Zeitschrift "Das Raumbild"

Das erste bis jetzt nachweisbare Verlagserzeugnis Schönsteins war die schon erwähnte Zeitschrift "Das Raumbild" ([1.1a] und [1.1b]), die sich als "Zeitschrift für die gesamte Stereoskopie und ihre Grenzgebiete" (Abb. 17) verstand. Verleger, Herausgeber und Schriftleiter war zunächst Otto Schönstein in einer Person "unter Mitwirkung namhaftester Mitarbeiter", wie es im Kopf der Zeitschrift hieß. Und in der Tat finden sich unter den Autoren Namen wie zum Beispiel L. E. W. van Albada, Manfred von Ardenne, Rudolf Brandt, E. P. Frank, Hermann Lüscher, Werner Pietsch, Erich Stenger, Otto Vierling und Fritz Vith, die in der Fotoliteratur und hier insbesondere im Bereich der Stereofotografie auch heute noch bekannt sind. Schönstein versuchte, einen möglichst weiten Leserkreis anzusprechen, den man im heutigen Sprachgebrauch mit den Amateuren und den Anwendern umreißen könnte. In einer Themen-Übersicht nannte er:

    Geschichte der Stereoskopie
    Grundlagen und Anwendungen der Stereoskopie
    Stereoskopische Apparate und Hilfsmittel jeder Art
    Ratschläge,Formeln und Rezepte für den Stereoskopiker
    Zeitschriftenschau
    Patentschau
    Berichte aus Vereinen und Versammlungen
    Bilderkritik
    Auskunft u.a.m. /65/

Von Juli bis November 1936 erschienen die Hefte sogar zweisprachig in Deutsch und Französisch. Das musste allerdings zum Jahresende wieder eingestellt werden. "Durch die neuen Aufgaben, die uns in Deutschland gestellt werden, ist es notwendig, den ganzen Platz der Zeitschrift für deutschen Text freizuhalten", hieß es zur Begründung. /66/ Dafür gab es von da an eine eigene Rubrik "Das Raumbild im Schrifttum der Gegenwart" /67/, in der Beiträge zur Stereoskopie und deren Anwendungen in anderen Zeitschriften besprochen wurden. Diese ganze Vielfalt war aber auch notwendig, denn die Stereoskopie war damals, wie übrigens auch heute, noch ein eng begrenztes Spezialgebiet und damit nicht im Entferntesten so verbreitet wie beispielsweise die übliche, nicht-stereoskopische Berufs- und Amateurfotografie. Das zeigt sich zum Beispiel auch in den Kamera-Verkaufszahlen. So betrug der Anteil der von einer Münchner Fotohandlung zwischen 1914 und 1931 verkauften Stereo-Kameras am gesamten Kamera- Verkauf lediglich etwa 2 Prozent. /68/ Stellt man dies in Rechnung, so verwundert es nicht, dass bei einer Auflage der Zeitschrift zwischen 1.000 und 1.500 Exemplaren und bei maximal 800 Abonnenten größere Bestände liegen blieben. So wurden noch 1938 vom Verlag in der Zeitschrift komplette Bände der ersten drei Jahrgänge angeboten.

     
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