HEUTE: DÄNEMARK
Dogville
DK/S/GB/F/D/NL 2003, R: Lars von Trier, D: Nicole Kidman, Harriet Anderson, Lauren Bacall, Jean-Marc Barr, Paul Bettany, OmU, 178’

„Für Lars von Trier ist das Kino ein Gesellschaftsspiel, in dem die Zivilisation verlieren muss.“ (Katja Nicodemus, Die Zeit, 23.10.2003) Mit Dogville führt uns von Trier erneut vor, wie – unter den entsprechenden Umständen – aus Zivilisten Barbaren werden.
Dogville, eine kleine Stadt, völlig reduziert auf einen Bühnenraum, in dem die Straßen, Häuser und ein paar Möbel auf den Boden des Ateliers gezeichnet sind, wird zum Zuhause einer Fremden. Es ist eine teuer erkaufte „Geborgenheit“, in die sich die vor ihren Verfolgern geflohene Grace da begibt: Sie muss jedem Einzelnen in der Gemeinde zur Hand gehen, helfen, wo es nur geht. Am Anfang scheint die Atmosphäre im Ort sehr idyllisch, bis Grace auch hier von ihren Verfolgern gesucht wird. Jetzt begreifen die Bewohner ihre Macht – und das Leben für Grace wird zur Hölle.
Christiane Peitz schreibt im Tagesspiegel: „Dogma meets Brecht: eine Bühne als Spielfeld, Möbel und Kreidestriche markieren das Nötigste. Diese fast abstrakte Theater-Versuchsanordnung kombiniert er (Lars von Trier) mit einer extrem suggestiven Filmkamera, so unstet und subjektiv wie der menschliche Blick. Dazu die geschundene Grace. Kaum auszuhalten.“

am 16.01.2007 um 20.00 Uhr, am 20.01.2007 um 21.00 Uhr

 

 

 

KINEMATOGRAPHIE HEUTE: DÄNEMARK
Voksne mennesker
Dark Horse

DK/IS 2005, R: Dagur Kári, D: Jakob Cedergren, Tilly Scott Pedersen, Nicolas Bro, Morten Suurballe, OmU, 106’

Festivalbesuchern ist Regisseur Dagur Kári in Deutschland schon länger bekannt. 1999 gewann er bereits mit seinem Hochschulabschlussfilm Lost Weekend einen Preis auf dem Filmhochschulfestival in München. Mit seinem Langfilmdebut Nói Albióoi (2002) hat Kári dann auf der ganzen Welt Festivalkarriere gemacht. Nói Albióoi gewann zahlreiche Preise, unter anderem den „Movezone Award“ in Rotterdam. Mit seinem dritten Film, Dark Horse, hat Kári eine liebenswürdige, intelligente Komödie inszeniert, die auch stilistisch auffällig ist. Ansonsten in Schwarzweiß gedreht, erscheint plötzlich, für den Zuschauer völlig unerwartet ein entscheidendes Bild in Farbe.
„An die frühen Filme von Richard Linklater und Kevin Smith, aber interessanterweise auch an Zur Sache, Schätzchen erinnert Dagur Káris Folgefilm zu seinem Festival-Hit Noí Albinói. Der Isländer, der hier in dänischer Sprache drehte, fängt in seiner lakonischen, dialogarmen Komödie wunderbar das Lebensgefühl junger, tagträumender Großstädter ein. Eine Klasse für sich ist Manuel Alberto Claros wunderbare Schwarzweißfotografie, die dem schrägen Werk sein einzigartiges Flair verleiht.“ (VideoWoche Rezension, www.amazon.de)

am 19.01.2007 um 21.00 Uhr, am 21.01.2007 um 19.00 Uhr

 

 

 

KINEMATOGRAPHIE HEUTE: DÄNEMARK
Skagerrak
DK/S/GB/D/E/CH/F 2003, R: Søren Kragh-Jacobsen, D: Iben Hjejle, Bronagh Galagher, Martin Henderson, Ewen Bremner, OmU, 108’

Nach dem Erfolg des auf der Berlinale 1999 mit einem Silbernen Bären ausgezeichneten Films Mifune hat der Däne Kragh-Jacobsen mit derselben herausragenden Hauptdarstellerin Iben Hjejle seinen neuen Film Skagerrak gedreht. Hjejle spielt hier die Dänin Marie, die mit ihrer irischen Freundin Sofie von einer Ölbohrinsel aufs schottische Festland zurückkehrt, um die Kohle, die sie bei ihren Jobs auf der Insel bekommen haben, fröhlich zu verprassen. Leider wird ihnen das schöne Geld gleich in der ersten Nacht geklaut. Beide sind verzweifelt – bis Rettung durch die Idee eines schottischen Adligen naht. Er möchte, dass Marie für 40.000 Pfund ein Kind von seinem Sohn austrägt…
Michael Althen schreibt am 29. April 2004 in der F.A.Z.: „Skagerrak unterzieht seine Helden einem schönen Wechselbad der Gefühle, dass man fast den Eindruck haben könnte, es handle sich um drei, vier Filme in einem. Spülsteinrealismus und Märchen, Leihmutterdrama und Situationskomödie, alles liegt nah beisammen und nichts widerspricht einander. Käme der Film aus Deutschland, müsste man jubeln – aus Dänemark ist man fast schon nichts anderes mehr gewohnt.“

am 20.01.2007 um 19.00 Uhr, am 21.01.2007 um 21.00 Uhr

 

 

 

 

 
  Filmarchiv