Logo und Schriftzug des Deutschen Historischen Museums und eine Ansicht der neuen Ausstellungshalle von I.M.Pei neben dem Zeughaus
German Historical Museum
 
  Zeughauskino

 

Kino im Zeughaus | Programm | Programmarchiv

 


 

S WIE SONDERPROGRAMM


 

S WIE SONDERPROGRAMM

 

S WIE SONDERPROGRAMM
Kompositionen für den Film. Theorie und Praxis von Eislers Filmmusik

Nuit et brouillard
Nacht und Nebel

F 1955, R: Alain Resnais, B: Jean Cayrol, Übersetzung: Paul Celan, K: Ghislain Cloquet, Sacha Vierny, M: Hanns Eisler, 32’ DF

Nuit et brouillard ist einer der bedeutendsten und bekanntesten Dokumentarfilme über die deutschen Konzentrationslager. Sowohl die Bilder und der Kommentar als auch die Filmmusik sind künstlerisch ambitioniert und mit größter Sorgfalt und Zurückhaltung jenseits heute gängig gewordener Klischees ausgestaltet worden. Farbige Aufnahmen der Lagerlandschaft aus der Entstehungszeit des Filmes wechseln sich mit bedrückenden Schwarzweißdokumenten von der Öffnung der Konzentrationslager und mit Wochenschau-Material aus den Kriegsjahren ab. „Ein Film aus der Erinnerung des Nichtschilderbaren heraus: Er antizipiert die Unmöglichkeit, den Holocaust zu dramatisieren und desavouiert alle wohlfeilen Versuche, die Geschichte dieser Monstrosität ‚zu erzählen’.“ (Lexikon des Internationalen Films)
Nuit et brouillard bildet den Abschluss einer Reihe mit Filmen, zu denen Hanns Eisler die Musik komponiert hat und die vom 12. Oktober an im Arsenal gezeigt werden. Zugleich fällt die Vorführung auf den zweiten Tag des Symposions „Kompositionen für den Film – Theorie und Praxis von Eislers Filmmusik“, das die Internationale Hanns Eisler Gesellschaft in Kooperation mit klangzeitort und mit den Freunden der Deutschen Kinemathek ausrichtet.

Mit Einführung

am 1.11.2008 um 19.00 Uhr

 

 

S WIE SONDERPROGRAMM
Das Geschlecht der Bildung. 100 Jahre Frauenstudium

Der gelbe Schein
D 1918, R: Victor Janson, Eugen Illés, D: Pola Negri, Harry Liedtke, Victor Janson, Guido Herzfeld, Margarete Kupfer, ca. 63’ engl. ZT

Das frühe Beispiel eines Films mit einer studierenden Frau als Heldin und zugleich der erstaunliche Fall eines deutschen Propagandafilms mit philosemitischer Botschaft. Der gelbe Schein wird im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs als Beitrag zur antirussischen Propaganda des Deutschen Reiches gedreht, kommt aber erst im November 1918 ins Kino, als nicht nur das Zarenreich, sondern auch das Kaiserreich untergegangen sind. Erzählt wird die Geschichte der russischen Jüdin Lea, die voller Hoffnung aus einem kleinen Provinzstädtchen nach Petersburg geht, um Medizin zu studieren. Dort muss Lea wegen ihres jüdischen Glaubens einen gelben Schein wie die Prostituierten tragen. Trotz hervorragender Leistungen im Studium wächst ihre Verzweiflung. In existentiellen Nöten ist sie zu einem Doppelleben zwischen Universität und Bordell gezwungen. Während Russland als Hort der Rückständigkeit und des staatlich verordneten Antisemitismus erscheint, soll Deutschland im Umkehrschluss für religiöse Toleranz, Kultur und Fortschritt stehen. Dennoch ist Der gelbe Schein viel mehr als ein Propagandafilm mit versteckter Botschaft. Das liegt an der genauen Milieuschilderung, der publikumswirksamen melodramatischen Inszenierung und vor allem an den vorzüglichen Schauspielern, die dem Ensemble um Ernst Lubitsch entstammen. Sehr bewegend spielt Pola Negri, sonst ein exzentrischer, männermordender Vamp, die Rolle der Lea und wirbt für Sympathie mit den Unterdrückten. „Diese seltsame Geschichte ist, weit über durchschnittlicher Kinodramatik stehend, logisch, psychologisch und episodisch bis ins Kleinste begründet und eingeleitet, und damit für den anspruchsvollen Zuschauer in glaubwürdige Lebensnähe gerückt.“ (Der Film, 30.11.1918)
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Seminar der Humboldt-Universität

Klavierbegleitung: Stephan von Bothmer
Einführungsvortrag: Mimi Lipis
Eintritt frei

am 26.11.2008 um 18.30 Uhr

 

 

S WIE SONDERPROGRAMM
Im Namen der Freiheit! Verfassung und Verfassungswirklichkeit in Deutschland

GG 19
D 2007, R: Harald Siebler u.a., D: Anna Thalbach, Axel Neumann, Katharina Wackernagel, Karoline Eichhorn, 149’

„19 gute Gründe für die Demokratie“, das ist das Motto des Films GG 19, der anlässlich des 55. Geburtstags des Grundgesetzes einen Reigen von Kurzfilmen präsentiert. Die Inszenierung übernahmen junge Regisseure, die sich den Artikeln über die Grundrechte spielerisch nähern und Denkanstöße zum Verhältnis zwischen gesetzlichem Anspruch und praktischem Leben, Illusion und Wirklichkeit liefern wollen. Dabei bedienen sich die Episoden des Films vielfältiger stilistischer Mittel, sie inszenieren den Inhalt der Artikel als Satire, Drama oder surreale Fantasie. Deutlich wird, wie sehr die Gesetzestexte der Interpretation und immer neuen Aneignung und Prüfung bedürfen, um ihren humanistischen Kern zu begreifen. Das Resultat ist kein gewöhnlicher Unterhaltungsfilm, sondern ein Essay und Experiment, ein mal selbstbewusstes, mal skeptisches Dokument der politischen Bildung und nicht zuletzt eine facettenreiche Zustandsbeschreibung der Bundesrepublik von heute. „Die Botschaft ist klar: Die Grundrechte sind kein gesicherter Bestand. Sie müssen täglich neu verwirklicht werden. Diese Botschaft aber verkündet der Film ohne erhobenen Zeigefinger und ohne politischen Alarmismus. Das Grundgesetz wird hier nicht unter dem Arm getragen, sondern unter die Leute gebracht. GG 19 ist so etwas wie cineastischer Verfassungspatriotismus.“ (Eckhard Fuhr, Die Welt, 1.6.2007)

am 15.12.2008 um 17.00 Uhr und 20.00 Uhr

 

 

 
 
Filmarchiv