Logo und Schriftzug des Deutschen Historischen Museums und eine Ansicht der neuen Ausstellungshalle von I.M.Pei neben dem Zeughaus
German Historical Museum
 
  Kino im Zeughaus

 

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WIEDERENTDECKT


 

WIEDERENTDECKT

Wiederentdeckt – so heißt unsere filmhistorische Reihe, kuratiert von CineGraph Babelsberg, die einmal im Monat vergessene Schätze der deutschen Filmgeschichte vorstellt. Zu sehen sind Werke, die oftmals im Schatten jener Filme stehen, die den deutschen Filmruhm begründet haben. Sie sind Zeugnisse einer wirtschaftlich leistungsfähigen und handwerklich ambitionierten Filmindustrie. Erstaunlich viele dieser Filme „aus der zweiten Reihe“ sind erhalten. In enger Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv-Filmarchiv recherchieren die Mitarbeiter von CineGraph Babelsberg diese Filme und analysieren sie im historischen Kontext. Sie erstellen Begleitblätter für das Publikum, führen in die Filme ein und dokumentieren ihre Forschungsergebnisse im Filmblatt, der Zeitschrift von CineGraph Babelsberg.

Eine Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit CineGraph Babelsberg und dem Bundesarchiv-Filmarchiv

 

WIEDERENTDECKT
Pettersson & Bendel
S 1933, R: Per-Axel Branner, D: Adolf Jahr, Semmy Friedmann, Birgit Sergelius, Isa Quensel, Elsa Carlsson, Sigurd Wallén, DF, ca. 108’

Pettersson & Bendel, 1933 von der schwedischen Produktionsfirma Wive-Film nach einer Romanvorlage von Waldemar Hammenhög in Schweden hergestellt, gilt als der erste antisemitisch rezipierte Spielfilm in Deutschland. Die Handlung: Ein Schiff kommt am Stockholmer Hafen an, ein blinder Passagier wird von Bord gejagt. Am Kai trifft der Fremde von stereotyp ‚jüdischem’ Aussehen auf den Arbeitslosen Kalle Pettersson. Es gelingt ihm, seine Zufallsbekanntschaft zu einem gemeinsamen Geschäft zu überreden, obwohl dem Zuschauer verdeutlicht wird, dass es sich um einen Schwindler handelt, der unter falschem Namen – Josef Bendel – agiert. Bendel verleitet Pettersson dazu, Geld von Bekannten zu leihen, und nachdem sich erste Geschäftserfolge einstellen, will er ihn sogar dazu überreden, sich um eines weiteren Kredites willen von seiner Verlobten Mia zu trennen. Da Pettersson sich weigert, hintertreibt Bendel das Verhältnis. Die Intrige fliegt jedoch auf, und Bendel verlässt Schweden auf dem Wege, auf dem er kam.
Pettersson & Bendel wurde bei seiner deutschen Premiere politisch gezielt instrumentalisiert. Als erster ausländischer „Lustspielfilm“ erhielt er das Prädikat „staatspolitisch wertvoll“. In Deutschland war Pettersson & Bendel außerordentlich erfolgreich, zunächst in untertitelter und später auch in synchronisierter Fassung. „Seiner Mentalität nach hätte dieser Film eigentlich in Deutschland gedreht werden müssen. Aber das Mißlingen eines ersten, ähnlich gelagerten Versuches [...] beweist, daß Deutschland noch viel zu tief in den rassischen Auseinandersetzungen steckt, um die Dinge so selbstverständlich zu sehen, wie sie in dem schwedischen Film gezeigt werden,“ behauptete im Juli 1935 die Licht-Bild-Bühne.

Einführung: Patrick Vonderau

am 06.04.2007 um 19.00 Uhr

 

 

 

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Wenn die Sonne wieder scheint
D 1943, R: Boleslaw Barlog, D: Paul Wegener, Paul Klinger, Bruni Löbel, Maria Koppenhöfer, Sigrid Becker, Fritz Hoopts, Thea Kämer, ca. 88’
Leinen aus Kortryk
D 1941, R: Alfred Ehrhardt, 17’

Der 1942/43 gedrehte Film Wenn die Sonne wieder scheint beruht auf dem Roman Der Flachsacker des flämischen Autors Stijn Streuvels. Der im nationalsozialistischen Deutschland stark geförderte Schriftsteller war auch an der Produktion des Films maßgeblich beteiligt. Die Handlung des Films spielt im flämischen Bauernmilieu. Der Flachsbauer Termöhlen und seine Frau erwarten die Heimkehr ihres Sohnes Louis, der an der Landwirtschaftsschule studiert. Als Louis sein neu erworbenes Wissen auf dem elterlichen Hof umsetzen will, kommt es zum Konflikt zwischen Vater und Sohn. Der „ewige Kampf zwischen alt und neu“ (Streuvels) bricht los. Der Generationskonflikt eskaliert, als sich Louis in die Stallmagd Schellebelle verliebt.
Der Film war in Deutschland recht erfolgreich und erreichte auch im besetzten Belgien hohe Besucherzahlen. In seinem Tagebuch zeigte sich Joseph Goebbels von diesem „Bauernfilm von ganz hohen Graden“ sehr angetan; der Film beweise, „daß man das Bauernmilieu auch in einer künstlerisch hochstehenden Weise darstellen kann“.
Die Außenaufnahmen entstanden in der flämischen Stadt Kortrijk und Umgebung. Dort realisierte Alfred Ehrhardt 1941 auch den Kulturfilm Leinen aus Kortryk. Roel Vande Winkel und Ine Van linthout haben über die Geschichte und Hintergründe des Films Wenn die Sonne wieder scheint das kürzlich erschienene Buch De Vlaschaard 1943 geschrieben. Die beiden Autoren werden die Filmeinführung halten.

Einführung: Roel Vande Winkel, Ine Van linthout

am 04.05.2007 um 21.00 Uhr

 

 

 

 

 

 
 
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